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Dresdner Stadtrat Pallas löst Zoff bei sächsischer SPD aus

Dresdner Stadtrat Pallas löst Zoff bei sächsischer SPD aus

Der Dresdner Stadtrat Albrecht Pallas hat am Wochenende ein Erdbeben in der sächsischen SPD ausgelöst. Grund für jede Menge Streit und Schuldzuweisungen war Pallas Kandidatur um einen aussichtsreichen Listenplatz zur Landtagswahl im Sommer.

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SPD-Stadtrat Albrecht Pallas

Quelle: SPD

Pallas war am Samstag in Frankenberg mit einer erst wenige Tage zuvor bekanntgegebenen Kampfkandidatur gegen den Zwickauer Mario Pecher um Platz sieben auf der Landesliste angetreten. Und der Dresdner Stadtrat gewann zur allgemeinen Überraschung die Abstimmung mit 53 Prozent – und ließ die Parteispitze, die damit offenbar gar nicht gerechnet hatte, ziemlich orientierungslos dastehen.

Albrecht Pallas äußerte sich gegenüber DNN-Online überrascht. Er habe für den Listenplatz sieben kandidiert, um im Landtag mit und für die SPD-Fraktion arbeiten zu können. Persönlich habe er sich deshalb über sein Ergebnis sehr gefreut.

„Die Entwicklung auf der Konferenz habe ich allerdings nicht vorhergesehen, ich finde sie sehr bedauerlich. Keineswegs habe ich gewollt, dass die Debatte derart emotional geführt wird“, sagt Pallas. „Die SPD hat viele gute Leute, die im Landtag mitarbeiten wollen. Das ist für die Delegierten, die sich entscheiden müssen, immer eine schwierige Situation.“ Auf der Konferenz habe ihm aber niemand persönlich sein Missfallen ausgesprochen: „Es gab Leute, die mir gratuliert haben, und Leute, die das nicht getan haben“, sagt er.

Was in Frankenberg folgte, waren hektische Rechnereien, denen am Ende der Dresdner Christian Avenarius zum Opfer fiel. Avenarius hatte seinen Platz 15 für Pecher geräumt. Um, wie er sagte, „Zwickau nicht abzuhängen und einen verdienten Landtagsabgeordneten nicht im Regen stehen“ zu lassen. Chancen auf Einzug ins Landesparlament haben auf der 59-köpfigen Liste die ersten 20. 14 Kandidaten schafften es bei der letzten Wahl 2009.

Am Ende hatte die SPD zwar eine fertige Landesliste, aber auch jede Menge böses Blut. Die einstige sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange sprach von einem „Tiefpunkt meiner Erfahrung mit meiner SPD“, DGB-Regionsgeschäftsführer Ralf Hron schimpfte über „Absprachen und Intrigen im Hintergrund“, Thomas Jurk trat am Sonntag gar als Görlitzer Kreischef zurück, auch weil der Görlitzer Kandidat Thomas Baum in Folge der Querelen von Platz 16 auf 19 rutschte. „Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich noch gern Wahlkampf für eine Liste mache, in der politische Machenschaften eine größere Rolle spielen als die Grundsätze sozialdemokratischer Politik“, äußerte sich die Meißner Kandidatin Kathleen Nagler.

Der Dresdner Harald Baumann-Hasske, Platz 16 der Liste, wunderte sich sehr, dass bei Sachsens SPD „schon Kampfkandidaturen zu Existenzkrisen“ führen. Die Dresdner SPD-Vorsitzende Sabine Friedel versuchte am Sonntag die Gemüter zu beruhigen. Die Kampfkandidatur von Pallas sei seit Donnerstag bekannt gewesen, äußerte sich Friedel. „Die Dresdner Kandidaturen waren keine Intrige. Von Anfang an habe ich offen und ehrlich gesagt, was wir tun werden und was wir nicht tun werden“, schrieb sie.

Das Hauen und Stechen um die Plätze wirft kein gutes Licht auf den Landesvorsitzenden Martin Dulig, trotzdem wurde er mit 89 Prozent auf Platz eins der Liste bestätigt. Dulig will als Spitzenkandidat Sachsens Sozialdemokraten bei der Landtagswahl Ende August „raus aus dem Zehnprozentloch“ holen. Seine Botschaft: Im Freistaat liegt für die SPD noch viel Potenzial brach. „Die meisten Sachsen denken sozialdemokratisch, wählen aber trotzdem die CDU“, ist der 39-jährige Moritzburger überzeugt. Die Partei müsse sich auf das Thema Gerechtigkeit konzentrieren und damit vor allem die Leistungsträger mit geringem Einkommen ansprechen. Er wolle „Vertrauen in die Politik zurückgewinnen“, so Dulig in seiner Rede in Frankenberg.

Das Team für die Wahl führen neben Dulig die Ex-Wissenschaftsministerin Eva Maria Stange auf Platz zwei (83 Prozent) und Generalsekretär Dirk Panter auf Platz drei (93 Prozent) an, gefolgt von Petra Köpping (88) und dem Bautzner Stefan Brangs (85).

Weitere Hintergründe und Meinungen lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der DNN vom 14. Januar.

chk / sl / phn

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