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Dresdner Sozialfirma QAD macht Ende 2013 dicht

Dresdner Sozialfirma QAD macht Ende 2013 dicht

Die städtische Sozial-Tochtergesellschaft "QAD" wird voraussichtlich Ende 2013 ihre Arbeit einstellen und dann liquidiert. Das schätzt Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) ein.

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Quelle: DNN-Archiv

Von Heiko Weckbrodt und Thomas Baumann-Hartwig

Die finanziell angeschlagene QAD ist am 1. Juli formal ins Liquidierungsverfahren eingetreten und beschäftigt nur noch eine Handvoll Mitarbeiter, die die restlichen Projekte zu Ende führen und den Abwicklungsprozess begleiten sollen.

Von dem ursprünglich sehr weit gefächerten Projekt-Portefeuille sind inzwischen nur noch das Jugendherbergsschiff "Die Koje" und die "Bürgerarbeit" übrig geblieben. Auf der "Koje" lernen sich derzeit noch junge Arbeitslose ins Herbergsgeschäft ein. Am 30. September endet die Förderung.

Wie es danach weitergeht, ist unsicher. Bisher hat die Stadt noch keinen neuen Betreiber für das im Neustädter Hafen vertäute Herbergsschiff gefunden, dem sie zutrauen würde, den Weiterbetrieb und vor allem die rund 450 000 Euro, die für einen neuen "Schiffs-TÜV" fällig werden, zu stemmen. Die Verwaltung sei weiter auf der Suche und wolle "Die Koje" möglichst bis 1. Oktober an einen Kultur- oder Sozialverein oder einen anderen Interessenten übergeben, betonte Seidel. Wenn all dies scheitere, müsse man das Herbergsschiff leider doch verschrotten.

Im Zuge des bundesfinanzierten Projektes "Bürgerarbeit" hatte die QAD zudem die Aufgabe übernommen, bis zu 800 Langzeitarbeitslose in subventionierten Zusatztätigkeiten zu betreuen. Da dieses Projekt aber erst Ende 2014 ausläuft, verhandelt die Stadt mit anderen Sozialvereinen wie dem SUFW, ob diese die "Bürgerarbeit" vorher übernehmen könnten - dann würden auch in der QAD die letzten Lichter ausgehen.

Die Stadt hatte die gGmbH nach der Wende als 100-prozentige Tochtergesellschaft gegründet, um selbst arbeitsmarktpolitisch tätig zu werden und Beschäftigungsprojekte für Arbeitslose zu initiieren und zu betreuen. Vor allem unter Dirk Bachmann - dem spä- teren Arge-Chef - legte die QAD im- mer mehr Projekte auf, wuchs auf bis zu 85 feste Mitarbeiter und betreute jährliche mehrere Hundert Projektteilnehmer. Als ABMs und andere staatliche Förderinstrumente schrumpften, geriet die gGmbH in Finanznöte und stand Mitte 2009 kurz vor der Pleite. 2011 beschloss die Stadt als Alleingesellschafter die Auflösung.

Gegen den Vollzug des Stadtratsbeschlusses zur Auflösung der QAD hatten die Linken-Stadträtin Margot Gaitzsch und fünf ihrer Fraktionskollegen geklagt. Sie bemängelten, dass die Verwaltung den Räten nicht alle für den Beschluss erforderlichen Unterlagen zur Verfügung gestellt hätten. Das Verwaltungsgericht Dresden wies die Klage schon im August 2011 ab. Kürzlich zeigte auch das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bautzen den klagefreudigen Linken die kalte Schulter: "Die Beschwerde ist unbegründet. Aus den vorgebrachten Erwägungen folgt nicht, dass der Beschluss des Verwaltungsgerichtes fehlerhaft ist", beschied der 4. Senat unter Vorsitz von Erich Künzler kurz, knapp und vernichtend. Der OVG-Beschluss (Aktenzeichen 4 B 237/11) ist unanfechtbar.

Inzwischen hat sich die QAD nach und nach von immer mehr Projekten getrennt, zum Beispiel von den Frei- bädern Cotta und Langebrück, den "Bildungsbahnen", der Bildungssparte "INPRO", den Sozialkaufhäusern für Arme und anderen Angeboten, die in den vergangenen Jahren mit viel Mühe aufgebaut worden waren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.08.2012

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