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Dresdner Schlosspark Pillnitz: Breiter Widerstand gegen geplante Eintrittsgebühr

Dresdner Schlosspark Pillnitz: Breiter Widerstand gegen geplante Eintrittsgebühr

Die geplante Einführung von Eintrittsgebühren für den Schlosspark Pillnitz ab Anfang April erregt momentan die Gemüter in Politik und Bürgerschaft. Zwei Euro sollen Besucher künftig zahlen, um den Park besichtigen zu können.

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Der Pillnitzer Schlosspark ist bei Dresdnern wie Gästen als Naherholungsziel beliebt. Künftig sollen sie zwei Euro Eintritt für einen Besuch zahlen.

Quelle: Sebastian Kahnert

Der Freistaat als Eigentümer will damit gestiegene Pflegekosten decken. Abzocke, sagen die einen, notwendig, die anderen.

Es wäre nicht der erste große Lustgarten in Zuständigkeit des Staatsbetriebes Schlösser, Burgen und Gärten, für den eine Zutrittsgebühr verlangt würde. Praktiziert wird dies unter anderem bereits seit Längerem im Barockgarten Großsedlitz. Geht es nach dem Staatsbetrieb, sollen die Gäste auch in Pillnitz künftig mit einem Obolus von zwei Euro dazu beitragen, die in den letzten Jahren stetig gestiegenen Aufwendungen für Pflege und Instandhaltung zu kompensieren. Und genau das sorgt für Entrüstung - nicht nur bei den Bürgerinnen und Bürgern.

„Der Staatsbetrieb Schlösser, Burgen und Gärten wird bereits durch Steuern der Bürgerinnen und Bürger finanziert. Jetzt noch Eintritt zu verlangen, hieße, doppelt abzukassieren", kritisiert Stadträtin Annekatrin Klepsch von den Linken. Bereits jetzt würden für einen geführten Parkrundgang fünf und für einen Besuch des Palmenhauses drei Euro fällig. „Statt Dresdner und Touristen noch stärker zur Kasse zu bitten, sollte die Staatsregierung ihre Schlösser und Gärten ausreichend finanzieren." Der Freistaat hatte die Schlösser und Gärten in den vergangenen drei Jahren gleichbleibend mit neun Millionen Euro bezuschusst, Kostensteigerungen für Pflege und Erhalt wurden dabei jedoch nicht berücksichtigt. Das entstandene Defizit soll nun offenbar über zusätzliche Eintrittsgelder aufgefangen werden.

Auch in anderen Parteien formiert sich Widerstand. Die Dresdner Piraten fürchten einen Freifahrtsschein für künftige Preiserhöhungen und Signalwirkung für andere Parkanlagen. Und auch SPD-Stadtfraktionschef Peter Lames fordert: Der Schlosspark muss frei zugänglich bleiben. Dass Mittel in der Betreuung sächsischer Schlösser und Gärten fehlen, sei eine Tatsache, sagt Christoph Hille von der Bürgerfraktion im Stadtrat. Doch hieße das nicht, dass insgesamt kein Geld da sei. "Beispielsweise zahlt der Freistaat Fördermittel für den Straßenbau an die Stadt Dresden. Die brauchen wir nicht, die Stadt kann ihre Straßen selbst instand halten. Stattdessen können solche Mittel dort zum Einsatz kommen, wo sie wirklich gebraucht werden", so Hille. Die Kostenpflicht für den seit Langem öffentlichen Park sei ein "schlechtes Zeichen und der falsche Ansatz".

Christiane Filius-Jehne, Vorsitzende der Stadtratsfraktion der Grünen, verweist auf die feste Verankerung des Schlossparks als öffentlicher Grünfläche in der Pillnitzer Dorfstruktur: „Schüler gehen durch den Park zur Schule, Anwohner durchqueren ihn auf dem Weg zum Einkaufen - und für viele Dresdnerinnen und Dresdner ist er - wie der Große Garten - eine grüne Oase zum Entspannen und Wohlfühlen." Der Freistaat wolle nun mit der Brechstange seine alten Ideen durchbringen und plump die Hand aufhalten.

Bereits vor sieben Jahren waren Pläne für ein Eintrittsgeld geschmiedet worden. Damals wurden sie aufgrund der massiven Kritik aus fast allen politischen Lagern wieder verworfen. Auch die FDP, die die Parkgebühren heute befürwortet, stritt damals für einen frei zugänglichen Schlosspark und warnte vor „massiven Einbrüchen bei den Besucherzahlen". Heute zeigt man da mehr Verständnis. Die Zeit sei reif, Touristen und Gäste mit einem vergleichsweise geringen Obolus am Erhalt der Parkanlage zu beteiligen, kommentierte der Dresdner Stadtratsfraktionschef Holger Zastrow: „Die Eintrittsgelder werden nicht einfach erhoben, um weniger Mittel zum Erhalt ausgeben zu müssen - in den vergangenen Jahren wurde ungeheuer viel in Pillnitz investiert. Jeder Eintritts-Euro wird dem Schlosspark zugute kommen." Auch aus CDU-Kreisen wird Verständnis signalisiert. „Allerdings haben wir von Zustimmung bis Ablehnung in der Fraktion alles dabei", so Sprecher Steffen Zinkler am Dienstag.

In einer ersten Fassung hieß es, dass der Zugang zum Schlosspark Wesenstein mit einem Eintrittsgeld verbunden ist. Dem ist nicht so, der Eintritt in den Park ist kostenlos.

Jane Jannke

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