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Dresdner Politiker kritisieren geplante Zuschüttung des Tunnels

Neustädter Markt Dresdner Politiker kritisieren geplante Zuschüttung des Tunnels

Gegen die geplante Verfüllung des Tunnels am Neustädter Markt regt sich Widerstand. Die Stadt hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass sie einen Förderbescheid über rund 657000 Euro vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr erhalten hat, um den Fußgängertunnel zu verfüllen.

Quelle: ttr/Archiv

Dresden. Gegen die geplante Verfüllung des Tunnels am Neustädter Markt regt sich Widerstand. Die Stadt hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass sie einen Förderbescheid über rund 657000 Euro vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr erhalten hat, um den Fußgängertunnel zu verfüllen.

Mit der Zuschüttung des Tunnels falle vor allem ein Platz in der Innenstadt weg, den Jugendliche und junge Erwachsene als Treffpunkt für sich genutzt haben, kritisiert Dieter Wolfer vom Verein Treberhilfe. „Gerade in den kalten Monaten eignet sich der Platz für Skater und Longboarder als Anlaufpunkt, an dem sie auch ein wenig unter sich sein können.“

Auch die Neustädter Ortsbeirätin Kristin Hofmann (Die Linke) ärgert sich. „Es ist doch absurd, dass in Zeiten, in denen die Neustadt über Auto-Freiheit debattiert, die einzige emissionsfreie Querung der Neustadt zugeschüttet werden soll. Hier müssen die Stadträte zu einer Einigung zum Wohle der Nutzer kommen, die den Tunnel täglich nutzen und ihn endlich wieder passieren wollen.“ Die Ortsbeirätin argumentiert, eine deutliche Mehrheit spreche sich gegen die Zuschüttung aus. Der Tunnel müsse endlich saniert und für die Nutzung wieder freigegeben werden. „Dies verstehe ich auch als deutliches Signal in Richtung der Grünen für eine fußgängerfreundliche Stadt“, so Hofmann in Richtung der grünen Stadtratsfraktion.

Die Grünen brachten im Stadtrat den Antrag zur Verfüllung ein. „Wir haben für die Zuschüttung gestimmt, da wir dazu Mittel aus den Maßnahmen für die Beseitigung der Hochwasserschäden 2013 nutzen können. Außerdem droht die Unterführung bei jedem neuen Hochwasser erneut zuzulaufen und das wiederum würde wieder Geld kosten“, so Grünen-Stadtrat Thomas Löser. Das zur Verfügung gestellte Geld soll in eine oberirdische Querung investiert werden, die nach Angaben von Löser am „Nadelöhr“ Neustädter Markt dringend nötig sei. Vor allem für gehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer sei eine oberirdische Querung besser zu bewältigen als der Tunnel.

Auch die SPD-Fraktion sieht Verbesserungsbedarf bei der Querung vom Neustädter Markt zur Augustusbrücke, setzt sich aber sowohl für eine Sanierung des Tunnels als auch für eine zusätzlich oberirdische Querung ein. "Sollte beides nicht möglich sein, hat für uns der Erhalt des Tunnels Priorität. Er bietet für alle Verkehrsteilnehmer die beste Lösung, da Fußgänger und Radfahrer unabhängig vom Autoverkehr auf die andere Straßenseite kommen können ohne an einer Ampel aufgehalten zu werden“, argumentiert SPD-Neustadt-Stadtrat Vincent Drews.

Linken-Stadträtin Jacqueline Muth sieht in der Sanierung der Unterführung die preiswerteste und effektivste Möglichkeit, „die barrierefreie Querung für Fuß- und Radverkehr zu verbessern.“  Die Verfüllung sei aus ihrer Sicht ein Planungsvorgriff auf den perspektivisch geplanten Umbau des Neustädter Marktes. Hier sei noch alles offen. „Auch als architekturhistorisches Bauwerk halte ich den Tunnel am Neustädter Markt für unbedingt erhaltenswert“, so Muth.

Ein Stadtratsbeschluss sieht vor, oberirdisch eine Möglichkeit zu schaffen, um die Köpckestraße zu überqueren. Laut Antrag sollen die Arbeiten Ende 2016 abgeschlossen sein. Bereits vor dem Hochwasser 2013 gab es Überlegungen, den Tunnel zu schließen, um Altstadt und Neustadt besser zu verbinden.

Julia Vollmer

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