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Dresdner Initiative zur FES-Studie: „Das Problem rechtsextremer Einstellungen ist nicht beseitigt“

Dresdner Initiative zur FES-Studie: „Das Problem rechtsextremer Einstellungen ist nicht beseitigt“

Rechtsextremes Gedankengut fällt einer Studie zufolge in Deutschland immer mehr auf fruchtbaren Boden. Nach einer von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung am Montag vorgelegten Untersuchung haben inzwischen 9 Prozent der Bevölkerung ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild.

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Christian Demuth von der Dresdner Initiative Bürger.Courage. (Archivbild)

Quelle: Dominik Brüggemann

In Ostdeutschland sei in dieser Hinsicht ein massiver Anstieg zu verzeichnen. Dort sei der Anteil derjenigen mit rechtem Gedankengut von 10,5 Prozent im Jahr 2010 auf jetzt 15,8 Prozent gewachsen. Im Westen ging dagegen der Anteil von 7,6 auf 7,3 Prozent etwas zurück.Mit 25,1 Prozent in ganz Deutschland sei Ausländerfeindlichkeit die am weitesten verbreitete rechtsextreme Position, schreiben die Autoren.

Christian Demuth, Vorsitzender der Dresdner Initiative Bürger.Courage, teilte mit: „Die Studie zeigt erneut: Wir haben ein grundsätzliches Problem mit Rassismus und Menschenfeindlichkeit, in West-, aber gerade auch in Ostdeutschland. Mit Blick auf Sachsen scheine zwar die NPD derzeit einen Niedergang zu erleben. Doch das Problem rechtsextremer Einstellungen sei damit nicht beseitigt, so Demuth.

Die Studie zeige zudem, dass die zunehmende soziale Spaltung die Menschen gegeneinander aufhetze. "Seit Jahren zeigen die Studien einen Zusammenhang zwischen der sozialen Spaltung und zunehmender Menschenfeindlichkeit. Wenn Menschen etwa immer stärker in die Kategorien „nützlich“ und „nicht nützlich“ eingeteilt würden, sei es nicht überraschend, dass Feindseligkeit gegen Menschen zunimmt, so Demuth.

Während in Westdeutschland jeder Fünfte eine solche Einstellung habe, seien es im Osten inzwischen 39 Prozent, so die Studie. In der jungen Altersgruppe (14 bis 30 Jahre) wiesen die Ostdeutschen anders als in früheren Befragungen bei der Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur oder der Verharmlosung des Nationalsozialismus inzwischen sogar höhere Werte auf als bei den über 60-Jährigen.Antisemitismus ist demnach bei rund jedem elften Bundesbürger deutlich ausgeprägt.

Anders als früher sei bei den Ostdeutschen Judenfeindlichkeit inzwischen stärker ausgeprägt als bei Westdeutschen, heißt es weiter. Diese Einstellung sei am weitesten unter Rentnern verbreitet. Vorurteile gegen Ausländer hätten am häufigsten Arbeitslose.

Zugleich ist den Forschern zufolge aber auch die grundsätzliche Zufriedenheit mit der Demokratie im Vergleich zu anderen Staatsformen mit fast 95 Prozent (West: 95,5, Ost: 92,1) unverändert hoch. Diese Zustimmung hänge jedoch eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung zusammen, hieß es. Der Anteil derjenigen, die ihre eigene Lage positiv sähen, wachse seit 2006 in Ost und West. Bundesweit sieht sich demnach mehr als die Hälfte gut bis sehr gut gestellt.Die Untersuchung „Die Mitte im Umbruch“ über rechtsextreme Einstellungen wird seit 2006 alle zwei Jahre aktualisiert vorgelegt

dpa/dbr

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