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Dresdner Gruppe von Amnesty International startet Briefmarathon

Dresdner Gruppe von Amnesty International startet Briefmarathon

Sabine Dresler ist eine von drei Millionen Mitgliedern der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, deren Zentrale in London ansässig ist. Aber auch in den deutschen Großstädten ist fast überall eine Ortsgruppe zu finden - so auch in Dresden.

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Sabine Dresler

"Wir existieren seit 22 Jahren und haben derzeit 16 Mitglieder", berichtet Dresler. Amnesty International engagiert sich für Opfer von Menschenrechtsverletzungen und für die Freilassung von politischen Gefangenen, die aufgrund ihrer freien Meinungsäußerung inhaftiert wurden, sowie gegen Folter und Todesstrafe, Unterdrückung und Willkür. Grundlage für die Arbeit der Organisation ist die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte, die durch die Vereinten Nationen im Jahr 1948 verabschiedet wurde.

Der Tag dieser Unterzeichnung jährt sich heute. Deswegen startete die Organisation gestern und noch bis zum 17. Dezember einen sogenannten Briefmarathon. "Allein im vergangenen Jahr wurden 1,4 Millionen Appellschreiben aus 78 Ländern an die Regierungen geschickt, die Urheber von Menschenrechtsverletzungen sind", erklärt Dresler. Mit Hilfe des Briefmarathons sammeln innerhalb der acht Tage alle Amnesty-Mitglieder weltweit Unterschriften. Der Fokus liegt dabei immer auf fünf Einzelschickalen.

Dieses Jahr setzten sich die Menschenrechtler unter anderem für den chinesischen Rechtsanwalt Gao Zhisheng ein. Dieser zähle in China zu den prominentesten Menschenrechtsverteidigern. Wegen seines Engagements wurde er gefoltert, unter Hausarrest gestellt, verschleppt und monatelang an geheimen Orten festgehalten. Derzeit ist der 48-jährige in einem abgelegten Gefängnis im Nordwesten des Landes inhaftiert. "Mit unserer Unterschriftensammlung wollen wir die Menschen dazu bewegen, sich für andere einzusetzen. In Deutschland werden die Menschenrechte eigentlich gut umgesetzt, aber es gibt genug Länder, in denen man nur wegen einer Meinungsäußerung ins Gefängnis gesteckt wird", berichtet Dresler.

Am Jorge-Gomondai Platz in der Dresdner Neustadt sammelte die 32-jährige deswegen gestern Unterschriften. "Die Dresdner brauchen nicht viel tun. Der Brief mit unseren Forderungen ist fertig vorgedruckt. Das einzige was wir benötigen, ist die Unterschrift", fügt die studierte Historikerin hinzu.

Ihre ehrenamtliche Arbeit betreibt Dresler mit größtem Engagement. Mit der Dresdner Ortsgruppe konnte sie auch schon erste Erfolge verzeichnen. Mit der Gründung im Jahr 1990 übernahmen die Mitglieder den Fall des Yu Dongyue aus China, ein Anhänger der Demokratiebewegung gegen das Regime von Mao Zedongs. Die freie Meinungsäußerung machte ihn zum politischen Gefangenen und brachte ihm 20 Jahre Haftstrafe ein. Die Dresdner Gruppe betreute ihn bis zu seiner vorzeitigen Haftentlassung 2006 nach 17 Jahren. "Selbst 17 Jahre sind hart für einen Menschen, aber immerhin konnten wir ihm drei weitere ersparen", berichtet Dresler. Man müsse einfach nur genügend öffentlichen Druck auf die Regierungen ausüben.

Neben der Gruppe um Sabine Dresler gibt es in Dresden aber auch noch eine Hochschulgruppe der TU Dresden, die sich regelmäßig über neue Mitglieder freuen kann. Auch sie beteiligt sich am Briefmarathon, um die Rechte der Menschen zu sichern.

Treff der Dresdner Gruppe von "Amnesty International" jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat, 19 Uhr im ökumenischen Informationszentrum, Kreuzstr. 7

Zur Unterschriftensammlung des Brief- marathon gelangt man auch online auf www.amnesty.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.12.2012

Nadine Steinmann

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