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Dresdner Bündnis Nazifrei bekommt Demokratiepreis

Dresdner Bündnis Nazifrei bekommt Demokratiepreis

Das Bündnis „Nazifrei – Dresden stellt sich quer!“ und der Leipziger Initiativkreis „Menschen.Würdig“ haben den Sächsischen Förderpreis für Demokratie gewonnen.

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Auch das ist eine Aktion des Bündnisses: Andreas Kahrs vom Bündnis Nazifrei vor der ersten Station des Mahnganges „Täterspuren“: der Villa des einstigen Gauleiters Martin Mutschmann auf der Comeniusstraße. (Archivbild)

Quelle: Carola Fritzsche

„Wir freuen uns sehr“, jubelte Bündnis-Nazifrei-Sprecher Silvio Lang nach der Vergabe am Freitagabend. Die Preisverleihung sei eine Anerkennung für die in den letzten Jahren geleistete Arbeit.

Das Dresdner Bündnis entstand im Oktober 2009 aus dem Umfeld von Antifa-Gruppen, die mehrere Initiativen für eine Blockade der Neonazi-Aufmärsche zum 13. Februar, dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens, gewinnen wollten. Zuletzt hat es die Organisation geschafft, Parteien und deren Jugendverbände, kleine Initiativen, Gewerkschaften, Einzelpersonen, mitunter auch kirchliche Initiativen für die gemeinsame Arbeit zu engagieren.

Im Februar 2012 hätte man so mit mehr als 12.000 beteiligten Menschen den Aufmarsch der Rechtsextremen verhindern können, so die Initiative in einer Selbstauskunft. „Wir verstehen uns als relativ großes Bündnis, das spektrenübergreifend arbeitet“, sagte Lang.

„Die Verleihung zeigt, dass sich zivilgesellschaftliches Engagement lohnt und anerkannt wird, auch wenn wir es nicht darauf angelegt haben“, sagte Sprecher Lang. Die 5.000 Euro Preisgeld werde man in die neue Kampagne stecken, womit die Gegenaktionen zum Neonazi-Aufmarsch am 13. Februar 2013 gemeint sind. Ansonsten finanziert sich das Bündnis über die beteiligten Organisationen und Spenden.

Das Bündnis Nazifrei setze sich „ungeachtet der fortgesetzten Kriminalisierungsversuche durch die Staatsregierung und mangelnder Unterstützung durch Vertreter der Bundesregierung mit viel Engagement und langem Atem gegen die jährlichen Neonazi-Aufmärche in Dresden ein“, lobten Grüne-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar und der Landtagsabgeordnete Miro Jennerjahn (Grüne) in einer gemeinsamen Erklärung die Wahl. Der SPD-Landtagsabgeordnete Henning Homan hält die beiden prämierten Initiativen für „herausragende Beispiele für erfolgreiches zivilgesellschaftliches Engagement“.

Die Tendenz, dass die Neonazis infolge der erfolgreichen Blockade langsam von Dresden ablassen und die angeblich größten Aufmärsche von Rechtsextremen sich in eine andere Stadt verlagern, sieht Lang jedoch nicht. „Sicher ist es so, dass unsere Erfolge nicht positiv für die Neonazis waren“, sagte er. Aber der 13. Februar in Dresden werde auch weiterhin ein wichtiges Datum für die Rechtsextremen sein, schon allein weil die NPD Sachsen als ihre Hochburg ansehe.

Der Förderpreis für Demokratie wurde zum zweiten Mal gemeinsam von der Amadeu Antonio Stiftung, der Freudenberg Stiftung und der Sebastian Cobler Stiftung vergeben. Er wurde ins Leben gerufen, nachdem ein unter Beteiligung vom Freistaat vergebener Demokratiepreis in die Kritik geraten war. Dieser verlangte von den Preisträgern, dass sie eine Extremismusklausel unterzeichnen. „Die gibt es beim neuen Preis nicht – sonst hätten wir ihn nicht angenommen“, sagt Nazifrei-Sprecher Lang.

Acht weitere Initiativen wurden bei der Preisvergabe mit einer Anerkennung ausgezeichnet, die mit 1.000 Euro dotiert ist. Zu den gewürdigten gehören das Fanprojekt Dresden und die Radioinitiative Dresden.

Uwe Hofmann

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