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Dresdens neue starke Frau: Ursula Gefrerer wird Stadtwerke-Chefin

Dresdens neue starke Frau: Ursula Gefrerer wird Stadtwerke-Chefin

Zwei gehen, drei kommen. So sieht es die Ausschreibung der Geschäftsführerposten für die Technischen Werke Dresden (TWD), Dresdner Stadtwerke (Drewag) und Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) vor.

TWD-Arbeitsdirektor und DVB-Vorstand Hans-Jürgen Credé geht im September in den Ruhestand, Dresdens mächtigster Mann Reiner Zieschank im Dezember. Er ist TWD-Geschäftsführer, Drewag-Geschäftsführer und DVB-Vorstand in Personalunion.

Diese Konzentration von Ämtern in einer Hand wird in der Ausschreibung aufgelöst: Gesucht werden erstens ein Drewag-Geschäftsführer, der gleichzeitig TWD-Geschäftsführer ist, zweitens ein DVB-Vorstand und TWD-Geschäftsführer sowie drittens ein DVB-Vorstand und TWD-Geschäftsführer mit dem Schwerpunkt Betrieb und Personal.

Für Position 1 gab es 14 Bewerbungen, für Job Nummer 2 acht und für die dritte Stelle zwölf. Sehr schnell wurde öffentlich, dass sich Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) für Drewag- und TWD-Geschäftsführung beworben hat. Rot-Grün-Rot (RGR) hat die Mehrheit im Stadtrat übernommen, die Aussicht auf Weiterbeschäftigung ist für den Finanzbürgermeister eher unsicher.

Da war es schon ein Affront, dass Vorjohanns Name in der Öffentlichkeit kursierte. Postwendend tönte Linke-Stadtratsfraktionsvorsitzender André Schollbach, eher werde Gregor Gysi Bundeskanzler als Vorjohann Drewag-Geschäftsführer. Schollbach sollte recht behalten, auch wenn er nicht im Personalausschuss für TWD, Drewag und DVB sitzt: Vorjohann durfte sich in dem Gremium zwar vorstellen, wurde aber auf Rang drei gesetzt. Was eher nicht daran liegt, dass er keine Ahnung von Zahlen hat.

Einstimmige Siegerin war Ursulua Gefrerer, 60 Jahre alt, Finanzexpertin der TWD. Einstimmig fiel das Votum für Gefrerer auch deshalb aus, weil die Vorsitzende des Personalausschusses, Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), ausgerechnet in dem Moment einen wichtigen Termin hatte, als die Geschäftsführerstelle erörtert wurde. Vorjohann soll einigermaßen verwundert darüber gewesen sein.

Einstimmig votierte der Personalausschuss auch dafür, den DVB-Manager Andreas Hemmersbach mit der zweiten ausgeschriebenen Aufgabe zu betrauen. Der 47-Jährige soll viele Vorschusslorbeeren erhalten und sich in Anwesenheit der OB gegen seine Mitbewerber durchgesetzt haben.

Auf Position drei sollen die Arbeitnehmer-Vertreter im Personalausschuss Anspruch erhoben haben. Das hat Tradition, auch Credé war einst von der Gewerkschaft vorgeschlagen worden. Dem Personalausschuss wurde ein 55-jähriger Verdi-Sekretär aus Berlin als Bewerber Nummer eins präsentiert. Der Mann soll aber eine - vorsichtig formuliert - wenig souveräne Vorstellung geboten haben und wurde ein zweites Mal eingeladen. Die Bewerber auf Position zwei und drei dagegen hätten fachlich überzeugt, hieß es.

Zwischen den Vorstellungsrunden soll Verdi-Boss Frank Bsirske persönlich Einfluss genommen und Arbeitnehmer-Vertreter im Personalausschuss angerufen haben. Wenn das stimmen sollte, würde es zeigen, welch hohen Stellenwert die Dresdner Unternehmen in Gewerkschaftskreisen genießen. Die Fürsprache - so es sie gegeben hat - nützte indes nichts. Auch in Runde zwei soll der Gewerkschafter alles andere als eingeschlagen haben.

Eine unangenehme Situation für die Arbeitnehmer, denn Nummer 2 und 3 sind Bewerber aus der Wirtschaft. Deshalb ist eine Neuausschreibung der Stelle im Gespräch, um doch noch einen Gewerkschafter in Stellung bringen zu können. Das würde aber zwei geeignete Bewerber vor den Kopf stoßen.

Der Arbeitsdirektor ist nicht die einzige offene Baustelle. Sollte Gefrerer zur Geschäftsführerin ernannt werden, würde sie gleichzeitig in den Vorstand des Energieversorgers Enso aufrücken. Der Enso-Aufsichtsrat ist in die Personalentscheidung bisher aber gar nicht involviert worden. Am 12. März treffen sich die Enso-Aufsichtsräte zu einer Sondersitzung. Sie werden wohl eine scharfe Protestnote gegen die Personalauswahl formulieren. Dass ausgerechnet Vorjohann Enso-Aufsichtsratsvorsitzender ist, verleiht dem Ganzen eine pikante Note.

Am 16. März tagen die Aufsichtsräte von TWD und DVB. Dann sollen die Personalentscheidungen getroffen werden. Oder auch nicht. Nach DNN-Informationen gibt es inzwischen auch Bestrebungen, wieder drei Vorstände bei den DVB zu installieren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.03.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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