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Dresdens Baubürgermeister nimmt Globus-Entscheid mangels Mehrheiten von der Stadtrat-Agenda

Dresdens Baubürgermeister nimmt Globus-Entscheid mangels Mehrheiten von der Stadtrat-Agenda

Nach langem politischem Hin und Her sollte am Donnerstag der Stadtrat über die Ansiedlung des SB-Handelshauses Globus auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofes entscheiden.

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Hier will Globus ein großes Warenhaus errichten.

Quelle: Madeleine Arndt

Doch nach zwei Gutachten, die dem Vorhaben schlechte Karten bescherten, sowie bröckelnden Mehrheiten im Stadtrat zog Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) das Thema nun kurzfristig von der Agenda zurück.

Der Ausschlag für den vorläufigen Rückzug soll nach Angaben des baupolitischen Sprechers der Grünen im Dresdner Stadtrat, Thomas Löser, direkt von Globus gekommen sein, da man dort angesichts der unsicheren Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat das Aus für die Pläne fürchte. "Dennoch wird das Thema die Dresdner Politik wohl noch eine ganze Weile beschäftigen", vermutete Löser im Gespräch mit DNN-Online. Denn Baubürgermeister Marx könne es dem Stadtrat jederzeit wieder zum Beschluss vorlegen. "Vermutlich wird man jetzt auf Zeit spielen und die Rahmenbedingungen für die Grundlagen des Gutachtens verändern", so Löser.

Zwei dieser Gutachten waren zuletzt unabhängig voneinander zu dem Schluss gekommen, dass eine Ansiedlung von Globus zwischen der Neustadt und Pieschen die gewachsene Handelsstruktur im unmittelbaren Umfeld beschädigen würde und zeigten dem Projekt die rote Karte. Das Unternehmen will am Alten Leipziger Bahnhof auf insgesamt rund 12.000 Quadratmetern für 30 Millionen Euro eine Einkaufslandschaft mit Supermarkt sowie Stellplätze errichten (DNN berichteten).

Innderhalb der politischen Landschaft könnte das Projekt umstrittener nicht sein. Selbst innerhalb von CDU und FDP hatten sich zuletzt Stimmen gegen das Vorhaben gehäuft. Zünglein an der Waage seien aber die Linken gewesen, bei denen eine knappe Mehrheit von sieben Stimmen gegen die Pläne fünf Enthaltungen gegenüberstehe, so Löser. "Mit diesen fünf Enthaltungen hätte es jedoch eine knappe Mehrheit für Globus im Stadtrat geben können."

Dabei war das Gutachten der Hamburger Beratungsfirma Lademann und Partner seinerzeit hauptsächlich auf Initiative der Linksfraktion zustande gekommen. Darin wurden die drei zur Debatte stehenden Standorte für neue Einkaufszentren - Postgelände, DVB-Hochaus am Albertplatz und der Alte Leipziger Bahnhof - miteinander verglichen. Mit dem Ergebnis, dass einzig das Konzept für das DVB-Hochhaus akzeptabel sei. "Einige linke Abgeordnete wollen sich aber jetzt diesem Ergebnis nicht beugen", kritisiert der baupolitische Sprecher der Grünen.

Als "politisch gescheitert" bewertete Löser die Versuche einiger CDU-Abgeordneten, das Lademann-Gutachten zu diskreditieren. Globus vertrete ein Konzept aus den 90er-Jahren, das auf Verdrängung lokaler Einzelhandelsstrukturen und autogerechtes Einkaufen setze. "Es ist zu begrüßen, dass der Mehrzahl der Stadträten von CDU und FDP die Interessen ihrer Stadtteile wichtiger sind als Profitinteressen eines Unternehmens", so Löser.

Jane Jannke

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