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Dresden zahlt Tagesmüttern Krankengeld

Dresden zahlt Tagesmüttern Krankengeld

Die Dresdner Tagesmütter und -väter bekommen höhere Honorare und können künftig zudem bis zu 14 bezahlte Krankheitstage nehmen. Das sieht die neue "Richtlinie Tagespflege" vor, die der Jugendhilfeausschuss abgenickt und dem Stadtrat zum Beschluss weitergeleitet hat.

Demnach können sich die Frauen und Männer, die sich - als Alternative zur Krippenbetreuung - tagsüber daheim um jeweils bis zu fünf Kleinkinder anderer Familien kümmern, zum Jahresende über eine kleine Extra-Ausschüttung freuen: Sie bekommen rückwirkend ab Mai 2012 eine 3,5-prozentige Honorar-Erhöhung ausgezahlt. Künftig werden ihre Entgelte an die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst gekoppelt, was heißt: Handeln die Gewerkschaften für Kindergärtnerinnen höhere Löhne aus, werden die Tagesmütter-Honorare automatisch entsprechend erhöht.

Das Tagespflegeangebot wurde in den vergangenen Jahren in Dresden stark ausgebaut. Mittlerweile gibt es 350 Tagesmütter und -väter in Dresden (Stand: September 2012), das sind neun mehr als im Vorjahr. Sie halten 1606 Plätze (Vorjahr: 1542) für Kinder im Alter bis zu drei Jahren bereit. Die Tagespflege macht damit rund 20 Prozent der gesamten Kleinkinder-Betreuung aus. Dabei ist dieser freie Beruf weitgehend in Frauenhand: Die Männerquote liegt bei rund fünf Prozent.

Wer sein Kind in die sogenannte "Tagespflege" statt eine Krippe gibt, bezahlt den gleichen Eltern-Beitrag wie in einer Kita. Die Tagesmütter und -väter selbst bekommen von der Stadt pro Kind und Monat 461 Euro (acht Stunden pro Tag) beziehungsweise 519 Euro (neun Stunden). Zudem beteiligt sich die Stadt an der Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung der Frauen und Männer, gibt 200 Euro pro Jahr für Spielzeug und Fortbildung. Außerdem haben die Tagesmütter und -väter Anspruch auf 26 bezahlte Urlaubstage - die Kinder werden in dieser Zeit bei anderen Tagespflegern oder in einer Krippe betreut.

Neu ist nun eine großzügigere Krankheitsregelung: Statt sich privat (und meist recht teuer) gegen solche Fälle zu versichern, können die Tagesmütter und -väter künftig bis zu zwei Wochen lang eine Honorarfortzahlung erhalten, wenn sie krank werden - und dies ab dem ersten Tag.

Dass die Stadt in puncto Honorar und Krankengeld noch mal drauflegt, liegt auch daran, dass die Tagespflege inzwischen zu einer wichtigen Säule in der Kleinkinderbetreuung geworden ist: Einerseits lindern diese Plätze den Krippen-Engpass, andererseits haben die Eltern eben auch eine Alternative zur Kita-Betreuung. Nach anfänglicher Skepsis der Dresdner Elternschaft erfreut sich dieses Alternativmodell zunehmender Akzeptanz. Die kleineren Kindergruppen bei Tagesmüttern, aber auch die Möglichkeiten für individuelle Absprachen sehen viele Mütter und Väter als Vorteil. Heiko Weckbrodt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.12.2012

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