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Dresden will Sporthallen nicht mehr als reguläre Asylunterkunft nutzen

Dresden will Sporthallen nicht mehr als reguläre Asylunterkunft nutzen

Die Stadt will vorerst für die reguläre Unterbringung von Asylbewerbern keine Turnhallen mehr nutzen, die für den Schul- oder Vereinssport genutzt werden. Das kündigte Bürgermeister Peter Lames (SPD) nach Angaben aus Teilnehmerkreisen am Donnerstagabend im Sportausschuss an.

Quelle: Archiv

Dresden. Die Stadt will vorerst für die reguläre Unterbringung von Asylbewerbern keine Turnhallen mehr nutzen, die für den Schul- oder Vereinssport genutzt werden. Das kündigte Bürgermeister Peter Lames (SPD) nach Angaben aus Teilnehmerkreisen am Donnerstagabend im Sportausschuss an. Der Schulbetrieb werde nicht beeinträchtigt. Für Vereine, die durch die Nutzung ihrer Sporthallen für Asylsuchende derzeit Einschränkungen hinnehmen müssten, würden, wenn nicht schon geschehen, Alternativen gesucht.

Die Stadt hatte vor zehn Tagen kurzfristig vier Sporthallen für die Unterbringung von Flüchtlingen in Beschlag genommen. Seinerzeit war mit einem Bedarf an Quartieren für 500 eilig unterzubringende Menschen gerechnet worden. Turnhallen seien die einzige Möglichkeit, kurzfristig und relativ unkompliziert eine Unterkunft für die Asylsuchenden bereit zu stellen, hieß es. Betroffen waren die Turnhallen in der Ginsterstraße, am Terrassenufer und in der Schleiermacherstraße. In der Thäterstraße scheiterte eine Nutzung an Protesten. Oberbürgermeister Dirk Hilbert warb um Verständnis bei den Vereinen. „Auch die umliegenden Anwohnerinnen und Anwohner bitte ich, diese kurzfristige Handlung zu entschuldigen. Wir müssen in schwierigen Zeiten kurzfristige Lösungen finden und schnell handeln“, erklärt der FDP-Politiker.

Dresden nimmt mehr Flüchtlinge auf - um sie unterzubringen, werden vier Turnhallen umfunktioniert.

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Die Debatte spitzte sich zu, als die Stadt ankündigte, ein ungenutztes Schulgebäude und eine Turnhalle auf der Boxberger Straße künftig für die Unterbringung von Asylbewerbern zu nutzen. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein Ausweichstandort für Schulen, in denen gebaut wird. Aktuell ist dort die 89. Grundschule einquartiert. Die Sanitäranlagen in der Turnhalle sollten auch von Asylbewerbern genutzt werden.

Am Donnerstag teilte Lames in einer Presseerklärung mit, dass die 89. Grundschule in ein Schulgebäude am Terrassenufer umziehen werde. Für die Asylbewerber in der dortigen Turnhalle sucht die Stadt eine Alternative. Für die auf der Boxberger Straße geplante Asylunterkunft sollen mobile Sanitäranlagen beschafft werden, damit die Nutzung der Turnhalle dafür nicht notwendig ist. „Durch die fremdenfeindlichen, bedrohlichen und gewalttätigen Vorkommnisse der letzten Tage, die durch nichts zu rechtfertigen sind, hatten viele Eltern Sorge um das Wohl ihrer Kinder. Darauf haben wir reagiert“, erklärte Lames.

Wie es im Ausschuss hieß, sollen Turnhallen nun bis auf weiteres nicht mehr genutzt werden, wenn nicht außergewöhnliche Dinge die Situation völlig verändern. Als Notfallvariante könne es aber nicht ausgeschlossen werden, hieß es. Intensiv werde bei privaten Anbietern die Quartiersuche fortgesetzt. In diesem Zusammenhang habe es im Ausschuss verschiedene kritische Stimmen gegeben, ob der frühere Sportstättenchef Sven Mania aufgrund seines Führungsstils der richtige Mann für die Koordinierung der Quartiersuche ist. Er ist direkt von OB Hilbert dafür eingesetzt worden.

Künftig soll auch die Kommunikation mit der Bevölkerung verbessert werden. Von verschiedener Seite sei im Ausschuss festgestellt worden, dass die Bürger verständnisbereiter sind, wenn sie rechtzeitig informiert würden. Seitens der Verwaltung wurde jedoch auch darauf verwiesen, dass bei der Vielzahl von geprüften Einrichtungen, von denen viele schnell ausgeschlossen wurden, bei einer noch früheren Information der Öffentlichkeit viel unnötige Unruhe ausgelöst worden wäre.

Ingolf Pleil

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