Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° Regen

Navigation:
Google+
Dresden setzt Stadtratsbeschluss nicht um - Baugemeinschaft fühlt sich verschaukelt

Dresden setzt Stadtratsbeschluss nicht um - Baugemeinschaft fühlt sich verschaukelt

Sie sind jung, erfolgreich und brauchen das Geld. Doreen Schenk, Elke Rücker, Peter von Ruthendorf-Przewoski und Doreen Oehmichen sehen eine Zukunft in Dresden.

Voriger Artikel
Gerechte Löhne und soziale Sicherheit – 1. Mai-Kundgebung in Dresden
Nächster Artikel
Plötzlich 14,7 Prozent : Piraten segeln in Dresden auf Sympathiewelle

Doreen Schenk, Elke Rücker, Peter von Ruthendorf-Przewoski und Doreen Oehmichen sind eine Baugemeinschaft und wollen ein Grundstück kaufen.

Quelle: Carola Fritzsche

Von Katrin Tominski

Sie möchten hier bleiben.Nicht wegziehen. Wie andere, die der Arbeit wegen die Stadt verlassen haben. Für Kinder und Eltern möchten sie ein verlässliches Heim bauen. Für die Ewigkeit. In einer Baugemeinschaft. Das ist günstiger, nachhaltiger und familiärer als anonymes Mietwohntum. Gemeinsam sind wir stark, war ihr gemeinsamer Gedanke. Die Finanzplanung stand, die Zukunft war besprochen und nun droht alles zu scheitern.

Doch was ist geschehen? Die Stadt Dresden hat auf Antrag der Grünen am 25. Januar beschlossen, geeignete Grundstücke für Baugemeinschaften bis zu zwei Jahre zu reservieren. Als Vorbilder sollen Berlin und Hamburg dienen - Hamburg verkauft ein Fünftel der zu veräußernden öffentlichen Liegenschaften an Baugemeinschaften. Ziel der Grünen war es, Baugemeinschaften und innerstädtisches Wohnen zu fördern. "Der Vorteil liegt auf der Hand", sagt Thomas Löser, Grünen-Stadtrat. "Durch qualitätsvolles und individuelles Bauen leisten Baugemeinschaften einen Beitrag zur Baukultur." Die Wohnungseigentümer würden sich zudem stark mit der Stadt und ihrem Wohnumfeld identifizieren und sich dementsprechend engagieren. Der Stadtrat stimmte dem Antrag der Grünen zu. So weit die Theorie.

Doreen Schenk, Elke Rücker, Peter von Ruthendorf-Przewoski und Doreen Oehmichen witterten ihre Chance. Zusammen mit sechs weiteren Interessenten gründeten sie innerhalb kürzester Zeit eine zehnköpfige Baugemeinschaft und gaben ein gemeinsames Gebot für ein Grundstück in der Alfred-Schrapel-Straße 3/5 ab. Die Praxis sah jedoch anders aus. Das öffentliche Grundstück auf Johannstädter Flur wurde zwar im Amtsblatt ausgeschrieben, jedoch nicht reserviert. Das kann Stadtrat Thomas Löser nicht verstehen: "Warum wird der Stadtratsbeschluss nicht umgesetzt?", fragt Löser. Es sei verständlich, dass die Verwaltung Zeit brauche, doch vom Beschluss bis zur Ausschreibung seien zwei Monate vergangen. "Zu diesem Zeitpunkt waren die Vorbereitungen für die Ausschreibung schon abgeschlossen und eine Berücksichtigung des Beschlusses leider nicht möglich", heißt es von Seiten der Stadt.

Über 300 000 Euro ist die Baugemeinschaft bereit, für das Grundstück auf der Alfred-Schrapel-Straße zu zahlen, um dort ein Haus mit zehn eigenen Wohnungen zu bauen. Etwa drei Millionen Euro haben die jungen Dresdner veranschlagt. Viel Geld, aber etwa 20 Prozent günstiger als eine Eigentumswohnung von einem anderen Bauherren zu erwerben, sagen sie.

Das Grundstück wird nach Prüfung der Angebote jetzt an den Höchstbietenden vergeben. Nach Aussage der Stadt haben sich bereits mehrere Bewerber gemeldet. Die Chance, dass die Baugemeinschaft mit Bewerbern des freien Marktes konkurrieren kann, ist gering. "Das Bauland hätte reserviert werden müssen", kritisiert Löser. Die Stadt wiegelt ab: "Die Prüfung, welche Grundstücke für eine solche Reservierung tatsächlich geeignet sind, muss im laufenden Prozess der Verwaltung noch vertieft werden", heißt es aus dem Rathaus. Konkrete Baugrundstücke seien nicht Beschlussgegenstand gewesen.

Auf eigene Anfrage erfahren die jungen Dresdner, vorerst noch inoffiziell, dass die Stadt bereits Verhandlungen aufgenommen hat - allerdings mit einem anderen Bieter. Seit vielen Jahren leben sie nun in der Johannstadt. Doch Eigentum im heimischen Stadtteil hat sich für die jungen Investoren scheinbar erst einmal erledigt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.05.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadtpolitik
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.