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Dresden muss 6,6 Millionen für Erziehungshilfe nachschießen

Dresden muss 6,6 Millionen für Erziehungshilfe nachschießen

Weil Dresden wächst und es auch immer mehr drogensüchtige, psychisch kranke und überforderte Eltern gibt, muss die Stadt rund 6,6 Millionen Euro mehr in die Erziehungshilfe hineinpumpen als geplant: Statt zunächst kalkulierter 37,4 Millionen Euro werden die "Erzieherischen Hilfen" für Problemfamilien in diesem Jahr voraussichtlich knapp 44 Millionen Euro kosten.

Das hat Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) dem Jugendhilfeausschuss eröffnet. Um das Defizit zu decken, will er Geld innerhalb seines Dezernats abknapsen.

Damit setzt Dresden einen Trend fort, der sich seit Jahren abzeichnete: Die Erziehungshilfen werden in Summe immer teurer und der Haushaltsplan dadurch regelmäßig über den Haufen geworfen. Nicht nur CDU-Stadtrat Patrick Schreiber zeigte sich verblüfft bis erbost: "Man sollte endlich aufhören, sich bei den Haushaltsplanungen so in die Taschen zu lügen", kritisierte er mit Blick auf die unrealistischen Budgetansätze von gestern und heute. Denn auch für 2013 sind nur knapp 44 Millionen Euro eingeplant, obwohl Seidel bereits erneut steigende Hilfeausgaben ankündigte.

Neben dem simplen Umstand, dass Dresden wächst, hat sein Geschäftsbereich auch einige spezielle Ursachen für die Kostenexplosion ausgemacht. So werden zunehmend junge Schwangere und Mütter vorstellig, die nie einen Schulabschluss geschafft haben und schon als Jugendliche von Ämtern betreut werden mussten - und nun keine Chance sehen, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Dies zieht eine verstärkte Nachfrage für Plätze in Mutter-Kind-Wohngruppen nach sich.

Auch hat das einstige "Westproblem" Drogensucht Dresden inzwischen überrollt: Vor allem junge Männer werfen sich synthetische Rauschmittel wie "Crystal" ein und dann läuft's in der jungen Familie schief. Des Weiteren suchen immer mehr Einwander-Familien die Beratungsstellen auf, weil ihre Kinder zum Beispiel mit dem neuen Lebensumfeld nicht klar kommen. hw

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.10.2012

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