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Dresden ändert Gedenken zum 17. Juni – Rechte planen Aufzug in der Stadt

Dresden ändert Gedenken zum 17. Juni – Rechte planen Aufzug in der Stadt

Nach der Kritik in den Vorjahren ändert die Stadtverwaltung in diesem Jahr das Gedenken an den Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni. Statt einer kurzen Rede am Panzerketten-Denkmal auf dem Postplatz, das in den letzten Jahren immer wieder von Rechten vereinnahmt wurde, gibt es in diesem Jahr einen Festakt in der Dreikönigskirche mit anschließendem Stadtrundgang.

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Bei der Gedenkzeremonie zum 17. Juni 1953 in Dresden sprach BM Lehmann (CDU) klare Worte gegen Rechtsextreme aus.

Quelle: Dominik Brüggemann

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung die Erinnerung an den Volksaufstand erneuern“, erklärte Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU). „Wir würdigen zum 60. Jahrestag den Mut der Dresdnerinnen und Dresdner, die damals für die Freiheit auf die Straße gegangen sind. Gleichzeitig treten wir damit auch denjenigen entgegen, die dieses Erbe für ihre menschenverachtende Ideologie missbrauchen.“ Orosz weiter: „Mit der Veranstaltung geht die Stadt einen neuen Weg in der Erinnerungskultur. Auch zu anderen Gelegenheiten wollen wir in Zukunft neue Formate entwickeln und ausprobieren.“

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Am 17. Juni 2012 versammelten sich nach der offiziellen Kranzniederlegung rund 200 Neonazis am Panzerkettendenkmal in Dresden.

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In der Dreikönigskirche spricht neben Kulturbürgermeister Ralf Lunau auch Krysztof Ruchniewicz, Direktor des Willy-Brandt-Zentrums im polnischen Wroclaw. Der anschließende Spaziergang führt vom Goldenen Reiter über Schloss,- Theater- und Postplatz zum Zwinger und zum Landtag. Dort haben alle Teilnehmer dann auch die Möglichkeit, die Ausstellung „Die DDR – Zwischen Repression und Widerspruch" zu besuchen.

Unterdessen ist der 17. Juni 1953 für Rechtsextreme in diesem Jahr erneut Anlass für einen Aufmarsch in der Stadt. Wie Ralf Lübs, Leiter des Dresdner Ordnungsamtes, auf DNN-Anfrage bestätigte, sind für den kommenden Montag mehrere Veranstaltungen angekündigt worden, darunter wie schon in den vergangenen Jahren wieder ein Aufzug Rechter.Unbestätigten Angaben zufolge handelt es sich um insgesamt etwa fünf Versammlungen, darunter auch die offizielle Gedenkveranstaltung, die vom Büro der Oberbürgermeisterin geplant wird. Genaue Angaben machte die Stadtverwaltung bislang nicht.

Das Bündnis „Dresden 17. Juni – Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch“ ruft zu Aktionen gegen die Rechten auf. „Die Gedenkpolitik der Stadt darf an keinem Datum eine Einladung für Naziaufmärsche sein“, sagte Manuel Bergmann, Sprecher des Bündnisses. Er erklärte, von den Aktionen des Bündnisses solle keine Eskalation ausgehen.

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Dieses Jahr ist die Polizei erneut mit einem Großaufgebot vor Ort.

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Die Polizei richtet sich auf einen größeren Einsatz am Montag ein. Wie viele Beamte daran mitwirken werden, wollte Polizeisprecherin Jana Ulbricht nicht sagen. Sie wies allerdings auf die Zahlen aus dem vergangenen Jahr hin. Damals waren am 17. Juni rund 900 Beamten dabei, als es galt, mehrere Veranstaltungen abzusichern. An zwei Kundgebungen im Stadtzentrum nahmen damals nach Angaben der Beamten rund 300 Personen teil, außerdem fanden mehrere kleinere Versammlungen statt.

Die CDU-Fraktion startete bereits vergangene Woche begleitend zu den städtischen Veranstaltungen eine Postkarten-Aktion. Damit wolle man vornehmlich jüngere Leute ansprechen, sagte Sebastian Kieslich, Sprecher für Erinnerungskultur. "Wir wollen den 17. Juni als Tag der Erinnerung etablieren", so Kieslich. Denn die Stadt benötige neben dem 13. Februar auch positiv besetzte Erinnerungstage. Die Postkarten, beschriftet mit den Forderungen der Demonstrierenden von 1953, liegen überall in der Stadt aus, zum Beispiel in der Scheune oder im Kulturrathaus.

Damit soll Aufmerksamkeit gewonnen werden. "Die vergangenen Veranstaltungen der Stadt wurden nicht so gut angenommen", berichtet Kieslich. Zum Gedenken am Panzerketten-Mahnmal versammelten sich in den letzten Jahren nur wenige Politiker, Mitglieder der Stadtverwaltung und ein paar Zeitzeugen. Das soll nun anders werden. Ob die Postkartenaktion der richtige Weg ist, muss sich noch herausstellen. "Wer nichts macht, macht nichts verkehrt", so Kieslich. "Wir machen etwas. Es wird sich zeigen, wie die Aktion ankommt." Die Kosten für die 11.500 Postkarten belaufen sich laut seinen Angaben auf rund 3000 Euro.

cs / fs / sl

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