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Dresden-Gedenken: Dynamo-Fans in die Menschenkette!

Dresden-Gedenken: Dynamo-Fans in die Menschenkette!

Die Spieler, alle Mitarbeiter und die Vertreter der Gremien des Profifußballclubs Dynamo Dresden unterstützen den Aufruf von Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) zur Men- schenkette am 13. Februar.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Der Verein ruft seine Fans und Sympathisanten dazu auf, sich an der Menschenkette zu beteiligen.

"Welches Ausmaß rechtsextremistische Gewalttaten in Deutschland erreicht haben, mussten wir in den vergangenen Monaten mit Erschrecken erfahren. Alltagsrassismus und nationalsozialistische Parolen sind der Nährboden für Terror und Gewalt in unserer Gesellschaft", erklärte Vereinssprecher Henry Buschmann. "Das werden wir in Dresden nicht unwidersprochen hinnehmen." Der Verein unterstütze alle Initiativen und Organisationen in der Landeshauptstadt, die sich für Frieden, Demokratie und Menschenrechte engagieren und zum friedlichen und gewaltfreien Widerstand gegen Rechtsextremismus aufrufen.

"Rechtsextreme Gewalttaten und Ideologien dürfen weder im deutschen Fußball noch anderswo in unserer Gesellschaft eine Plattform bekommen. Nehmen Sie mit uns gemeinsam an der Menschenkette teil und halten Sie sich bitte an die Auflagen der Veranstaltung", appelliert Dynamo-Präsident Andreas Ritter an die Fans. Am 13. Februar würden sich die Verantwortlichen mit den Dynamo-Anhängern um 16.45 Uhr am Parkplatz P2 am Stadion in der Lennéstraße treffen. Von dort aus werden sich Spieler, Gremienvertreter, Mitarbeiter und Fans gemeinsam zur Auftaktkundgebung für die Menschenkette vor dem Rathaus begeben, so Buschmann.

Der Diözesanrat des Bistums Dresden-Meißen hat die katholischen Christen Dresdens dazu aufgerufen, sich an den Aktionen der Arbeitsgruppe 13. Februar der Landeshauptstadt Dresden zu beteiligen. "Wir empfehlen den christlichen Gemeinden, am 13. Februar Mahnwachen im öffentlichen Raum vor den Kirchen durchzuführen und diese bei der Polizei anzumelden", sagte gestern Nikolaus Legutke, der Vorsitzende der höchsten Vertretung der Laien im Bistum.

Offiziell unterstütze die katholische Kirche Blockaden von rechtsextremen Aufzügen nicht, so Legutke. Er persönlich respektiere aber jeden, der sich Rechtsextremisten in den Weg stelle, so der Diözesanratsvorsitzende. "Das ist eine Gewissensentscheidung jedes einzelnen Menschen, der eine größere Wertschätzung entgegengebracht werden müsste." Seiner Auffassung nach müsste das Recht auf "Gewissensfreiheit" der Blockierer gegen das Recht auf Versammlungsfreiheit der Rechtsextremen abgewogen werden. "Friedlicher Protest darf nicht kriminalisiert werden. Polizei, Justiz und Verwaltung sollten enger zusammenarbeiten", forderte Legutke.

Der Rechtsextremismus sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen, auch in den Kirchgemeinden gebe es latente rechtsextreme und antisemitische Einstellungen. "Dagegen müssen sich alle Christen zur Wehr setzen. Wir dürfen nicht immer fragen, was wir gegen Linksextremismus tun, wenn wir über Maßnahmen gegen Rechts reden. Wir müssen den Rechtsextremismus als eigenständiges Problem erkennen."

Rechtsextremes Gedankengut stünde dem christlichen Glauben diametral entgegen. Deshalb sei es wichtig, dass die Christen am 13. und auch am 18. Februar deutliche Zeichen setzen würden. "Wir laden im Rahmen der Ökumene alle Menschen christlichen Glaubens ein, für die Opfer der Bombenangriffe zu beten."

ab 10 Uhr - Frauenkirche geöffnet

15 Uhr - Gedenken an die Opfer des 13. Februar 1945 auf dem Heidefriedhof (Bustransfer zum Heidefriedhof und zurück: Abfahrt 14 Uhr Rathaus, Kreuzstraße; 13.45 Uhr Tolkewitz, Haltestelle Kretschmerstraße; 14.15 Uhr Albertplatz, DVB-Hochhaus, 14.15 Uhr Rathaus Cotta, Haltestelle Altcotta; 13.45 Uhr Pirnaer Landstraße, Haltestelle Altleuben)

15 Uhr - Gedenkveranstaltung der Evangelischen Kirche und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Johannisfriedhof, Wehlener Straße 13, Gedenkrede: Prof. Werner Patzelt (TU Dresden), Lesung von Schülern der 88. Mittelschule

17 Uhr - Auftakt für die Menschenkette am Rathaus mit der Rede des amtierenden Oberbürgermeisters Dirk Hilbert (FDP)

18 Uhr - Die Menschenkette schließt sich um die Dresdner Innenstadt.

18 Uhr - Angelusgebet mit Bischof Joachim Reinelt an den Stolpersteinen vor der Kathedrale, Schlossplatz

18 Uhr - Abendandacht mit Zeitzeugen des 13. Februars, Frauenkirche

18.15 Uhr - Gedenkgottesdienst in der Kathedrale mit Bischof Joachim Reinelt

18.15 Uhr - Dresdner Gedenkweg, Neumarkt

18.30 Uhr - Aktion "Zehntausend Kerzen für Dresden" auf dem Neumarkt

19 Uhr - Andacht mit Pfarrer i. R. Nikolaus Krause in der Trinitatiskirchruine, Trinitatisplatz

19.30 Uhr - Friedensgebet mit Pfarrerin Beate Damm in der Weinbergskirche Trachenberge

20.30 Uhr - Ökumenischer Gottesdienst mit Pfarrer Friedrich Schorlemmer in der Kreuzkirche

21.30 Uhr - Stilles Gedenken an der Gedenktafel des ehemaligen "Judenlagers Hellerberge", Radeburger Straße

21.45 Uhr - Geläut aller Glocken der Dresdner Kirchen

ab 22 Uhr - Nacht der Stille an der Frauenkirche, Wachen und Beten für die Überwindung von Rassismus, Krieg und Gewalt in der Frauenkirche

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.02.2012

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