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Die unbekannten OB-Kandidaten

Die unbekannten OB-Kandidaten

OB-Kandidat Thomas Kissinger hat noch einen schweren Weg bis zur erlösenden Zahl 240 vor sich: „Am Montag, den 13.04.15 betrug die Anzahl gültiger Unterstützungsunterschriften genau 1“, sagt Tobias Jäkel, der sich für Kissinger um Pressearbeit und Onlinekampagne kümmert.

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OB-Kandidatin Lara Liqueur (Die Partei).

Quelle: Dominik Brüggemann

TU-Ingenieur Kissinger und sein Helferteam wollen künftig „verstärkt online, vorrangig im Facebook, Themen und Inhalten diskutieren. Ebenso ist angedacht, die Leute in der Stadt direkt über den Kandidaten zu informieren und Fragen vor Ort zu beantworten.“ Außerdem planen sie einen zentralen Termin für die Abgabe der Unterstützungsunterschriften. Ein konkreter Termin stehe aber noch nicht fest.  

Die Partei plant Sternlauf

Die Partei Die Partei mit ihrer OB-Kandidatin Lara Liqueur ist nach eigenen Angaben dem Ziel von 240 Unterstützer-Unterschriften wesentlich näher. „Wir sind davon überzeugt, die Unterschriften schon bald zusammen zu haben“, so Die Partei-Landesvater Steffen Retzlaff gegenüber DNN-Online. Am kommenden Donnerstag plant die Partei deshalb einen Sternlauf durch die Innenstadt, bei dem letzte Unterstützer zur Liste gebracht werden sollen. Unterstützung seitens der Piratenpartei bleibt unterdessen aus. Im Rahmen ihrer ständigen Mitgliederversammlung  habe man sich entschieden, Eva-Maria Stange (SPD) zu unterstützen. „Sie erhielt 70 Prozent der abgegebenen Stimmen. Auf Platz 2 kam Lara Liqueur“, teilte die Piratenpartei am Donnerstag mit.    

No Budget

Auch Tobias Tanneberger, den laut eigener (augenzwinkernder) Aussage schon das „ob“ in seinem Namen für den Stadtchef-Posten qualifiziert, ist schon viel weiter: Er kann sich derzeit über etwa 70 Unterstützerunterschriften freuen. Er habe gerade „von ein paar ’Netzwerkern’ per Handschlag versprochen bekommen, dass die 240 geschafft werden“, so der promovierte Historiker gegenüber DNN-Online. Auch in die Dresdner Studenten setzt Tanneberger große Hoffnung, schließlich habe das Semester soeben begonnen. Bei öffentlichen Workshops feilt der 38-Jährige mit Studierenden oder auch lokalen Künstlern wie Olaf Schubert an der Vision für das zukünftige Dresden und seinem eigenen Konzept. Bereits mehrfach stand der rappende Doktor am Donnerstagnachmittag auf dem Postplatz, um bei Livemusik, Kaffee und Brötchen für sich zu werben – zum nächsten Mal am 23. April. „Und alles immer noch no budget“, also ohne Banner, Flyer oder sonstige Werbeausgaben, ist Tanneberger stolz. „Nur mit Leuten, die von sich aus zu mir kommen und mich unterstützen wollen.“  

Lockmittel: Eisessen am Postplatz

Für Samuel Fink alias Rumpelkopf haben bislang rund 50 Personen unterschrieben. Zwar funktionierten seine verteilten Flyer super, sagt der Kassetten-DJ, aber es sei schwierig, die Leute zu einem Gang zum Wahlamt zu bewegen. „Wir setzen auf die Dynamik, die langsam ins Rollen kommt, also darauf, dass die Leute merken: Es ist nicht mehr so viel Zeit“, sagt Fink. Damit bis 11. Mai noch die erforderlichen 240 Signaturen zusammenkommen, plant der 30-Jährige für den kommenden Dienstag ein Eisessen am Postplatz und am 2. Mai „eine riesengroße Fatsche im Bautzner Tor“. Zu dem Abend mit Musik von der Bühne und vom Band „erwarten wir uns großen Zulauf“, sagt der DJ und hofft auf einen anschließenden Fan-Ansturm aufs Büro der AG Wahlvorschläge.

OB-Kandidat Ronny Winkler sagte auf Anfrage von DNN-Online: „Ehrlich gesagt bin ich nicht der Typ um Menschen zu überreden und mir ihre Unterstützer-Unterschrift zu geben. Die Dresdner halten ihr Schicksal selbst in der Hand.“ So gebe es nur zwei Varianten für die Dresdner. „Sie lassen sich von der Politikern weiter belügen oder sie gehen mit mir als ihrem OB einen neuen Weg“, gibt sich Winkler selbstbewusst. Er möchte jedoch niemanden mit Lügen und leeren Versprechungen locken.

Tanja Tröger und Dominik Brüggemann

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