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Die AfD ist den meisten Dresdnern „eher unsympathisch“

DNN-Barometer Die AfD ist den meisten Dresdnern „eher unsympathisch“

Ein Jahr vor der Bundestagswahl herrscht bei vielen Dresdner Unzufriedenheit über die Bundespolitik der letzten Jahre. Im aktuellen DNN-Barometer schneiden SPD und CDU dennoch mit guten Sympathie-Werten ab, die AfD stößt auf breite Ablehnung.

Wie üblich bei Bundestagswahlen wird es auch 2017 für jeden Wähler zwei Stimmen geben.

Quelle: LVZ

Dresden. Im kommenden Jahr, irgendwann zwischen dem 23. August und dem 22. Oktober, wählen die Deutschen den nächsten Bundestag. Der genaue Termin steht noch gar nicht fest, da wirft das Ereignis schon seine langen Schatten voraus. Die Parteien nominieren ihre Kandidaten und die Wähler können sich Gedanken über ihre Wahlentscheidung machen.

Das Ergebnis des Urnengangs darf mit Spannung erwartet werden, denn die Stimmung zumindest unter den Dresdnern ist nicht besonders gut. 61 Prozent der Einwohner in der Landeshauptstadt würden der Meinung widersprechen, die Bundespolitik wäre in den letzten Jahren alles in allem erfolgreich gewesen. Das geht aus dem aktuellen DNN-Barometer hervor, für das vom Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden 509 repräsentativ ausgewählte Dresdner Ende September im Auftrag der DNN befragt worden sind. 31 Prozent der Dresdner würden sagen, dass die Bundespolitik in den letzte Jahren erfolgreich war, acht Prozent wissen nicht, wie sie antworten sollen.

Dabei ist es nicht so, dass die Dresdner grundsätzlich kein gutes Haar an der Politik lassen. Wenn jemand meint, die Kommunalpolitik in Dresden sei in den letzten Jahren erfolgreich gewesen, würden lediglich 36 Prozent der Einwohner widersprechen, 45 Prozent teilen diese Ansicht, allerdings sind hier 19 Prozent unentschlossen und geben keine Bewertung ab.

Obwohl die letzten Monate zweifellos vor allem durch die Flüchtlingssituation bestimmt waren, rangiert bei den wichtigsten Themen die „Bildung“ mit 51 Prozent an vorderster Stelle. Dicht gefolgt von den Themen „Asyl und Integration“ (45 Prozent) sowie „Soziale Gerechtigkeit“ (44 Prozent). Mit einem schon größeren Abstand rangieren dahinter „Innere Sicherheit“ (36 Prozent), „Rente“ (31), Umwelt (23) und Wirtschaft (20 Prozent). Fast schon abgeschlagen reihen sich „Außenpolitik“ (18 Prozent) und selbst „Arbeitslosigkeit“ (17 Prozent) erst dahinter ein.

Trotz ausgeprägter Unzufriedenheit an der von einer Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD bestimmten Bundespolitik rechnen die meisten diesen Parteien auch im kommenden Jahr die größten Siegeschancen zu. 51 Prozent der Dresdner glauben, CDU/CSU erhalten die meisten Stimmen, 23 Prozent glauben an einen Wahlsieg der SPD. Zwei beziehungsweise sechs Prozent glauben, Linke beziehungsweise AfD könnten sich als Sieger feiern lassen. Allen anderen Parteien werden keine Chancen auf den Wahlsieg zugeschrieben. 2013 hatte die Union (41,5 Prozent) vor SPD (25,7), Linke (8,6), Grüne (8,4), FDP (4,8) und AfD (4,7 Prozent) gelegen.

Viel hängt bei der Wahlentscheidung natürlich von der Sympathie gegenüber einer Partei und ihren Politikern ab. Auf die höchsten Werte kommt da in Dresden derzeit die SPD mit 56 Prozent der Wähler, die die Sozialdemokraten für sympathisch halten. Dahinter rangieren CDU (48 Prozent), Grüne (47), Linke (44 Prozent) und die FDP mit 30 Prozent. Die AfD bringt es in der Umfrage dagegen nur auf einen Anteil von 14 Prozent, der die Partei als „eher sympathisch“ bewertet. 75 Prozent stufen die AfD dagegen als „eher unsympathisch“ ein. Dahinter stehen grundsätzliche Bedenken gegenüber dieser Gruppierung. 20 Prozent der Dresdner halten die AfD für eine normale demokratische Partei, aber 75 Prozent der Einwohner haben daran Zweifel. Offenbar können viele jedoch einer Denkzettelwahl einiges abgewinnen. So erklären 55 Prozent der Dresdner, sie fänden es gut, wenn die AfD ein gutes Ergebnis erzielt, weil das die anderen Parteien zum Nachdenken bringen würde. Und 58 Prozent der Dresdner meinen, man müsse mit der AfD verhandeln und eventuell sogar zusammenarbeiten. 18 Prozent empfehlen, sie politisch zu bekämpfen, 21 Prozent raten den anderen Parteien, sich gar nicht darum zu kümmern.

Von Ingolf Pleil

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