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Die 18-jährige Claudia Lenk ist bei der Bundestagswahl nicht nur Erstwählerin, sondern auch Wahlhelferin

Die 18-jährige Claudia Lenk ist bei der Bundestagswahl nicht nur Erstwählerin, sondern auch Wahlhelferin

Zum ersten Mal wählen, zum ersten Mal "wählen helfen". Claudia Lenk ist 18 und kann beides. Macht sie auch. Sie gibt ihre Stimme zur Bundestagswahl im gleichen Ortsbüro ab, wo sie später als Wahlhelferin arbeitet.

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Könnte doch eine spaßige Sache sein, bei einer Wahl zu helfen, findet die Dresdnerin Claudia Lenk. Gemeinsam mit ihrer Schwester sitzt sie deshalb am Wahlsonntag in demselben Wahlbüro, in dem sie auch zum ersten Mal ihre Stimme abgeben wird.

Quelle: Carola Fritzsche

"Auf die Idee hat mich meine Schwester gebracht", erzählt die Abiturientin des Kreuzgymnasiums. "Sie hat mir einen Link zur Anmeldung geschickt und meinte, dass es doch eine spaßige Sache wäre, wenn wir das zusammen machen." Außerdem sei es interessant mal zu sehen, wie so ein Wahltag abläuft, findet die 18-Jährige. Zwei Monate ist es bereits her, dass Claudia im Internet ein Protokoll ausgefüllt und dort ihren Wunsch-Einsatzort eingetragen hat. Ein paar Wochen später trudelte das OK von der Arbeitsgruppe Wahlhelfer ein.

Am 22. September sitzt und hilft Claudia mit ihrer großen Schwester nun in ein und demselben Wahlbüro. 7.30 Uhr geht's los mit einer Einweisung für alle Freiwilligen. Bis 18 Uhr schlüpft die Erst-Wählerin dann in ihre Rolle als Beisitzerin: darauf achten, dass nur eine Person in die Kabine geht und dort kein Schläfchen hält, aufpassen, dass immer ein Kugelschreiber bereit liegt und kontrollieren, dass die Person, die auf der Wahlbenachrichtigung steht auch wirklich die ist, die vor ihr steht. Am Ende darf sie dann gespannt sein, was bei der Stimmenauszählung passiert. Aber ganz so sicher ist sie da noch nicht. "Vielleicht schicken sie uns ja auch schon eher nach Hause. Das kann passieren. So schlimm wäre das jetzt auch nicht", meint die Schülerin.

Sie selbst sei politisch sehr interessiert. Ursprünglich wollte Claudia auch mal in diese Richtung studieren, hat sich aber doch für die Tourismus- und Hotellerie-Branche entschieden. Was bleibt, ist das Verlangen, eine mündliche Prüfung im Fach Gesellschaft-Recht-Wirtschaft abzulegen. Im Unterricht hätte der Kurs Anfang des Schuljahres auch kurz über die Bundestagswahl informiert, nun gehe es jedoch weiter im Lehrplan. "Unsere Lehrerin hat uns damals den Tipp gegeben, den Wahl-O-Mat auszuprobieren und das habe ich dann gemacht", berichtet Claudia. Allerdings ist sie auch nach dessen Benutzung immer noch unschlüssig, wen sie nun wählt. Das Hilfsmittel zur Entscheidungsfindung habe aber schon repräsentiert, was die Schülerin so denkt.

Vor allem in den Pausen diskutieren sie und ihre Mitschüler über alles, was mit der Wahl zu tun hat: Ob Unterhaltungen über Wahlplakate, Gekicher über Wahlspots oder das Testen des Wahl-O-Mats als sinnvoller Zeitvertreib während des Unterrichts via Smartphone - zur Zeit scheinen alle politisch interessiert und auch bestens informiert. Sogar die nicht volljährigen Schüler wollen wissen, welche Partei ihnen das Informations-Spielchen am Ende ausspuckt, stellt Claudia fest. "Als 18-Jähriger ist es sehr aufregend, das erste Mal wählen zu dürfen. Ich kenne eigentlich niemanden in meinem Alter, der nicht geht", erklärt sie. Im Internet informiere sie sich in den Wahlprogrammen über die Inhalte oder liest in der Zeitung, was wichtig für sie als angehende Studentin sein könnte. Besonders nahe liegt da natürlich der Wunsch nach der Abschaffung der Studiengebühren. "Ich bin auch gegen eine Maut auf Autobahnen", sagt sie. Vor allem diese zwei Punkte habe sich Claudia in den Partei-Programmen angesehen, um herauszufinden, wer denn nun ihre Interessen am meisten unterstützt. Zu Hause sei Politik ebenfalls ein Thema über das sie sich mit ihren Eltern austauscht. "Ich denke, ich habe da auf jeden Fall meine eigenen, jüngeren Ansichten und lasse mich da nicht von meinen Eltern beeinflussen."

Insgesamt sind am Wahlsonntag 2900 Wahlhelfer in Dresden im Einsatz. Ähnlich wie Claudia werden die meisten Wahlhelfer-Erstis in der Regel als Beisitzer eingesetzt. Davon gibt es dann vier bis fünf pro Wahlbezirk. Mit ein bisschen mehr Erfahrung steht dann auch der Einsatz als Vorsitzender oder dessen Stellvertreter zur Auswahl. "Das halte ich mir noch offen", gibt Claudia zu verstehen, "mal sehen, was mich am 22. September dann tatsächlich erwartet." Je nach Funktion und Einsatz erhält jeder Wahlhelfer am Ende ein sogenanntes "Erfrischungsgeld" zwischen 20 und 50 Euro. Das sei aber nebensächlich. "Meine Schwester hat das, glaube ich, beiläufig erwähnt. Wieviel das genau sein wird, weiß ich aber nicht." Claudia gehe es schließlich darum, den Ablauf einer Wahl genau kennenzulernen und ihr erstes Mal Kreuzchen-Setzen zu etwas ganz Besonderem zu machen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.09.2013

Laura Thiele

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