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Der Dresdner-Akademikerball soll ohne rechte Burschenschaften stattfinden – Stura zweifelt

Der Dresdner-Akademikerball soll ohne rechte Burschenschaften stattfinden – Stura zweifelt

Die Veranstalter des Dresdner Akademikerballs, der vor drei Jahren durch die Gesellschaft zur Förderung Studentischer Kultur (GFSK) aus der Taufe gehoben wurde, laden in diesem Jahr die als rechtsextrem eingestuften Burschenschaften des Dachverbandes Deutsche Burschenschaften aus.

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Das Ballhaus Watzke in Dresden-Pieschen beherbert auch in diesem Jahr den Dresdner Akademikerball

Quelle: Archiv

Die Tanzveranstaltung will sich so ihres rechten Schmuddelimage entledigen.

Der Ball, der am 25. Oktober im Ballhaus Watzke stattfindet, zog in der Vergangenheit mehrfach Protest von Links und der Studentenschaft auf sich. Der Grund: Die schicke Tanzveranstaltung zieht ein tendenziell rechtskonservatives Publikum an, das teilweise im deutschen Burschenschafts- und Verbindungsspektrum verortet werden kann. So waren in den vergangen Jahren beispielsweise der rechtspopulistische Publizist Felix Menzel aus Chemnitz, der sich selbst als "neurechts" einordnet, zu Gast auf dem Ball, wie auch Mitglieder mehrerer Burschenschaften, die sich unter dem Dachverband Deutsche Burschenschaften organisieren – so zum Beispiel die Dresdner Vereinigungen Cheruskia und Salamandria.

Mit der bereits vollzogenen Abkehr zahlreicher deutscher Burschenschaften von dem als rechtsextrem geltenden Dachverband, wie auch von den österreichischen Burschenschaften und Verbindungen scheint sich nun auch die Politik des GFSK gewandelt zu haben. „Wir als Organisatoren des Dresdner Akademikerballs wollen ein deutliches Zeichen setzen, dass rechtsextreme und verfassungsfeindliche Gesinnungen genauso wie solche aus dem linksextremen Spektrum keinen Platz auf unserem Ball haben und wir einer Politisierung unserer Veranstaltung entschieden entgegentreten“, teilte der Vorsitzende Ralf Prescher in einer Pressemitteilung mit.

Die GFSK vollzieht damit eine Kehrtwende. Noch im vergangenen Jahr wurde beispielsweise die Dresdner Cheruskia-Burschenschaft auf der Homepage des Verbandes noch verteidigt. Heute dient der Extremismusvorwurf als Ausladungsgrund. Auf diesen Widerspruch angesprochen, verweist Prescher auf die Entwicklung, die bundesweit im Burschenschaftsspektrum stattgefunden hat und sich nun in dieser „symbolischen“ Ausladung manifestiert.

Der Studentenrat der TU, der sich in den vergangenen Jahren aktiv gegen den Ball gestellt hat, nimmt der GFSK die guten Absichten nicht ab und stellt die Aussage, dass Mitglieder der Cheruskia nicht mehr am Ball teilnehmen werden, in Frage. „Das Ausladen der rechts-konservativen Burschenschaften, welche im Verband der Deutschen Burschenschaften Mitglied sind, betrachten wir als einen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings wird die Cheruskia zumindest nach unseren Informationen nicht ausgeladen. Aufgrund dieser Faktenlage erscheint dem Referat politische Bildung des Sturas der TU Dresden die Erklärung der GFSK, dass, „rechtsextreme und verfassungsfeindliche Gesinnungen“ keinen Platz auf dem Ball haben, daher weiterhin zweifelhaft“, so der politische Referent des Sturas, Holger Herzberg.

Hauke Heuer

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