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DNN-Barometer zur Dresdner Oberbürgermeister-Wahl: Ulbig hat einen schweren Stand

DNN-Barometer zur Dresdner Oberbürgermeister-Wahl: Ulbig hat einen schweren Stand

Die CDU hat am Montag die heiße Phase des Wahlkampfs gestartet (DNN berichteten). Mit enormem personellen und finanziellen Aufwand wollen die Christdemokraten die Dresdner davon überzeugen, dass ihr Kandidat Markus Ulbig an die Stadtspitze gehört.

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Quelle: Grafik:Eylert

Wie sehr das nottut, zeigt das aktuelle DNN-Barometer, für das das Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden 511 repräsentativ ausgewählte Dresdner im Februar befragt hat. Zu diesem Zeitpunkt standen erst drei OB-Kandidaten fest, die AfD hatte sich noch nicht positioniert. Deshalb konnte AfD-Kandidat Stefan Vogel im Barometer keine Berücksichtigung finden.

Zuerst die gute Nachricht für Ulbig: 66 Prozent der Befragten kennen ihn. Im August 2014 lag der Wert noch bei 54 Prozent, da hat sich etwas getan. Allerdings: Ulbig ist als Innenminister für die Unterbringung von Asylbewerbern zuständig. Da hagelte es in den vergangenen Wochen beständig Schlagzeilen, aber eher keine positiven.

Mit seinem Bekanntheitsgrad hängt Ulbig die unabhängigen Mitbewerber Dirk Hilbert (FDP) und Eva-Maria Stange (SPD) ab. 63 Prozent der Befragten kennen den Wirtschaftsbürgermeister, nur 53 Prozent die Kandidatin der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit (RGR). Auch Stange hat ihren Bekanntheitsgrad signifikant verbessert, im August 2014 lag er noch bei 46 Prozent. Hilbert legte einen Prozentpunkt zu. Der Bekanntheitsgrad von Alt-Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) liegt bei 82 Prozent. Alt-OB Ingolf Roßberg (FDP) kennen 79 Prozent, an Vorgänger Herbert Wagner (CDU) erinnern sich noch 67 Prozent.

Jetzt wird es bitter für den CDU-Bewerber: Auf die Frage, ob sie den entsprechenden Kandidaten als geeignet für das Amt des Oberbürgermeisters halten, stimmen bei Ulbig nur 28 Prozent zu, während 54 Prozent meinen: Der Innenminister ist nicht geeignet. Hier liegt Hilbert mit 49 Prozent Zustimmung hauchdünn vor Stange (48 Prozent), die Wissenschaftsministerin wird dagegen nur von 35 Prozent für ungeeignet gehalten, während es bei Hilbert 37 Prozent sind. 14 Prozent bei Hilbert, 17 Prozent bei Stange und 18 Prozent bei Ulbig gaben keine Antwort auf die Frage.

Die Aussagekraft der Antworten auf die sogenannte Sonntagsfrage (Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Wahl wäre?) ist gering. Mitstimmen durften nur die Befragten, die alle drei Kandidaten kennen - das war mit 198 eine kleine Stichprobe. Zum anderen werden noch etliche Kandidaten auf dem Stimmzettel landen und das Abstimmungsverhalten ändern.

So lässt sich eigentlich nur schlussfolgern, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit einen zweiten Wahlgang geben wird. Keiner der drei Kandidaten erreichte die absolute Mehrheit. Stange hatte die Nase mit 39 Prozent vorn, gefolgt von Hilbert mit 29 Prozent und Ulbig mit besorgniserregend niedrigen 14 Prozent. Nur ein Prozent erklärte, nicht zur Wahl gehen zu wollen. 17 Prozent wussten noch nicht, wo sie ihr Kreuz setzen werden. Falls sie zur Wahl gehen.

Welche Hausaufgaben geben die Dresdner ihrem Stadtoberhaupt auf? An erster Stelle steht der Bau von Schulen und Kitas, den 72 Prozent für sehr wichtig halten. Bezahlbares Wohnen erzielt eine Quote von 70 Prozent, gefolgt von einem ausgeglichenen Stadthaushalt (52 Prozent), der Sanierung der Straßen (51 Prozent) und der Forderung, das Angebot für sozial Schwache auszubauen (48 Prozent). Am Ende der Skala steht die stärkere Förderung von Kunst und Kultur mit 23 Prozent. Ein größeres Mitein-ander in der Stadt halten dagegen 47 Prozent für sehr wichtig.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.03.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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