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DNN-Barometer: Die SPD bleibt in Dresden weit unter ihren Möglichkeiten

DNN-Barometer: Die SPD bleibt in Dresden weit unter ihren Möglichkeiten

Wer politisch wählt, hat zunehmend nicht nur eine Partei auf dem Schirm, sondern entscheidet sich immer häufiger immer kurzfristiger zwischen mehreren Möglichkeiten.

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Von Ralf Redemund

Das sagt die politikwissenschaftliche Forschung. DNN wollten es genauer wissen und beauftragten das Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden herauszufinden, wen sich die Dresdner ganz allgemein an den politischen Schalthebeln in ihrer Heimatstadt vorstellen können. Das frappierendste Ergebnis: Die SPD bleibt in Dresden weit unter ihren Möglichkeiten.

Die Dresdner Forscher haben 510 repräsentativ ausgewählte Dresdner telefonisch befragt. Top-Partei könnte demnach in Dresden die SPD sein. Fast jeder zweite Dresdner kann sich vorstellen, die Genossen zu wählen. Bedeutet das eine Rückkehr zu den Wurzeln im einst sozialdemokratischen Stammland? Mitnichten - wie das tatsächliche Resultat der Stadtratswahl von 2009 zeigt. Dort entschieden sich an der Wahlurne letztlich nur 12,3 Prozent für die SPD. Welche Ursachen das hat, wurde von den Forschern bei der Blitzumfrage nicht ermittelt. Die Dresdner sind traditionell bildungsbürgerlich und wertkonservativ eingestellt, wenn auch mit progressiven Zügen. Mag sein, dass das politische Personal der SPD in Dresden für die potenzielle Wählerschaft nicht attraktiv genug ist. Eine Erklärung ist das letztlich nicht.

Der andere verblüffende Fakt ist: Die Piraten mischen auch in Dresden die Parteienlandschaft gehörig auf. Allerdings wachsen auch für die politischen Freibeuter die Bäume nicht in den Himmel. Sprich: Die echte Nagelprobe, die Stadtratswahl, steht noch an. Und ob dann 18 Prozent erreicht werden, ist mehr als unwahrscheinlich.

Die größte Übereinstimmung zwischen Potenzial und Realität erzielt die FDP. 2009 wählten 12,1 Prozent der Bürger die Liberalen, 2012 können sich 13 Prozent vorstellen, die FDP zu wählen. Das nennt man fast optimal erreichte Klientel - leider ohne viel Entwicklungsspielraum. Ihre Möglichkeiten schöpfen auch die Linken und die Christdemokraten gut aus. 23 Prozent könnten sich die Linken als Machthaber in Dresden vorstellen, 16,3 Prozent fuhren sie 2009 ein. Die CDU kam bei der letzten Wahl auf 31 Prozent, hat aber noch viel Luft nach oben - immerhin 46 Prozent, also auch hier beinahe jeder zweite Dresdner, können sich vorstellen, die CDU zu wählen.

Zu den großen potenziellen Kandidaten zählen neben der SPD auch die Grünen und die Freien Wähler. Für beide Gruppierungen gilt - grundsätzlich könnten sie viel mehr Bürger erreichen. Jetzt heißt es für alle Parteien, bis 2014 ein attraktives Angebotspaket für die Wähler zu schnüren, um die jeweilige Klientel optimal einzufangen und für die tatsächlichen Kreuzchen auf dem Wahlzettel zu begeistern.

Schon jetzt haben die Dresdner eine grobe Vorstellung davon, wie sich die Parteienlandschaft entwickeln wird. Die größten Chancen werden den Piraten eingeräumt. 62 Prozent der Befragten glauben, dass den Polit-Freibeutern die Zukunft gehört. Mit einigem Abstand folgen die Grünen. Fast jeder zweite Dresdner denkt, dass die Ökopolitiker künftig vermehrt das Sagen haben. Und dann kommen - oh Wunder - die Sozialdemokraten, bevor - wieder mit großer Lücke - die Freien Bürger mit viel Hoffnung in die Zukunft starten können. Die Bedeutung der anderen etablierten Parteien Linke, CDU und FDP wird als geringer werdend eingeschätzt - was nicht so kommen muss. Erfreulich aus pluralistisch-demokratischer Sicht: Die NPD bildet bei beiden Fragen das Schlusslicht. Aber auch das ist aus politikwissenschaftlicher Forschung bekannt: Gerade bei den Braunen trauen sich deren Bekenner nicht immer Farbe zu bekennen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.08.2012

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