Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Google+
CDU-Kreise: Helma Orosz hat Verzicht auf OB-Kandidatur erklärt

CDU-Kreise: Helma Orosz hat Verzicht auf OB-Kandidatur erklärt

Die Oberbürgermeisterwahl in Dresden ist 2015 der bedeutendste Urnengang in Sachsen. Nach DNN-Informationen will Amtsinhaberin Helma Orosz auf eine erneute Kandidatur verzichten - der CDU droht damit der Verlust ihrer letzten Großstadt.

Für bundesweite Aufmerksamkeit ist gesorgt.

2008 hatte Orosz sich vom damaligen CDU-Parteichef und Ministerpräsidenten Georg Milbradt für die Kandidatur gewinnen lassen. Die CDU-Politikerin, bis dahin Sozialministerin, siegte souverän. Anfang 2011 ereilte sie die Diagnose Krebs. Nach überstandener Operation kämpfte sie sich ins Amt zurück. Ob sie aber bei der Wahl im Juni 2015 wieder antritt, hat die 61-Jährige bis heute der Öffentlichkeit vorenthalten.

"Ich habe schon vor Monaten deutlich gemacht, dass ich mich Ende dieses Jahres, sicher im November, dazu positionieren werde", sagte sie im DNN-Interview vor einigen Tagen. Das ist für einen Amtsinhaber, der weitermachen will, ungewöhnlich. Nun wird jedoch klar, warum Orosz so zurückhaltend ist: Nach Informationen der DNN hat sie bereits Ende Juni gegenüber dem CDU-Landesvorsitzenden Stanislaw Tillich klargemacht, nicht für eine Kandidatur zur Verfügung zu stehen. Dies wird von unterschiedlichen Quellen aus CDU-Kreisen bestätigt, am Montag war die Personalie Thema im CDU-Präsidium.

Den Angaben aus dem Umfeld der Stadtchefin zufolge hat sich in den letzten Monaten bei Orosz ein Sinneswandel vollzogen. Im Frühjahr sei sie noch zu einer Kandidatur bereit gewesen, sofern sich ihr Gesundheitszustand nicht verschlechtert. Nach der Kommunalwahl, bei der eine linke Mehrheit im Dresdner Stadtrat zustande kam, setzte offensichtlich das Umdenken ein. Ende Juni machte Orosz am Rande des CDU-Landesparteitags reinen Tisch mit ihrem Parteichef. Kolportiert wird, Orosz habe sich gegenüber Tillich erheblich verstimmt gezeigt. Sie hätte wohl mehr Rückendeckung seitens des Mannes erwartet, der wenige Tage vor der OB-Wahl 2008 Orosz' Ziehvater Milbradt als Regierungschef ablöste. Stattdessen habe er sie mit den Problemen in Dresden jahrelang allein gelassen, werden ihr deutliche Worte zugeschrieben.

Hinter der Zurückhaltung der Oberbürgermeisterin, sich zu ihrer Zukunft zu äußern, dürfte daher vor allem Kalkül stecken. Als CDU-Kandidat ist Sachsens Innenminister Markus Ulbig im Gespräch, der in Pirna schon Oberbürgermeister war. Der Ressortchef sehne sich zwar nicht nach dem Amt. Er müsse sich aber in den Dienst der Partei stellen. Orosz' langes Zögern sollte ihn wohl davor bewahren, dass sich die Konkurrenz frühzeitig auf ihn einschießen kann.

Vor allem für Tillich ist ein Erfolg wichtig. Dresden ist bundesweit die letzte Großstadt mit mehr als 250 000 Einwohnern, die noch von einem Stadtoberhaupt mit CDU-Ticket geführt wird. Das verleiht der Abstimmung im kommenden Jahr bundesweites Gewicht. Da aber Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP) für den Fall eines Verzichts von Orosz seinen Hut bereits in den Ring geworfen hat, würde mit einem Kandidaten Ulbig das konservative Lager gespalten in die Wahl gehen.

Ingolf Pleil

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadtpolitik
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.