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Bundeswehr eröffnet Karrierezentrum in Dresden

Bundeswehr eröffnet Karrierezentrum in Dresden

Es sei absolut falsch, dass sich die Bundeswehr mit der Aussetzung der Wehrpflicht zu einer Unterschichtenarmee entwickele, sagte Oberst Martin Benzel, Chef des Stabes der 13. Panzergrenadierdivision, den Dresdner Neuesten Nachrichten.

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Martin Benzel

Dresden/Leipzig . "Die Division hatte bisher keine Probleme, Nachwuchs zu gewinnen. Noch ist das Bewerberaufkommen so hoch, dass wir die Besten auswählen können", so Benzel. Die Bundeswehr müsse sich freilich anstrengen, damit dies so bleibe.

Von Anita Kecke

Dass nun "in erster Linie Unterschichten, also vornehmlich Ostdeutsche" in die Bundeswehr kämen, sagte der an der Bundeswehr-Universität in München lehrende Historiker Michael Wolffsohn unlängst in einer Talkshow.

Angesichts dieser Aussage schüttelte Benzel den Kopf und verwies darauf, dass es 2011 bundesweit rund 9200 Bewerber für die Offizierslaufbahn gab, von denen nur jeder Sechste angenommen wurde. Mindestdurchschnitt fürs Abitur war 2,3. Weiterhin führte er an, dass die Bundeswehr für 2012 insgesamt rund 15 600 Zeitsoldaten brauche und dieser Bedarf bereits im Juni zu 70 Prozent gedeckt sei. "Wir sind sicherlich keine Unterschichtenarmee", sagte auch Major Dennis Köhler, Sprecher der in Leipzig beheimateten 13. Panzergrenadierdivision. Er führte weitere Zahlen als Beleg ins Feld. So erwartet die Bundeswehr im Juli insgesamt 1450 Freiwillige. Mehr als die Hälfte davon verfügten über die allgemeine Hochschulreife.

"Die Bundeswehr muss nicht jeden nehmen", sagte auch Hauptmann Kieron Kleinert vom Zentrum für Nachwuchsgewinnung Ost. Zwar stehe die Bundeswehr in starker Konkurrenz zur Wirtschaft, gelte aber als attraktiver Arbeitgeber, so der 35-Jährige. "Zu uns kommen Bewerber, die zwar Vollzeit arbeiten, aber recht wenig verdienen im zivilen Leben." Als Beispiele nennt er Rettungssanitäter, Krankenschwestern und auch eine Friseurin, die inzwischen Uniform tragen. "Wir müssen uns nicht verstecken, aber wir müssen uns weiter anstrengen", ist ihm bewusst angesichts der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt um die weniger werdenden jungen Leute, auch im Osten.

Ebenso differenziert sah es Birgitt König, die Leiterin der Kreiswehrersatzämter in Dresden und Leipzig; die einzigen noch verbliebenen in Sachsen, "Wir nehmen nicht jeden, der kommt. Ärzte und Psychologen führen Eignungstests durch. Der Anteil derer, die wir danach ablehnen, ist hoch, so zwischen 20 und 25 Prozent", sagte sie den DNN. Dennoch sehe es noch relativ gut aus. So konnte im Januar 2012 das Kreiswehrersatzamt Dresden den Bedarf von 61 Freiwilligen zu 100 Prozent decken. In Leipzig kamen auf 53 Stellen allerdings nur 43 Rekruten. Zum 1. Juli sollen in Dresden 64 und in Leipzig 73 freiwillig Wehrdienstleistende gewonnen werden. Noch klaffen Lücken. Aber Birgitt König ist zuversichtlich, dass in den noch verbleibenden Tagen die insgesamt 137 Männer und Frauen zusammenkommen. Der Juli-Termin werde gern von Abiturienten genutzt, um die Wartezeit bis zum Studium zu überbrücken, weiß sie aus Erfahrung. Auch sie spricht von einem guten Querschnitt der Bewerber in Sachsen. Darunter seien etwa ein Drittel Abiturienten, die anderen haben Haupt-, Real- oder Fachschulabschluss.

Jeder Vierte ist auf der Suche nach einem Job, auch wenn offiziell nur gut sechs Prozent der Bewerber als arbeitslos gemeldet sind. "Die positive wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen spüren wir in der wachsenden Konkurrenz um die jungen Leute", sagt sie. Die Bundeswehr stelle sich als Arbeitgeber darauf ein. Am 1. Dezember werde zum Beispiel in Dresden ein Karrierezentrum eröffnet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.06.2012

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