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Bürgermeister Hilbert zieht in den DNN eine Bilanz als OB-Stellvertreter

Bürgermeister Hilbert zieht in den DNN eine Bilanz als OB-Stellvertreter

Die Ungewissheit hat ein Ende. Oberbürgermeisterin (OB) Helma Orosz (58, CDU) hat verkündet, dass sie am 1. März 2012 ins Amt zurückkehrt. Ein knappes Jahr lang haben Sie die Geschicke der Stadt dirigiert, gleichzeitig Ihren Geschäftsbereich.

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Musste die an Krebs erkrankte OB Helma Orosz seit Februar vertreten: Dirk Hilbert.

Von Ralf Redemund

Die Ungewissheit hat ein Ende. Oberbürgermeisterin (OB) Helma Orosz (58, CDU) hat verkündet, dass sie am 1. März 2012 ins Amt zurückkehrt. Zum Jahresabschluss werfen die DNN zusammen mit Interims-OB und Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (40, FDP) einen Blick zurück auf ein ungewöhnliches Dresdner Jahr.

Ein knappes Jahr lang haben Sie die Geschicke der Stadt dirigiert, gleichzeitig Ihren Geschäftsbereich. Wie anstrengend war diese Doppelbelastung?

Für meine Mitarbeiter im Büro und mich selber war die Belastung merklich spürbar. Die meisten Termine in Vertretung der OB habe ich auch selber wahrgenommen, aber auch mein Kollege, der Zweite Bürgermeister Detlef Sittel (CDU), hat einen nicht unwesentlichen Teil der Termine vertreten.

Haben Sie im Rathaus gespürt, dass Sie im Gegensatz zur OB nicht direkt legitimiert sind - Frau Orosz ist vom Volk gewählt, Sie "nur" von einer Stadtratsmehrheit?

Im Rathaus, quasi im operativen Geschäft, nicht. Aber insbesondere bei Repräsentationsterminen ist man(n) "nur" der Stellvertreter. Auf Dauer wäre dies nicht gut, denn Dresden kann mit seiner sehr positiven Entwicklung eine nationale Führungsrolle übernehmen und auch international stärker ausstrahlen.

Wie haben Sie sich und die Bürgermeister die OB-Aufgaben geteilt?

Die Arbeit lief kollegial und kooperativ. Grob geschätzt habe ich ca. 50 Prozent der Aufgaben selbst erledigt, 25 Prozent Kollege Sittel und den Rest die anderen Bürgermeister-Kollegen.

Ihr "Regierungsstil" wird als effizient, entscheidungsorientiert und gnadenlos unabhängig charakterisiert, was Ihnen bei der "Opposition" (Linke, SPD) viel Beifall, aber bei CDU und FDP - Ihrer Hausmacht - viel Kritik eingebracht hat (Beispiel: Kompromisssuche zum Ausbau Königsbrücker Straße). Wie erklären Sie Ihren Führungsstil?

Ich will das Beste für Dresden erreichen und da gilt es, alle mitzunehmen und nach den überzeugendsten Lösungen zu suchen. Die Sach- und Entscheidungsorientierung kommt ja nicht von ungefähr: Wenn wir heute zu wenig Kita-Plätze haben, interessiert ja die Eltern nicht, welches Parteibuch wer hat, sondern, wie das Problem bis wann gelöst ist.

Wer sind Ihre Berater, ihre "Haupteinflüsterer"?

"Haupteinflüsterer" klingt gut (lacht). Ich höre mir eher viele Meinungen an und schätze den fachlichen Rat von Experten aus völlig verschiedenen Bereichen und Branchen. Aber es gibt natürlich auch einige Freunde von früher, Arbeitskollegen und Personen in meinem privaten Umfeld, denen ich 100-prozentig vertraue.

Was war die größte Herausforderung ... in Ihrem Geschäftsbereich?

Die Gebührenerhöhung beim Striezelmarkt war schwierig. Wir wussten auch nicht, wie die Reaktionen ausfallen würden. Aber der Stadtrat zog dankenswerterweise mit und die "geballte Faust in der Tasche" bei den Händlern dürfte heute der Freude über den wirtschaftlichen Verlauf des Striezelmarkts gewichen sein. Dann: Die Einführung der kommunalen Blaue Tonne, verbunden mit der über die Zeit nicht immer eindeutigen Rechtslage ist schon herausfordernd. Schlussendlich der Hochwasserschutz im Dresdner Osten verbunden mit der Bürgerbeteiligung sowie deren sich teilweise widersprechenden Interessen unter einen Hut zu bekommen - das war schon nicht immer einfach. Aber es ist alles gut gegangen und läuft.

... als Interims-OB?

Die Anpassung bei der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung sowie die damit einhergehende Absicherung der Kita- und Schulversorgung - das war Anlass zu großer Freude, manches Mal aber auch schweißtreibend. Auf der anderen Seite: Die Diskussionen zur Königsbrücker Straße waren nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig.

Worauf sind Sie besonders stolz?

... in Ihrem Geschäftsbereich?

Aktuell natürlich auf den Striezelmarkt, dann grundsätzlich auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt mit zahlreichen Erweiterungsinvestitionen der mittelständischen Wirtschaft, die Privatisierung der Wochenmärkte, den Luftreinhalteplan, die sehr gute Zusammenarbeit mit unseren Partnern beim Stadtfest, aber auch auf Projekte wie die Fertigstellung des Flutschutzes in der Innenstadt bzw. Friedrichstadt oder eher kleinere, aber sichtbare Vorhaben wie die Gestaltung der Grünfläche am Wettiner Platz.

... als oberster Chef der Stadt?

Die Bildungsklausur der Bürgermeister mit der einmütigen Festlegung, dem Stadtrat vorzuschlagen, 150 Millionen in Kitas und Schulen zu investieren. Dann der Beschluss zum Ausbau der Technischen Sammlungen, um diese zu einem Bildungszentrum zu entwickeln, die Unterstützung der TU Dresden bei der Bewerbung zur Exzellenz-Uni sowie den Beschluss zum Ausbau Kulturkraftwerk Mitte.

Was hätte besser laufen können?

Das sind eigentlich nur zwei Sachen: Ich halte die Entscheidung zur Königsbrücker Straße aus diversen fachlichen Gründen für falsch, aber man muss auch einmal mit Anstand und Würde verlieren können - die Entscheidung des Rates war eindeutig und ist zu respektieren. Ich hoffe, dass sich der Ausbau nicht noch weiter verzögert. Aktuell, um ehrlich zu sein, die Diskussion zur Umstrukturierung der Krankenhäuser - da läuft noch einiges unrund.

Was würden Sie im Nachhinein anders machen?

Zwei Büros parallel zu führen ist nicht gerade effizient und führt manchmal zu Kommunikationsdefiziten.

Was wünschen Sie sich 2012...

...persönlich

Mehr Zeit für und mit meiner Frau und Sohn.

...beruflich

Auf der Agenda stehen unter anderem die Umstrukturierung unsere Wirtschaftsförderungsgesellschaften, die Weiterentwicklung des Ostrageheges, die Fertigstellung des 1. Bauabschnitts Nanozentrum sowie natürlich das Energiekonzept.

...für den Stadtrat

Gemeinsames Verständnis über die Prioritätensetzung der Themen, die für die Stadtentwicklung bedeutend sind, das heißt konkret auch die Untersetzung der Ziele unserer OB.

...für ihre Fraktion/Partei FDP

Wir können uns durch unsere Arbeit noch mehr gegenseitig stärken.

Was können Sie noch anpacken, bevor die OB am 1. März zurückkommt?

So rechne ich nicht, sondern die Stadt soll so geführt werden als wäre die OB im Amt.

...für die Stadt insgesamt

Die TU und ihre Partner werden Exzellenz-Uni, im Februar sendet die Stadt mit allen demokratischen Kräften ein starkes Signal gegen Extremismus und die OB ist genesen, nimmt ihr Amt wahr und die Arbeit wieder auf. Nun aber erst einmal allen Dresdnern ein schönes Fest und alles Gute in 2012.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.12.2011

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