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Bündnis Dresden-Nazifrei lädt am 13. Februar zum Mahngang ein - mit Fokus auf die Täter des NS-Regimes

Bündnis Dresden-Nazifrei lädt am 13. Februar zum Mahngang ein - mit Fokus auf die Täter des NS-Regimes

Am 13. Februar gedenken die Dresdner der Zerstörung ihrer Stadt im Jahr 1945. Das „Bündnis Nazifrei! - Dresden stellt sich quer", in dem sich die SPD-Jugend, die Linken, die Grünen, Gewerkschaften und diverse Gruppen der Antifa-Szene engagieren, will mit einem Rundgang durch die Stadt die Aufmerksamkeit auf die Vorgeschichte dieses Tages lenken.

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Andreas Kahrs vom Bündnis Nazifrei vor der ersten Station des Mahnganges „Täterspuren“: der Villa des einstigen Gauleiters Martin Mutschmann auf der Comeniusstraße.

Quelle: Carola Fritzsche

„Uns geht es darum, den Mythos ,Unschuldiges Dresden" in Frage zu stellen. Anhand von Fakten wollen wir deutlich machen, dass Dresden sehr wohl in das Herrschaftssystem der Nazis eingebunden war", betont Dieter Gaitzsch, Mitglied der Partei Die Linke. „Dresden war die letzte noch intakte Garnisonsstadt. Hier wurden der Volkssturm und Luftwaffenhelfer ausgebildet. Dresden diente als wichtiger Verkehrsknotenpunkt zur Versorgung der Ostfront und über die Stadt lief die Deportation von Menschen. Des Weiteren gab es hier 14 oder 15 Industriestandorte, die für die Rüstung produzierten."

Der Rundgang „Täterspuren" beginnt am 13. Februar, 13 Uhr, am Comeniusplatz, ist etwa 6,5 Kilometer lang und führt bis zum Dresdner Hauptbahnhof. Erste Station ist die Villa des ehemaligen NSDAP-Gauleiters und sächsischen Ministerpräsidenten Martin Mutschmann an der Comeniusstraße 32. „Die meisten wissen heute gar nicht mehr, wer Mutschmann war und welche Rolle er zur Nazizeit spielte", argumentiert Andreas Kahrs vom Bündnis Nazifrei. „Mutschmann, der den Bau von Luftschutzkellern in Dresden vernachlässigte, für sich selbst aber in der Comeniusstraße einen Privatbunker errichten ließ, war u.a. einer der Protagonisten der Judenverfolgung in Dresden", weiß Henning Obens vom Bündnis Nazifrei, nach eigenen Angaben Historiker und Politologe.

Eine zweite „Täterspur" zeigt das Bündnis Nazifrei! an der Güntzstraße. Dort stand bis 1945 das Altersheim „Henriettenstift" der jüdischen Gemeinde. „Hier begann 1942/43 der Leidensweg jüdischer Menschen, der im Vernichtungslager Theresienstadt endete", ist auf einer Gedenktafel zu lesen. Weitere Stationen werden am 13. Februar der einstige Standort des Landgerichtsgefängnisses Mathildenstraße, die Synagoge, das Polizeipräsidium Schießgasse, das Hygienemuseum und die Bayrische Straße am Hauptbahnhof sein, wo sich einst das Gestapo-Hauptquartier befand.

Die Organisatoren rechnen am 13. Februar mit 500 Teilnehmern an ihrer Veranstaltung, die kein Stadtrundgang im herkömmlichen Sinn sein wird. „Wir haben den Rundgang als Demonstration angemeldet. Ein Lautsprecherwagen wird die Teilnehmer begleiten. Mit diesem fahren Schauspieler, die an den einzelnen Stationen Texte vortragen", so Andreas Kahrs. 2011 war die Demo nicht genehmigt worden, in diesem Jahr gab die Stadt grünes Licht. „Wir sind noch dabei, die Unrechtmäßigkeit des Verbotes im vergangenen Jahr juristisch feststellen zu lassen. Denn das ist wichtig für weitere Aktivitäten", gibt sich Kahrs kämpferisch. Am 13. Februar 2011 hatten sich trotz Verbot rund 500 Personen am Comeniusplatz zu einer Spontankundgebung eingefunden. Eine kleine Gruppe lief anschließend von der Polizei unbeachtet den Mahngang ab. Lediglich der Weg zur letzten geplanten Station am Hauptbahnhof war den Teilnehmern verwehrt worden.

Catrin Steinbach / sl

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