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Bis zu 20.000 Gegendemonstranten verhindern größtenteils friedlich den Nazi-Marsch

Bis zu 20.000 Gegendemonstranten verhindern größtenteils friedlich den Nazi-Marsch

Dresden. Mit stundenlangen Protesten haben zehntausende Menschen am Samstag in Dresden erneut einen genehmigten Aufmarsch von Rechtsextremen verhindert.

Die Nazi-Gegner sprachen von etwa 20.000 Personen, die Polizei von etwa 8000. Seit dem frühen Morgen waren zahlreiche Dresdner und Zugereiste auf den Beinen, um die vom Verwaltungsgericht kurzfristig genehmigte Demonstration der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland zu verhindern. Neben den überwiegend friedlichen Protesten trübten aber Straßenschlachten zwischen Polizei und Linksautonomen das Bild.

Laut einer Mitteilung der Polizei vom späten Samstagabend wurden bis dahin mehr als 50 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte oder Körperverletzung vorläufig festgenommen. Von etwa 200 Personen wurden die Identitäten festgestellt.

Bereits am Vormittag war das Trennungskonzept der Polizei - Nazis in der Altstadt, Gegenprotest nur auf Neustädter Seite - gescheitert. Zahlreiche Dresdner besetzten am Morgen die Marienbrücke und hielten so eine Zeitlang eine Elbbrücke offen. Zudem hatten viele Nazi-Gegner bereits in der Altstadt übernachtet, um die Polizeikontrollen zu umgehen.

Immer mehr Menschen gelangten schon am Vormittag auf das von der Polizei abgesperrte Areal. Zuerst „eroberten" die Nazi-Gegner friedlich den Münchner Platz, es folgten friedliche Sitzblockaden an der Strehlener / Franklin-Straße, an der Kaitzer Straße und der Reichenbach- / Fritz-Löffler-Straße, die von der Polizei allesamt nicht geräumt werden konnten. Politiker wie Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter oder Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (beide SPD) beteiligten sich an den Blockaden.

Zudem hatte sich am Vormittag von der Marienbrücke über den Bahnhof Mitte zum Hauptbahnhof ein weiterer Protestzug mit tausenden Teilnehmern formiert, zu denen auch Claudia Roth (Grüne) und Andre Hahn (Linke) gehörten. Am Wiener Platz gab Sänger Konstantin Wecker ein kurzes Konzert. Viele der dortigen Teilnehmer sperrten am Ende auch die Budapester Straße für den rechten Aufzug.

Die spärlich besuchte Kundgebung der Neonazis am Nürnberger Platz wurde auf Grund von polizeilichem Notstand bereits recht zeitig aufgelöst. Nachdem klar war, dass ein Marsch wie am 13. Februar nicht möglich sein würde, löste die JLO ihre Demo am Hauptbahnhof auf, etwa 250 Teilnehmer wollten nach Leipzig ausweichen.

Der Sprecher des Innenministeriums, Frank Wend, sprach von einem „bürgerlichen Klientel", das die genehmigten drei Neonazi-Veranstaltungen blockierte. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes beteiligten sich mehr als 21.000 Menschen an Mahnwachen und Protesten. Ärger gab es allerdings am Abend. Nach ersten Berichten durchsuchte die Polizei die Geschäftsstelle der Linken in Dresden aus bisher unbekannten Gründen.

sl / dpa

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