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Behinderte und Nichtbehinderte fordern mit „Fest der Vielfalt“ vollständige Teilhabe ein

Behinderte und Nichtbehinderte fordern mit „Fest der Vielfalt“ vollständige Teilhabe ein

Unter dem Motto „Dresdner Vielfalt – in Bewegung bleiben!“ haben am Samstagnachmittag behinderte und nichtbehinderte Menschen auf der Prager Straße den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung gefeiert.

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Mit einem bunten Fest der Vielfalt begingen behinderte und nichtbehinderte Menschen den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Quelle: Tanja Tröger

Anliegen der Veranstaltung war es, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention einzufordern.

Während in den vergangenen beiden Jahren jeweils eine „Parade der Vielfalt“ durch die Innenstadt zog, gab es diesmal ein buntes Fest der Vielfalt. Das Motto „In Bewegung bleiben“ hatten alle Beteiligten wörtlich genommen. Neben einer großen Cheerleader-Show unterhielt die Sambatruppe „Samba Universo“ die hunderten Zuschauer und Teilnehmer. Gebärdendolmetscher mit weißen Handschuhen ermöglichten den Gehörlosen, unmittelbar am Geschehen teilzuhaben. Den Abschluss des Festes bildete ein Auftritt der Dresdner Musikgruppe „Wirbeley“, die mit ihrer „barrierefreien Volksmusik“ die Umstehenden zum Tanzen animierten. Bei den Kreistänzen schwangen nicht nur der Vorsitzende des Behindertenbeirats, Uwe Ostmann, Bürgermeister Martin Seidel oder die Behindertenbeauftragte Sylvia Müller das Tanzbein zur mittelalterlich angehauchten Folkmusik. Auch Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte wurden einbezogen, viele mehrfach oder geistig Behinderte bewegten sich ebenfalls zur Musik oder erfreuten sich an den Tanzenden. Auch Petrus wartete bis dahin mit dem schon lange drohenden Regenguss.

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Mit einem bunten Fest der Vielfalt feierten Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam auf der Prager Straße.

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„Ich finde es wichtig, Gesicht zu zeigen, mitten in die Stadt zu gehen“, begründete der querschnittgelähmte Frank Schaffrath seine Teilnahme an der Aktion. Es sei nach wie vor relevant, gegen Barrieren anzugehen, vor allem gegen jene in den Köpfen. Besonders schwer hätten es Menschen, denen man ihre Behinderung nicht ansehe, so Schaffrath. „Dresden ist aber schon sehr weit, denn in der Stadt ist der politische Wille da, Inklusion zu erreichen.“

Diese Ansicht teilte auch Bürgermeister Martin Seidel (parteilos). So hätten die Stadträte einen einstimmigen Beschluss gefasst, der vorsieht, einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention aufzustellen. Ziel sei es, dass jeder Mensch in vollem Umfang an gesellschaftlichen Prozessen teilhaben kann. Die Bürger sollen sich in allen Lebensbereichen barrierefrei bewegen können. „Dabei treten uns die Behindertenverbände auf die Füße – im positiven Sinne“, beschrieb Seidel die Bedeutung dieser Institutionen. So werde beispielsweise gerade geprüft, wie man beim Dresdner Holperpflaster Denkmalschutz und Barrierefreiheit vereinbaren könne. „Aber Inklusion ist viel, viel mehr, sie fängt im Kopf an – und das ist noch nicht selbstverständlich“, betonte der Bürgermeister. Sein eigener Zivildienst habe ihn in dieser Hinsicht sehr geprägt.

Tanja Tröger

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