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Baubürgermeister Jörn Marx im DNN-Sommerinterview: "Die Hafencity wird kommen"

Baubürgermeister Jörn Marx im DNN-Sommerinterview: "Die Hafencity wird kommen"

Zwei Streitfälle haben in der Amtszeit von Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) besonders für Wirbel gesorgt: Das Wohnungsbauvorhaben „Marina Garden“ und der Lärmschutz am Neumarkt.

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Jörn Marx

Quelle: Dietrich Flechtner

Im DNN-Sommerinterview erklärt Marx, wie er die Konflikte entschärfen will.

Frage: Bagger, Beschimpfungen, Bebauungsplan: Was ist bei „Marina Garden“ schief gelaufen?

Jörn Marx: Ich betrachte das immer noch als Erfolgsgeschichte. Die Rahmenbedingungen haben sich zwar geändert, aber auf dem Grundstück kann man Stadtentwicklung vorantreiben. Über das Wie muss man diskutieren. Wir wollen das in einem Werkstattverfahren mit allen Akteuren tun. Es handelt sich um ein wichtiges Gebiet. Es geht nicht nur um die ufernahen Bereiche, sondern auch um die Flächen an der Leipziger Straße. Dort könnte Platz für Wohnen und Gewerbe entstehen.

Ist ein Werkstattverfahren ohne Regine Töberich sinnvoll?

Wir sprechen ja nicht nur über ihr Grundstück. Die Kommune hat die Planungshoheit. Es geht darum, was aus städtischer Sicht am sinnvollsten ist und wie wir die öffentlichen Interessen mit den privaten Interessen ins Gleichgewicht bringen.

Die Investorin greift Sie auf verschiedensten Ebenen an, hat den Elberadweg weggebaggert. Wie weit reicht Ihr Verständnis für Frau Töberich?

Sie schießt scharf, das ist richtig. Sie ist Profi. Da kann ich eine gewisse Gelassenheit erwarten. Der Radweg war ein Vehikel, mit dem sie ihre Vorstellungen von einem Baurecht durchsetzen wollte. Das ist aber danebengegangen. Es wäre besser, sie würde sich jetzt am Werkstattverfahren beteiligen.

Der Investor für die Hafencity neben Marina Garden, Thomas Dathe, tritt nicht in der Öffentlichkeit auf. Wie weit ist die Hafencity?

Die Hafencity wird kommen. Wir haben Termine vereinbart, die Planungen müssen finalisiert werden. Wir wollen das Vorhaben an den neuen Masterplan anpassen. Wir müssen klären, wie dicht in dem Gebiet gebaut werden soll. Es geht aber auch um Fragen des Lärmschutzes, um den Schall von der Leipziger Straße.

Wann wird die Hafencity gebaut?

Das lässt sich zeitlich noch nicht abschätzen. Wir brauchen noch Hochwasser-Parameter, um sie in die Planung einstellen zu können. Das weiß der Vorhabenträger.

Der zweite große Streitpunkt in Ihrem Ressort ist die Frage des Lärmschutzes für den Kulturpalast. Gibt es noch eine Lösung?

Wir sind auf einem guten Weg. Gemeinsam mit der Baywobau, die Quartier VII/1 bebauen will, arbeiten wir an einer innovativen Möglichkeit, den Schall so zu dämmen, dass wir von den Spitzenwerten wegkommen.

Kann die Auflage „Festverglasung“ aufgehoben werden?

Wenn unsere Zielvorstellung erreicht wird: Ja.

Gibt es etwas Neues vom KIB-Vorhaben?

Wir sind mit dem Investor im Gespräch. Alle rechtlichen Hürden sind ausgeräumt. KIB will bauen und hat angekündigt, neue Entwürfe einzureichen. Wir sind gespannt darauf, was uns vorgelegt wird.

Wann ist die „gute Stube“ Dresdens, der Neumarkt, fertiggestellt?

In drei bis vier Jahren. Der Freistaat hat Quartier III/2 verkauft, die Quartiere V, VI und VII/1 werden bald in Angriff genommen. Auch die Begrünung des Gewandhausareals kann realisiert werden. Die Pläne sind fertig, das Geld ist da. Das einzige Vorhaben, das so schnell nicht vollendet wird, ist das Hotel Stadt Rom. Das ist ein sehr kleines Grundstück, auf dem in absehbarer Zeit nichts passieren wird.

Wie weit sind Sie bei der Lingnerstadt?

Wir haben ein sehr gutes Gespräch mit den Investoren geführt. Wir denken gemeinsam darüber nach, wie wir zu einem schnellen Baurecht kommen können. Das Gebiet soll in drei Abschnitten bebaut werden. Uns ist eine gewisse Kleinteiligkeit wichtig und eine gewisse soziale Mischung. Das will der Investor garantieren. In welchen zeitlichen Abläufen sich das vollzieht, lässt sich schwer einschätzen.

Welcher Stadtteil hat aus Ihrer Sicht das höchste Entwicklungspotenzial?

Wenn ich den Zeithorizont 2010 bis 2030 anschaue, dann ganz klar Friedrichstadt. Wenn man sieht, was wir in Friedrichstadt alles positionieren, dann ist das ein prosperierendes Viertel. Mit Wohnen, kulturellen Einrichtungen, Kindertagesstätten, Handel und Gewerbe.

Um das geplante Einkaufszentrum an der Grünen Ecke in Friedrichstadt wird aber erbittert gestritten. Wie sehen Sie den Konflikt?

Mich irritiert die Diskussion. Wir haben das Gebiet sowohl im Stadtentwicklungskonzept als auch im Flächennutzungsplan immer als Fläche für den Einzelhandel ausgewiesen. Wir wollen für dieses Gebiet einen Nahversorger. Dort werden aber auch Wohnungen entstehen. 1600 Unterschriften gegen das Vorhaben wurden gesammelt. Von den Unterzeichnern der Petition haben weniger als die Hälfte ihren Hauptwohnsitz in der Friedrichstadt. Im Einzugsbereich des Vorhabens leben aber etwa 9000 Menschen.

Es heißt, die Verwaltung plant Varianten für eine neue Elbbrücke. Wie realistisch ist der Bau einer neuen Elbquerung?

Das ist im Moment nicht abzusehen. Wir haben genug damit zu tun, die bestehenden Brücken zu sanieren und zu erhalten. Vor 2025 wird auf gar keinen Fall eine neue Brücke gebaut. Auch keine Fuß- und Radbrücke zwischen dem Ostragehege und Pieschen. Die Pläne lassen sich nicht umsetzen.

Wie sehen die Straßen 2020 aus, wenn die im Moment eingeplanten Mittel nicht deutlich erhöht werden?

Die Mittel für Straßenneubau- und -unterhaltung sind seit Jahren nicht erhöht worden, das lässt sich nur begrenzt akzeptieren. Im Haushalt wurden Prioritäten gesetzt, da stehen Kitas, Schulen und die beiden großen Kulturbauten ganz oben. Wir haben für die Straßen Schwerpunkte festgesetzt und uns auch um Mittel von Bund und Land bemüht. Aber wir haben zu wenig Geld. Besonders ärgert mich, dass wir die Tittmannstraße und die Augsburger Straße nicht bauen können. Da hatten wir das Geld, aber dann mussten wir es wegen eines Problems im Erdreich umleiten. Jetzt ist das Problem behoben, aber es gibt kein Geld mehr.

Drohen Sperrungen von Straßen oder Brücken wegen ihres schlechten Zustands?

Aktuell ist uns nichts bekannt.

Wann ist die Sicherheit der Nossener Brücke gefährdet?

Wir hatten Abplatzungen. Seitdem steht sie unter ständiger Kontrolle. Aber sie muss saniert oder ausgetauscht werden. Das wird mit dem Stadtbahnprogramm 2020 kommen.

Wie realistisch ist das Stadtbahnprogramm 2020 angesichts knapper Mittel?

Die Kesselsdorfer Straße wird nächstes Jahr begonnen. Zentralhaltestelle und Boulevard werden das Gebiet aufwerten. 2016 kommen Tiergartenstraße und Wasaplatz an die Reihe. Das Programm läuft, die Fördermittel sind bewilligt. Wir haben regelmäßige Konferenzen, sind dabei, den Grundstückserwerb zu optimieren.

Sie werden aus dem Amt scheiden. Gibt es etwas, das sie noch gerne angeschoben hätten?

Ich bedauere, dass ich es nicht mehr als Baubürgermeister erlebe, wenn der Postplatz, Wallstraße und Marienstraße fertiggestellt sind. Oder der Neumarkt. Die Könneritzstraße und die Schweriner Straße. Wir haben da herrliche Quartiere geplant.

Haben Sie schon etwas Neues?

Noch nicht.

Thomas Baumann-Hartwig

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