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Anwohner in Dresden-Pieschen wollen Flutschutzverein gründen

Anwohner in Dresden-Pieschen wollen Flutschutzverein gründen

Bei Anrainern der Leipziger Straße schlagen die Wellen der Empörung hoch. "Die Stadt hat uns während der Flut im Stich gelassen. Immer wieder haben die uns Knüppel zwischen die Beine geworfen", schimpft Jürgen Wolf.

Er ist nach eigener Aussage Jurist und mit seiner neu gegründeten Firma, der Sax System Consult GmbH, Anlieger an der Leipziger Straße. Dort verhinderten in der ersten Juni-Woche tausende freiwillige Helfer mit Sandsäcken, dass die Elbe die gesamte Leipziger Straße erobert. Eine führende Hand habe gefehlt, für die Helfer sei die Arbeit zum Teil lebensgefährlich gewesen, weil bis Donnerstagmittag der Verkehr noch einspurig über die Leipziger Straße fahren durfte, argumentiert Wolf.

Dann sei den Helfern zunächst untersagt worden, den Hauseingang der Nr. 49 mit Sandsäcken zu verbauen, "so dass das Wasser ungehindert auf die Straße schoss. Die Kanalisation hat das schon gar nicht mehr geschafft, so dass das Wasser in den Häusern auf der anderen Seite im Erdgeschoss aus den Toiletten lief", nennt Wolf ein Beispiel, das ihm heute noch die Zornesröte ins Gesicht treibt. "Hatten wir Sand, waren keine Sandsäcke da und umgekehrt", ergänzt Hausmeister Sven Helbig, der in der Flutwoche am Mittwochmorgen notgedrungen das Kommando übernahm, weil aus seiner Sicht alles durcheinander ging.

Damit das bei der nächsten Flut nicht wieder so ist, wollen Anwohner jetzt einen "Bürgerverein Flutschutz" gründen. "Wir machen unsere eigenen Alarmpläne, legen fest, wie wir am sinnvollsten die elbseitigen Grundstücke an der Leipziger Straße schützen können und wann wo was zu tun ist", erklärt Jürgen Wolf kämpferisch.

Damit dürfte er ja bei der Stadtverwaltung offene Türen einrennen. Denn Stadtsprecher Kai Schulz hatte gegenüber den DNN betont, dass die Grundstückseigentümer an der Leipziger Straße auch eine Eigenverantwortung für den Flutschutz tragen (siehe unsere Ausgabe vom 17. Juni, Seite 11). Den Vorwurf, dass man die Anrainer an der Leipziger im Stich gelassen habe, kann Schulz nicht nachvollziehen. "Es war immer ein Einsatzleiter vor Ort. Doch die Leipziger ist lang. Manchmal hatte man eine Sache besprochen, da haben die Leute gewechselt und dann waren doch Sandsäcke an einer Stelle gestapelt, wo sie gar nicht hin sollten." Gleichwohl räumt die Stadt ein, vom Ansturm der Helfer überrascht gewesen zu sein. "Wir müssen überlegen, wie wir das in Zukunft organisieren und kommunizieren, ohne es zu sehr zu institutionalisieren. Wir richten keine Stabsstelle Facebook ein." Künftig die Sandsackplätze eher zu öffnen, sei eine Option, über die man in Auswertung der Flut 2013 sprechen müsse.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.06.2013

Steinbach, Catrin

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