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Anti-Korruptionsbeauftragter und Zukunft von Rot-Rot-Grün: Interview mit Grünen-Sprecherin Susanne Krause

Anti-Korruptionsbeauftragter und Zukunft von Rot-Rot-Grün: Interview mit Grünen-Sprecherin Susanne Krause

Seit dem 24. Oktober ist Susanne Krause an der Seite von Michael Schmelich neue Sprecherin der Dresdner Grünen. Die 32-jährige Diplom-Ingenieurin für Architektur ist Mutter zweier Kinder und lebt in der Dresdner Friedrichstadt. Im DNN-Gespräch sprachen wir mit ihr über ihre politischen Schwerpunkte.

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Quelle: Anja Schneider

Dresden. Seit dem 24. Oktober ist Susanne Krause an der Seite von Michael Schmelich neue Sprecherin der Dresdner Grünen. Die 32-jährige Diplom-Ingenieurin für Architektur ist Mutter zweier Kinder und lebt in der Dresdner Friedrichstadt. Im DNN-Gespräch sprachen wir mit ihr über ihre politischen Schwerpunkte, Dresden als Fahrradstadt und die Zukunft der Rot-Rot-Grünen-Stadtratskooperation.

Welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Von Hause aus liegen mir die Themen Stadtentwicklung und Stadtplanung am Herzen. Unser Wunsch ist es, weg von den vorhabenenbezogenen Bebauungsplänen zu kommen, und stattdessen verstärkt mit stadteigenen Bebauungs- und Rahmenplänen die Stadt zu gestalten. Meiner Meinung nach sollten wir auch nicht versuchen, alle Spuren sozialistischer Architektur aus der Stadt zu tilgen, wie beispielsweise Elemente der Prager Straße.

Das allerwichtigste Thema im Moment für mich ist allerdings das Engagement für das Bündnis „Herz statt Hetze“. Wir dürfen uns von Rechtsextremismus und Rassismus nicht treiben lassen. Wir wollen die Dresdner Zivilgesellschaft stärken, um ein vernünftiges Zusammenleben mit allen Menschen selbstverständlich zu machen.

Auf dem Stadtparteitag der Grünen am 24. Oktober haben Sie eine Agenda mit wichtigen Themen beschlossen. Eines ist der Erhalt des Rechtanspruches auf einen Kita-Platz.

Unser Ziel ist es, auch in den nächsten Haushalten genügend Geld einzustellen, um den Rechtanspruch auf einen Kita-Platz in Dresden aufrecht erhalten zu können. Dresden soll seiner Spitzenposition als Geburtenhauptstadt gerecht werden. Es gibt derzeit einen erheblichen Sanierungsstau im Bereich der Kindertagesstätten, hier wird das Geld dringend gebraucht. Außerdem ist es uns ein Anliegen, die Anbindung vom Hort an die Schulen zu stärken und dort stärker zusammen zu arbeiten.

Sie wollen einen Anti-Korruptionsbeauftragten etablieren. Was genau könnten dessen Aufgaben sein?

Wenn öffentliches Geld ausgegeben wird, sollte transparent bleiben, wie viel und an wen. Denkbar wäre etwa ein Rotationsverfahren beispielsweise bei der Vergabe von Aufträgen an Baufirmen aus der Stadtverwaltung. Es ist normal und menschlich, dass sich eine Beziehung aufbaut, wenn etwa ein Sachbearbeiter in der Verwaltung seit Jahren Aufträge an die immer gleiche Firma herausgibt. Uns sind keine Negativbeispiele bekannt, wir wollen dem nur vorbeugen.

Korrespondierend dazu wollen Sie auch einen Verhaltenscodex für Stadträte auf den Weg bringen. Was muss man sich darunter vorstellen?

Das ist im Grunde ganz einfach. Wir streben mit dem Verhaltenscodex an, dass die Stadträte darlegen müssen, was sie von ihrem Amt haben. Was verdienen sie damit? Von wem werden sie eingeladen? Von welchem Veranstalter bekommen sie welche Eintrittskarten? Um nur mal ein paar Beispiele zu nennen.

Als typisch grünes Thema wollen Sie Dresden als Fahrradstadt stärken. Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf?

Ein großes Problem für Fahrrad- wie Autofahrer ist der Zustand der Stauffenbergallee, hier muss dringend etwas getan werden. Aber auch die Route von der Neustadt zur Universität ist für Radfahrer nicht optimal, wir setzen uns für einen Radstreifen etwa auf der Albertstraße oder auch der Großen Meißner Straße ein. Aus unserer Sicht ist auch die Verbreiterung des Elberadweges nötig. Eines meiner Herzensprojekte ist die Einführung der ersten Dresdner Fahrradstraße. Hier gilt die Beschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde, nur Anlieger dürfen mit dem Auto durchfahren und die Radfahrer haben Vorrang.

Auf dem Stadtparteitag haben Sie die Fortschreibug der Rot-Grün-Roten-Stadtratskooperation beschlossen. Was sind hier die nächsten Etappen?

Unsere nächsten Zielmarken sind die Verabschiedung der Doppelhaushalte 2017/18 und 2019/20, die die Handschrift der Kooperation tragen sollen. Wir haben drei Arbeitsgruppen gegründet, bei denen jeweils eine Partei federführend ist. Wir Grünen leiten die Arbeitsgruppe mit den Themen Stadtentwicklung und Umwelt, die SPD hat die Themen Ordnung, Sicherheit, Personal und Finanzen unter ihren Fittichen und die Linke die Themenfelder Arbeit, Soziales, Kultur und Gesundheit. Wir tagen wöchentlich und wollen bis Ende November eine Vorklärung erreichen. Bis Ende des Jahres sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Frau Krause, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Interview:  Julia Vollmer

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