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Anti-Euro-Partei AfD residiert künftig mitten im Dresdner Szeneviertel

Anti-Euro-Partei AfD residiert künftig mitten im Dresdner Szeneviertel

Die Euro-kritische Alternative für Deutschland (AfD) macht ernst: Gestern eröffnete die neue Ein-Thema-Partei ein sachsenweites Bürgerbüro - mitten in der Dresdner Neustadt.

Parallel zum Bürostart trafen sich AfD-Spitzen zur sogenannten Strategiekonferenz. Doch wie schon beim Gründungsparteitag des Landesverbandes Ende April in Leipzig tagte die Truppe hinter verschlossenen Türen.

Probleme damit haben die sächsischen AfD-Spitzen nicht. "...", meinte Landesvize Thomas Hartung am Rande der Eröffnung.

Eindeutiger hatte sich vor Wochen der Kandidat für die Bundestagswahl Georg Metz zum Thema Geheim-Parteitag geäußert. Sachsens AfD habe unter Ausschluss der Öffentlichkeit getagt, um "Störungen von außen" zu vermeiden. Möglichen "Trittbrettfahrern" sollte keine Plattform gegeben werden, die AfD wolle sich "abschotten von solchen Elementen".

Das klang reichlich bizarr, hat aber einen einfachen Grund: Von Beginn an steht die AfD in Verdacht, mit populistischen Parolen am rechten Rand zu fischen - was dem Partei-Image nicht unbedingt nützt. Entsprechend hartnäckig ist Landeschefin Frauke Petry bemüht, das Gegenteil zu betonen. "Wir stehen in der Mitte", lautet ihr Credo. Andere sehen das anders.

Beim Rest der Parteien sorgt der Auftritt der Euro-Kritiker für einigen Wirbel. CDU-Politiker wie der Wertkonservative Fraktionschef im sächsischen Landtag, Steffen Flath, blicken mit Sorge auf die neue Partei. Tenor: Die AfD ziehe womöglich nicht nur Nichtwähler an, sondern eben auch vom CDU-Kurs frustrierte Konservative. Das, so die Warnung, könnte zu einem "signifikanten Verlust von Stimmen" führen. Einbußen allerdings müssen auch die anderen Parteien fürchten - von FDP über SPD bis zur Linken.

Dabei ist die AfD nicht nur eine Herausforderung für die Etablierten, sondern auch eine Gefahr für die Freien Wähler. Entsprechend barsch ist mittlerweile die Tonlage. So hat Hubert Aiwanger, immerhin Bundeschef die Freien Wähler, der Anti-Euro-Truppe erst vor wenigen Tagen rüde attackiert. Deren Hauptaufgabe sei es, den Einzug der Freien Wähler in den Bundestag zu verhindern, meint er. "Hier läuft eine riesengroße Schmierenkomödie, die am Ende eine Reihe enttäuschter Patrioten unter den AfD-Mitgliedern zurücklässt und die unzufriedenen Bürgerlichen wieder für zehn Jahre politisch demotiviert."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.05.2013

Jürgen Kochinke

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