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Vorsicht Bakterien: Dresdner Feuerwehr übt im Medizinischen Versorgungszentrum den Umgang mit Keimen

Vorsicht Bakterien: Dresdner Feuerwehr übt im Medizinischen Versorgungszentrum den Umgang mit Keimen

Im Rahmen einer groß angelegten Übung hat die Dresdner Feuerwehr am Montagvormittag den richtigen Umgang mit hochansteckenden Keimen geprobt. Im Medizinischen Versorgungszentrum Dresden Labor Möbius, Quasdorf GbR (MVZ Dresden) in Prohlis probten rund 40 Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr für den Ernstfall.

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Einsatzübung der Feuerwehr: Das Opfer musste aus dem verrauchten Labor in Sicherheit gebracht werden. Dabei waren laut Szenario Krankheitskeime in der Luft.

Quelle: Stephan Lohse

Neben einem „normalen“ Brand im Gebäude gehörte auch die Rettung einer mit Tuberkulose in Kontakt gekommenen Verletzten aus einem hochsensiblen Labor der Sicherheitsstufe 3 zum Szenario.

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Im Labor des MVZ Dresden übte die Feuerwehr am Montag, wie die Einsatzkräfte bei Unfällen mit Krankheitserregern umgehen müssen.

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Das MVZ Dresden betreut unter anderem das Labor der Tuberkulose-Station im Krankenhaus Coswig. Auffällige Proben werden in Prohlis unter anderem auf Antibiotikaresistenz getestet, so Geschäftsleiter Ralf Knels. Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, an der 2012 weltweit rund 1,3 Millionen Menschen starben. In Deutschland gab es im gleichen Jahr rund 4200 Neuerkrankungen. Entsprechend hoch ist der Schutz für die Labormitarbeiter. In den speziell gesicherten Räumen herrscht Unterdruck, das Labor kann nur durch eine Schleuse betreten werden, damit kein Keim nach Außen dringt.

Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr bedeutet das besondere Vorkehrungen: So kam am Montag neben einem normalen Löschzug der Feuerwache Altstadt auch ein spezieller Zug für den Umgang mit biologischen oder chemischen Stoffen der Feuerwache Übigau zum Einsatz. Sechs Männer in Schutzkleidung bargen nach einiger Vorbereitungszeit schließlich das „Opfer“ aus dem völlig verrauchten Labor, inklusive Erstversorgung und anschließender Dekontermination.

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Zwei komplette Löschzüge kamen zum Einsatz.

Quelle: Stephan Lohse

Es gehe darum, die Grundprinzipien zu trainieren, erklärt Frank Seidel, Sachgebietsleiter Einsatzvorbereitung bei der Dresdner Feuerwehr. So ein Szenario sei für die Einsatzkräfte definitiv beherrschbar. So gehe es bei den Übungen darum, Automatismen zu entwickeln und immer wieder darum, Kleinigkeiten zu verbessern.

Und darum, dass Fehler gefunden und korrigiert werden. So hatte am Montagmorgen ein Fahrzeug der Feuerwache Altstadt so ungünstig geparkt, dass ein benötigter Spezialwagen anschließend nicht durchkam. Das Rangieren und Umparken ging schnell, kostete trotzdem einige Minuten. Der kleine Fehler sei dadurch zustande gekommen, dass das MVZ Dresden noch recht neu sei, erklärte Frank Seidel. Daher habe es für das Gelände noch keinen Einsatzplan gegeben.

Die Feuerwehr übt ähnliche Szenarien regelmäßig. Meist werde an einem der vielen Labore der TU trainiert, in diesem Fall habe man sich für die private Einrichtung entschieden. Zum einen, um eventuelle Schwachstellen bei Ausschilderung und Zusammenarbeit zu beheben, zum anderen habe das Labor den Vorteil, dass die hier untersuchten Tuberkulose-Bakterien im Rahmen der Sicherheitsstufe drei noch vergleichsweise harmlos sind. Der Aufwand für den Test sei daher überschaubar.

Stephan Lohse

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