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„Volksverräter“-Rufe vor Hilberts Wohnhaus

Asylgegner „besuchen“ Dresdner Oberbürgermeister „Volksverräter“-Rufe vor Hilberts Wohnhaus

Eine Gruppe von selbsternannten „Asylkritikern“ ist am Dienstagabend vor das Wohnhaus von Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) gezogen. Die Demonstranten hatten sich via Facebook verabredet, um gegen 22 Uhr gemeinsam vor dem Wohnhaus des Rathauschefs im Dresdner Norden zu erscheinen.

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Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) erhilrt am Freitagabend ungebetenen Besuch.

Quelle: dpa

Dresden. Eine Gruppe von selbsternannten „Asylkritikern“ ist am Dienstagabend vor das Wohnhaus von Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) gezogen. Die Demonstranten hatten sich via Facebook verabredet, um gegen 22 Uhr gemeinsam vor dem Wohnhaus des Rathauschefs im Dresdner Norden zu erscheinen.

Vor Ort warfen sie unter anderem einen Brief ein. Auf diesem steht: „Lieber OB Dirk Hilbert! Bitte melden Sie sich bei uns. Die Polizei hat alle Nummern. Danke.“ Weiterhin brüllte ein Teil der rund 30 bis 50 Anwesenden „Volksverräter“ in Richtung des Oberbürgermeisters, berichtet SZ-Online.

Die Polizei war vor Ort und sorgte dafür, dass die Versammlung zumindest angemeldet wurde. Laut Medienberichten übernahm dies der Wortführer der Proteste von der Übigauer Thäterstraße. Die fordern von Hilbert inzwischen vehement, dass dieser Flüchtlinge in seinem Haus unterbringen soll.

Die Jungliberale Aktion Dresden verurteilte die Demonstration am Mittwoch, vor allem vor dem Hintergrund, dass keine 24 Stunden zuvor die Wohnung von Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) angegriffen worden war. „Die Demonstration vor Dirk Hilberts Privatwohnung ist eine absolute Grenzüberschreitung! Das können wir als JuliA nicht tolerieren.“, so Kreisvorsitzender Sven Künzel. „Wer gegenüber der Privatperson Hilbert keine Drohkulisse aufbauen will oder diese nicht billigend in Kauf nimmt, der zieht auch nicht vor seine Privatwohnung“ so Künzel. „Die Fragestellung, ob OB Hilbert Flüchtlinge bei sich zu Hause aufnehme, ist zudem eine durchschaubare Provokation und nicht zielführend. Wir setzen uns weiterhin für einen Dialog ein, denn solche Aktionen dürfen nicht Mittel einer politischen Debatte sein."

"Die Familien und das Privatleben von politisch engagierten Menschen sind im politischen Streit absolut tabu und sie müssen es auch bleiben", so die Vorsitzende der Dresdner Grünen, Susanne Krause. "Das ist ein weiterer Schritt der Verrohung der politischen Kultur in Dresden. Jeder hat das Recht auf ein geschütztes Privatleben - auch Politiker! Es schmerzt, dass diese Selbstverständlichkeit in der politischen Auseinandersetzung hervorgehoben werden muss."

„Rathäuser, Parlamente und Büros sind der richtige Ort für Demonstrationen. Bei uns Zuhause hat niemand etwas verloren. Vor der Wohnungstür ist Schluss", sagte die sächsische SPD-Generalsekretärin Daniela Kolbe.  "Es ist ein alarmierendes Zeichen für unsere Demokratie, wenn man bedroht, angegriffen oder Zuhause belagert wird, weil man sich um die Belange von Flüchtlingen kümmert. Hier sind Grenzen überschritten. Politische Entscheidungen dürfen nicht unter dem Druck entstehen, dass die eigene Gesundheit oder das Privatleben der Familie bedroht sind. Das werden wir nicht zulassen. Alle Bürgerinnen und Bürger haben das Recht auf ein ungestörtes und geschütztes Privatleben. Das gilt auch für Politikerinnen und Politiker."

DNN

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