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Verhandlung am Amtsgericht Dresden: Schäferhunde beißen Terrier tot

Frau und Baby verletzt Verhandlung am Amtsgericht Dresden: Schäferhunde beißen Terrier tot

"Ich gehe dort nicht mehr lang", sagte Katrin S. am Donnerstag im Amtsgericht. Sie ging am Abend des 18. Juli 2014 mit ihrem kleinen Jack Russel Terrier an der Leine und ihrem vier Wochen alten Sohn im Tragetuch spazieren, als sie in Höhe der ehemaligen Werft einen Mann mit zwei Hunden in der Elbe bemerkte.

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Richter Frank Dietz verurteilte den Hundehalter zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Quelle: dpa

Dresden. "Ich gehe dort nicht mehr lang", sagte Katrin S. am Donnerstag im Amtsgericht. Die 35-Jährige hat immer noch an dem Vorfall zu knabbern, der ihr vor eineinhalb Jahren an der Elbe in Übigau passierte. Sie ging am Abend des 18. Juli 2014 mit ihrem kleinen Jack Russel Terrier an der Leine und ihrem vier Wochen alten Sohn im Tragetuch spazieren, als sie in Höhe der ehemaligen Werft einen Mann mit zwei Hunden in der Elbe bemerkte. "Die Schäferhunde kannte ich schon, die waren ziemlich aggressiv. Den Mann hatten sie beim Toben in die Elbe gestoßen", erzählte die Frau.

Da lief das eine Tier auf die Frau zu und biss ihren Terrier, das andere rannte hinterher und biss ebenfalls zu. Beide Schäferhunde sprangen um Katrin S. herum, die schrie und verzweifelt versuchte, Baby und Hund zu schützen. Sie und ihr Kind wurden durch die Rangelei leicht verletzt, der Jack Russel aber von den Tieren regelrecht auseinandergerissen. Erst dann kam das "Herrchen" aus der Elbe.Wegen fahrlässiger Körperverletzung musste sich nun Jens H. vor Gericht verantworten. Er hatte seine Schäferhunde nicht angeleint und sie trugen keinen Maulkorb. Beides, so der 47-Jährige, habe er ihnen abgenommen, als sie im Wasser tollten. "Es tut mir leid. Es gab nie Probleme mit meinen Hunden."

Dass es mit seinen Hunden nie Probleme gab, stimmt nicht. Es gab schon ähnliche Fälle. In dem Strafregister des Angeklagten finden sich auch einschlägige Vorstrafen. Mit seinen Hunden geht Jens H. nicht mehr Gassi. Sie befinden sich jetzt in einem eingezäunten Gelände. Er hätte gern schneller geholfen, sei aber nach einem Unfall nicht mehr so gut zu Fuß. "Der Tod des kleinen Hundes ist mir sehr nahegegangen." Der 47-Jährige sprach viel über die Tiere, dass Frau und Baby in Gefahr waren, ging ihm erst nach einer Nachfrage auf.

Richter Frank Dietz verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss Jens H. eine Geldauflage von 1500 Euro an das Kinderhilfswerk zahlen und er darf während seiner Bewährungszeit keine Hunde ausführen. "Auf dem eingezäunten Gelände ist es in Ordnung, in der Öffentlichkeit sind Hunde für Sie tabu", erklärte ihm Dietz eindringlich.

Monika Löffler

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