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Veranstalter reagieren nach Thor-Steinar-Skandal auf dem Dresdner TU-Campus

Veranstalter reagieren nach Thor-Steinar-Skandal auf dem Dresdner TU-Campus

Nachdem der Studentenrat der TU Dresden am Wochenende angeprangert hatte, dass beim Public Viewing hinter dem Hörsaalzentrum eine Sicherheitskraft offen einen Thor-Steinar-Gürtel zur Schau trug (DNN berichteten), haben die Veranstalter des Public Viewings gestern reagiert.

Sprecher Peter Dyroff erklärte auf DNN-Anfrage: "Wir haben nach Kenntnis der Sachlage mit der Security, einer externen Sicherheitsfirma, gesprochen und klargestellt, dass wir diesen Mitarbeiter nicht mehr auf dem Campus sehen wollen." Es solle außerdem ein anderes Sicherheitsunternehmen beauftragt werden, teilte Dyroff am Abend mit.

TU-Sprecherin Kim-Astrid Magister betonte, dass sich die Universität von jeder extremen politischen Strömung distanziert. "Wir haben das Areal für das Public Viewing vermietet. Im Vertrag steht ganz klar drin, dass wir jegliche Äußerungen und Handlungen mit rechts- oder linksradikalem Hintergrund nicht dulden." Angesichts des offenbar erfolgten Verstoßes seien die Veranstalter gestern in Dezernat Nummer vier der TU einbestellt worden, das für Liegenschaften, Technik und Sicherheit zuständig ist. Tenor des Gesprächs: Passiert so etwas noch einmal, gibt's kein Public Viewing mehr.

Kleidungsstücke der Marke Thor Steinar gelten in der Neonazi-Szene als Erkennungsmerkmal. Magister zufolge prüft die TU bereits seit einigen Wochen, inwieweit generell das Tragen solcher Sachen auf dem Campus verboten werden kann. "Wir wollen dies definitiv in der Hausordnung festschreiben. Unklar ist aber noch, ob es juristisch angreifbar wäre, dabei explizit auf die Marke Thor Steinar Bezug zu nehmen", erklärt sie. Hintergrund ist, dass kein deutschlandweites Verbot für Thor-Steinar-Sachen gilt, sondern nur eines für spezielle Orte wie den Bundestag, diverse Landtage und Fußballstadien. Die Universität Greifswald umschreibt in ihrer Hausordnung ein Thor-Steinar-Verbot allgemein. Danach ist "die Verwendung von Kennzeichen mit verfassungswidrigen, rassistischen, fremdenfeindlichen, gewaltverherrlichenden oder anderen menschenverachtenden Inhalten" zu unterlassen. Kim-Astrid Magister sagte, dass sich die TU solch eine Lösung auch vorstellen könnte.

Christoph Stephan

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