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Vater von missbrauchter 13-Jähriger kritisiert Polizei: Mangel an Anstand und Respekt

Vater von missbrauchter 13-Jähriger kritisiert Polizei: Mangel an Anstand und Respekt

Ein Messer, mit dem ein Mensch erstochen wurde und eine enge Kiste, in die ein Vergewaltiger ein 13-jähriges Mädchen eingesperrt hat - das sind Erinnerungsstücke an Verbrechen, die in Dresden wochenlang in den Schlagzeilen waren.

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Diese Holzbox ist das Gefängnis, in das Entführer Mario M. die damals 13-Jährige eingesperrt hat. Nun wird die Kiste in der Polizeiausstellung gezeigt.

Quelle: dpa/Archiv

Sie erinnern nicht etwa an Grausamkeiten, die mehrere Jahrzehnte zurück liegen. Die Taten, bei denen die Utensilien genutzt wurden, haben viele noch vor Augen und die Betroffenen leben unter uns. Wie zum Beispiel Joachim R. Seine Tochter Stephanie musste in die Holzkiste kriechen, wenn ihr Peiniger die Wohnung verließ. Mario M. hatte die Schülerin entführt und vergewaltigt, fünf Wochen lang war die 13-Jährige in seiner Gewalt. Die Kiste wurde der Öffentlichkeit erstmals während der Gerichtverhandlung gegen den Entführer und Vergewaltiger gezeigt, später kam M. für 15 Jahre hinter Gitter.

Nun ist die Kiste wieder zu sehen. Sie steht im Mittelpunkt einer Ausstellung der Polizei, die morgen Innenminister Markus Ulbig (CDU) besucht. Dort wird auch das Messer gezeigt, mit dem Ende 1999 in Meißen eine Gymnasiallehre- rin erstochen wurde. Und der Schminkkoffer, in dem eine Mutter vor neun Jahren bei Riesa ihr totes Baby entsorgt hat. Die Familie der 2006 entführten Stephanie wurde nicht darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Holzverlies nun in einer Ausstellung gezeigt werden soll. "Das hat mit Anstand und Respekt vor dem Opfer zu tun, dass man vorher über so etwas informiert", schimpfte Vater Joachim R. gestern. "Da muss man vorher eine Info bekommen und gefragt werden, ob man das befürwortet", meint der Pensionsbetreiber, dessen Tochter vor noch nicht einmal zehn Jahren ein Wochen währendes Martyrium ertragen musste.

Polizeisprecher Thomas Geithner rechtfertigte gestern die Präsentation der Holzkiste, in der die 13-Jährige gefangen war. Die polizeihistorische Sammlung sei "eine Einrichtung poli- zeilicher Öffentlichkeitsarbeit", sagte Geithner. Die Polizei gehe damit verantwortungsvoll um, Zutritt hätten Besucher nur nach vorheriger Anmeldung. "Die sächsische Polizei hat eine Geschichte", diese werde dokumentiert und schwere Verbrechen gehörten dazu. "Die Präsentation geschichtsträchtiger Einzelfälle und Exponate ebenso." Teile der rund 150 Quadratmeter großen Präsentation hätten "den Charakter von Lehrmitteln". Adressaten der Ausstellung seien unter anderem angehende Polizisten, Richter und Staatsanwälte. Auch Joachim R. will sich die Sammlung ansehen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.05.2014

Christoph Springer

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