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Tanzende Diebe als neues Phänomen: Dresden setzt auf Zivilbeamte – Leipzig meldet erste Fälle

Tanzende Diebe als neues Phänomen: Dresden setzt auf Zivilbeamte – Leipzig meldet erste Fälle

Gut gelaunt greifen Diebe in Dresden in die Taschen ihrer Opfer. Die Täter tanzen, lachen und laden Passanten zum Mitfeiern auf der Straße ein. Die Masche kommt in Mode.

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Tanzende Diebe nähern sich gut gelaunt ihren Opfern. Dann greifen sie bei einer Umarmung in die Taschen und suchen nach Beute. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Bundesweit melden Polizeireviere Fälle der sogenannten „Antänzer“. Die Tanztaktik geht auf: Die Täter nähern sich unverblümt den nichtsahnenden Menschen, suchen den Körperkontakt oder umarmen sie. Dabei greifen die Diebe häufig unbemerkt in Taschen und machen Beute.

In Dresden tanzen die Diebe seit 2011 durch die Neustadt. In dem Kneipenviertel fallen vor allem Angetrunkene auf die Antänzer herein. Die Polizei setzt hier auf zivile Beamte, die im November sogar selbst angetanzt wurden. Vor dem Club „Downtown“ gingen gleich sieben Männer auf wartende Besucher zu. In der Folge konnten die Zivilfahnder und weitere Beamte vier Täter im Alter von 21 bis 30 Jahre vorläufig festnehmen. Sie hatten einem jungen Mann den Geldbeutel gestohlen.

Kurz nach Weihnachten griff die Dresdner Polizei erneut zu. Wie die Beamten mitteilten, hatten ein 21-Jähriger und sein 30 Jahre alte Kollege einen Passanten auf der Rothenburger Straße bestohlen. Gegen 3 Uhr in der Nacht beobachteten zivile Beamte die zwei Männer, wie sie auf einen augenscheinlich betrunkenen Mann zugingen und ihn zunächst in ein Gespräch verwickelten. Als einer der Männer den 28-Jährigen umarmte, griff der andere in die Hosentaschen des Opfers und stahl das Portomonee. Die beiden Tunesier konnten vor Ort gestellt werden. Die Ermittler prüfen, ob noch weitere Delikte den beiden Männern zuzuschreiben sind.

Eine weihnachtliche Version der Antanztaktik ereignete sich am 1. Weihnachtstag in Leipzig. Ein 22-Jähriger wurde zunächst von drei Unbekannten auf der Rosa-Luxemburg-Straße angesprochen. Einer der Täter umarmte ihn und wünschte „Frohe Weihnachten“. Der Angesprochene bemerkte dabei, wie seine Jackentaschen durchsucht wurden. In der nachfolgenden Rangelei hielt das Trio den Mann fest und schlug ihn. Dem 22-Jährigen gelang die Flucht.

Bundesweit häufen sich die Fälle der sogenannten Antänzer. Auch in Berlin, Düsseldorf und Frankfurt meldet die Polizei bereits Diebstähle mit ähnlichem Hergang. In Köln ging die Masche für einen Antänzer Ende November erfolglos aus. Der Geschädigte kannte den Trick, tanzte mit und packte sich den Täter, als dieser zugreifen wollte.

Die Dresdner Polizei warnt vor der ungewöhnlichen Masche der Antänzer. Nachtschwärmer sollten sorgfältig auf ihre Wertgegenstände achten und Distanz halten.

Dominik Brüggemann

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