Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -7 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Staatsanwalt fordert acht Jahre Haft wegen Totschlags an Khaled

Prozess Staatsanwalt fordert acht Jahre Haft wegen Totschlags an Khaled

Der Tod eines Mannes aus Eritrea in Dresden sorgt im Januar für Schlagzeilen. Doch anders als befürchtet ist der 20-Jährige kein Opfer von Fremdenhass. Ein Landsmann von ihm ist angeklagt und beruft sich auf Notwehr.

Voriger Artikel
Mehr als sieben Kilogramm Crystal geschmuggelt
Nächster Artikel
Drei Autos brennen unter der Marienbrücke

Mit einer Aktenmappe verdeckt im Dresdner Landgericht der Angeklagte Hassan S. sein Gesicht. Rechts seine Anwälte Elena Bogdanzaliew (l) und Andreas Boine.

Quelle: Matthias Hiekel/dpa

Dresden. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat im Prozess um den Tod des 20-jährigen Asylbewerbers Khaled acht Jahre Haft gefordert. Der 27 Jahre alte Angeklagte, der wie das Opfer aus Eritrea stammt, soll im Januar nach einem Streit mit Khaled auf ihn eingestochen haben. Zum Prozessauftakt Ende August hatte der Beschuldigte angegeben, in Notwehr gehandelt zu haben.

Nach den Worten von Oberstaatsanwalt Christian Avenarius ist es in der Beweisaufnahme nicht gelungen, sich ein umfassendes Bild der Beziehung zwischen Angeklagtem und Opfer zu machen. Khaled sei zu einem der bekanntesten Asylbewerber geworden, obwohl ihn kaum einer gekannt habe, sagte Avenarius. „Jetzt haben wir mehrere Tage verhandelt, und er ist genauso unbekannt geblieben.“ Mitbewohner und Bekannte Khaleds hätten etwa aus Verschüchterung nur wenig als Zeugen erzählt. Der Beschuldigte hatte zum Prozessauftakt Ende August ausgesagt, er sei von Khaled im Hinterhof ihres Wohnhauses angegriffen worden. Dabei habe er einen „Gegenstand“ in Khaleds Hosenbund zu fassen bekommen und damit auf den Angreifer eingeschlagen. Dass es sich dabei um ein Küchenmesser mit einer 15 Zentimeter langen Klinge handelt, sei ihm erst viel später bewusst geworden.

Diese Aussage hält die Staatsanwaltschaft für unglaubwürdig. Khaled sei mit mindestens vier massiven Messerstichen in Hals, Brust und Hinterkopf verletzt worden. Auch von einer Notwehrsituation könne keine Rede sein. Die Messerstiche stünden in einem eklatanten Missverhältnis zum Anlass des Streits. Angeblich ging es um das Wäschewaschen. Der Angeklagte soll Khaled zudem kritisiert haben, weil er nicht zum Deutsch-Unterricht gegangen sei und seine Mutter angelogen habe. Die Schwurgerichtskammer will den Termin des Urteils am Mittwoch verkünden. Auch die Plädoyers der Verteidigung werden erwartet.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Urteil gefällt

Im Prozess um den Tod des 20-jährigen Asylbewerbers Khaled ist der Angeklagte zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Dresden sprach den 27-Jährigen wegen Totschlags schuldig. Der Beschuldigte hatte im Januar dieses Jahres nach einem Streit mit Khaled auf diesen eingestochen.

mehr
Mehr aus Polizeiticker Dresden
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Dresdner Ordnungsamt. mehr

Die Polizei gibt Tipps, wie sich Mieter und Hausbesitzer besser gegen Einbrecher wappnen können.mehr