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Seltsame Statistik zu Fahrraddieben - Einschätzungen der Polizei passen nicht zu Studie

Seltsame Statistik zu Fahrraddieben - Einschätzungen der Polizei passen nicht zu Studie

In Deutschland werden immer mehr Fahrräder gestohlen. Dresden gehört in einer 80-Städte-Statistik, die gestern ein Webportal aus Leipzig veröffentlicht hat, zu den zehn Städten, die besonders drastisch über den Durchschnittszahlen pro 100.000 Einwohner liegen.

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Quelle: dpa

Demnach wurden in der Landeshauptstadt im vergangenen Jahr 1050 Fahrräder pro 100.000 Einwohner gestohlen. Magdeburg führt die Statistik an, dort wurden 2013 fast 1670 Fahrräder pro 100.000 Einwohner gestohlen. Allerdings fehlen in der Untersuchung Basisdaten wie die Zahl der Fahrräder, die es in den Städten insgesamt gibt.

Die Tabellen und Erklärungen stammen von einem Tochterunternehmen der umstrittenen Leipziger Firma Unister, die sich mit der Vermarktung von Webangeboten beschäftigt. Die Verantwortlichen haben sie aus Polizeistatistiken abgeschrieben und schlussfolgern daraus: Dresden gehört im bundesweiten Vergleich zu den Hochburgen des Fahrraddiebstahls. Außerdem stellen sie fest, dass Dresden verglichen mit allen anderen in der Statistik erfassten ostdeutschen Städten den höchsten Anstieg der Diebstahlszahlen von 2012 zu 2013 hat. Sie kletterten um reichlich 38 Prozent auf 5514 Fälle.

Die meisten Diebe kämen „nach Aussagen von Polizeidienststellen aus den osteuropäischen EU-Ländern“, heißt es weiter, ohne die Polizeidienststellen konkret zu benennen. Fehlende Grenzkontrollen ermöglichten ihnen „Raubritter-Züge“.

Die Dresdner Polizei nennt andere Hauptgründe für die steigenden Zahlen. „Die zunehmenden Fahrraddiebstähle sind auch auf ein geändertes Anzeigeverhalten zurückzuführen“, berichtete Polizeisprecher Thomas Geithner schon im März bei der Vorstellung der aktuellen Kriminalstatistik für die Landeshauptstadt. Demnach stieg die Zahl der online angezeigten Fahrraddiebstähle 2013 um mehr als 50 Prozent. Bei den Dieben handelt es sich außerdem nicht um Hehlerbanden, sondern vor allem um Menschen, die Geld für Rauschgift brauchen. Polizeipräsident Dieter Kroll: „Gerade die Kellereinbrüche und Fahrraddiebstähle dienen der schnelle Geldbeschaffung und sind im Großteil der Beschaffungskriminalität zuzuordnen.“

Christoph Springer

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