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Razzia bei Lovoo in Dresden - Firmengründer verhaftet

Dating-Plattform Razzia bei Lovoo in Dresden - Firmengründer verhaftet

Wegen Betrugsverdachts hat die Polizei am Mittwoch die Dresdner Geschäftsräume des Dating-Portals Lovoo durchsucht. Insgesamt wurden zwei Personen festgenommen und 16 Privatwohnungen und Firmenräume in Dresden, Berlin und Nürnberg durchsucht.

Polizeiautos stehen vor der Firmenzentrale von Lovoo auf der Prager Straße in Dresden.
 

Quelle: sl

Dresden. Im Internet die große Liebe finden: Zahlreiche Online-Portale locken mit der Aussicht auf das Glück, darunter auch das Dresdner Start-up Lovoo, das mit Echtzeit-Umkreissuche auf dem Smartphone die Suche nach dem passenden Partner vereinfachen will. Am Mittwoch wurden die Räume des Unternehmens von der Polizei durchsucht. Der Verdacht: Mit gefälschten Profilen weiblicher und augenscheinlich sehr hübscher Nutzerinnen sollten vornehmlich Männer dazu verleitet werden, kostenpflichtig Kontakt aufzunehmen.

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Die Firmenzentrale der Dating-Plattform wird am Mittwoch von Polizeibeamten durchsucht.

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200 Beamte waren bei der Razzia im Einsatz, durchsucht wurden 16 Privatwohnungen und Firmenräume in Dresden (13), Berlin (2) und Nürnberg (1). Es gab zwei Festnahmen in Dresden. Bei den Verhafteten handelt es sich um die beiden geschäftsführenden Firmengründer. Ein dritter Haftbefehl liege vor, sei aber noch nicht vollstreckt worden, sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase. Zwölf Personen im Alter zwischen 25 und 38 Jahren wird gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Darunter sind die drei Geschäftsführer Benjamin und Björn Bak – zwei Brüder – und Alexander Friede.

Die Durchsuchungen dauerten bis in den Nachmittag hinein. Polizisten in Zivil trugen Kartons mit Unterlagen aus den Firmenräumen an der Prager Straße. Auch Computer- und Mobilfunktechnik sowie Speichermedien wurden beschlagnahmt. Die Vorwürfe waren bereits im September vergangenen Jahres aufgekommen. Der Fachzeitschrift „c’t“ waren anonym Daten zugespielt worden, die auf eine Vielzahl weiblicher Fake-Profile schließen ließen. Das wesentlich mehr Männer als Frauen die Dienste von Dating-Portalen in Anspruch nehmen, ist ein klassisches Problem der Branche. Die Lovoo-Geschäftsführer hatte die Vorwürfe bestritten, jedoch nie durch Beweise entkräftet.

Die App und auch die Webseite lovoo.com sind seit Mittwochmittag nicht mehr erreichbar. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, sei das Ziel der Durchsuchungen aber nicht gewesen, die Online-Angebote vom Markt zunehmen. Vielmehr sollten kriminelle Handlungen zu Lasten der Nutzer verhindert werden. Immerhin mehr als 50 Millionen Menschen sollen sich die Lovoo-App nach Angaben des Unternehmens bereits heruntergeladen haben. Unlängst wurde Lovoo in der Umfrage eines Jobportals zum beliebtesten Arbeitgeber Dresdens gekürt. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als „das am schnellsten wachsende Netzwerk zum Kennenlernen neuer Menschen“. Es beschäftigt knapp 200 Mitarbeiter.

Lovoo bietet seinen Nutzern über eine App die Möglichkeit, interessen- und standortbezogen andere Leute kennenzulernen. Die Dienste sind nur teilweise kostenpflichtig. Laut Staatsanwaltschaft wurden Nutzer durch die gezielte Anlage falscher Profile dazu verleitet, kostenpflichtige Leistungen zu nutzen.

fs (mit dpa)

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Die Online-Datingplattform Lovoo hat laut einem Bericht der Computerzeitschrift «c't» möglicherweise in großem Stil gefälschte weibliche Profile eingesetzt. Der Schaden sei größer als eine Million.

Hat die Datingplattform Lovoo Profile weiblicher Nutzer kurzerhand selbst generiert? Das legen Dokumente nahe, die der Redaktion der Fachzeitschrift "c't" zugespielt wurden. Das Dresdner Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

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