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Razzia bei Arzt und Physiotherapeuten in Dresden und Heidenau

Abrechnungsbetrug Razzia bei Arzt und Physiotherapeuten in Dresden und Heidenau

Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen insgesamt sechs Personen – vier Männer und zwei Frauen in Dresden und Heidenau – wegen Abrechnungsbetruges gegen Krankenkassen. Das sagte Lorenz Haase, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf DNN-Anfrage.

Mehr als 120 Beamte und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Dresden, des Landeskriminalamts und anderer Polizeidienststellen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt beteiligten sich an den Durchsuchungen.
 

Quelle: dpa

Dresden/Heidenau. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen insgesamt sechs Personen – vier Männer und zwei Frauen in Dresden und Heidenau – wegen Abrechnungsbetruges gegen Krankenkassen. Das sagte Lorenz Haase, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf DNN-Anfrage.

In einer groß angelegten Razzia wurden deshalb gestern früh in beiden Städten 14 Objekte – darunter mehrere Physiotherapie-Räume und eine Arztpraxis durchsucht. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, „seit mindestens 2010 in den Physiotherapiepraxen die Daten gesetzlich versicherter Patienten eingelesen zu haben.“ Für diese Patienten sollen dann, ohne dass diese davon Kenntnis hatten, durch den beschuldigten Arzt Heilmittelverordnungen ausgestellt worden sein. Diese wiederum seien über die Physiotherapiepraxen abgerechnet worden, ohne dass diese die Leistungen tatsächlich erbracht hätten, teilten Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt mit.

Bei einem der Beschuldigten soll es sich um den Dresdner Arzt Sieghard F. handeln. Der Rehabilitationsmediziner genießt fachlich einen guten Ruf. Doch mit dem Gesetz geriet er schon einmal in Konflikt und in die Schlagzeilen. Vor etwa 15 Jahren klaute er im Tennisclub „TC Blau-Weiß Dresden Blasewitz“ aus privater Kleidung im Umkleideraum Geld. Damals hatte man ihn per Videokamera ertappt. Im Club erinnert man sich an den Fall.

Zur Anzahl der Taten und der Schadensumme konnte die Staatsanwaltschaft noch nichts sagen. „Wir müssen jetzt erst die sichergestellten Daten und Unterlagen auswerten“, so Haase. An der Razzia beteiligt waren am Mittwoch mehr als 120 Beamte und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Dresden, des Landeskriminalamtes Sachsen (LKA), mehrerer Polizeidienststellen aus Sachsen, aber auch aus Sachsen-Anhalt. „Wir haben uns angesichts der Vielzahl der Objekte im Rahmen der Sicherheitskooperation Unterstützung bei Spezialisten der Datensicherung geholt“, gibt LKA-Sprecher Tom Bernhardt Auskunft.

Unter den betroffenen Krankenkassen ist auch die AOK Plus. Sie stellte bereits 2014 Anzeige, so Sprecherin Hannelore Strobel. Auf die Schliche kommen Krankenkassen Abrechnungsbetrügern auf verschiedene Weise. Zum einen durch stichpunktartige Tiefenprüfungen bei Rechnungen von Leistungserbringern. Zum anderen durch Tippgeber. Unzufriedene Praxismitarbeiter oder Ex-Ehepartner packen manchmal aus. Doch auch Patienten werden hin und wieder stutzig. Zum Beispiel wenn sie in einer Arztpraxis eine Privatleistung in Anspruch nehmen wollen und trotzdem die Krankenkassenkarte abgeben sollen. Oder wenn ihnen die Kasse Bonuszahlungen verweigert, obwohl sie zuvor gar keine Leistungen in Anspruch genommen haben.

Der Fall erinnert an das einstige Neurologisch-Medizinische Versorgungszentrum Übigau. Anfang 2012 gab es dort auch eine Razzia wegen Abrechnungsbetruges. Die Ermittlungen sind offenbar abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es zur Anklage kommt. Wann, das ist unklar. Der Sachbearbeiter sei mit dem Fall Infinus vollends beschäftigt.

Catrin Steinbach

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