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Prozess um Tod eines Asylbewerbers in Dresden

Angeklagter spricht von Notwehr Prozess um Tod eines Asylbewerbers in Dresden

Ein Marokkaner verblutet nach Stichverletzungen in einem Dresdner Asylbewerberheim. Sechs Monate später sitzt ein Landsmann auf der Anklagebank. Seine Angaben sind widersprüchlich.

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Der Angeklagte Said R. zu Prozessbeginn.

Quelle: dpa

Dresden. Ein 29-Jähriger aus Marokko hat nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft im Streit um gestohlene Handys und Drogengeschäfte einen anderen Asylbewerber in Dresden getötet. Laut Anklage fügte er ihm Ende April im Treppenhaus eines Heims im Stadtteil Löbtau mit einem großen Küchenmesser mindestens sieben massive Stiche in Brust und Oberarme zu, wie Oberstaatsanwalt Christian Avenarius zum Prozessauftakt am Mittwoch im Landgericht sagte. Der 32-Jährige verblutete. Der Angeklagte werde beschuldigt, „einen Menschen getötet zu haben, ohne Mörder zu sein, strafbar als Totschlag“. 

Er habe in Notwehr gehandelt, verlas der Verteidiger eine Erklärung von Said R.. Der Andere habe Streit gesucht, seinen Mandanten beschimpft und seine Mutter beleidigt. Mit einem Stich in den Arm des Angreifers habe er sich aus dessen Umklammerung befreien und einen weiteren Angriff abwehren wollen. Da er unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand, könne er sich an Details der Tatnacht nicht erinnern. Der Tod des Freundes habe ihn sichtlich erschüttert. „Er war wie ein Bruder für mich.“ 

Der Marokkaner ist seit 2013 in Deutschland und entgegen seiner Aussage ein abgelehnter Asylbewerber, der am 30. April abgeschoben werden sollte. Seiner Versicherung, nie gestohlen zu haben, steht ein vor Gericht verlesenes Dokument über eine Geldstrafe wegen Diebstahls entgegen. 

Ein Polizist berichtete, er und seine Kollegen hätten erst gedacht, der mit blutender Hand auf einer Wiese um Hilfe schreiende Angeklagte sei das Opfer der Schlägerei, zu der sie gerufen worden waren. Auf den Schwerverletzten im Treppenhaus machte sie dann ein Heimbewohner aufmerksam. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät.   

Die Schwurgerichtskammer hat weitere vier Verhandlungstage bis Anfang Januar terminiert. Der Prozess soll am Dienstag fortgesetzt werden.

dpa

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