Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Google+
Polizei zeigt in Dresden Tricks von Taschendieben

Prävention Polizei zeigt in Dresden Tricks von Taschendieben

Taschendiebe handeln selten allein und nutzen Momente aus, in denen ihre Opfer abgelenkt sind. Das weiß die Bundespolizei aus den vielen Fällen, zu denen die Beamten ermitteln mussten. Wie die Kriminellen im Detail vorgehen, haben die Ermittler im Flughafen gezeigt.

Eine Polizistin und ein Polizist der Bundespolizei demonstrieren am 08.07.2016 während der Präventionsaktion "Taschendiebstahl" am Flughafen in Dresden (Sachsen), wie eine Geldbörse aus einer Hosentasche gestohlen wird. Gerade in der Urlaubszeit bilden Menschenansammlungen ideale Voraussetzungen für Taschendiebe.
 

Quelle: dpa

Dresden.  Am Anfang steht immer die Ablenkung. Auf diese einfache Formel kann man die Masche der meisten Taschendiebe reduzieren. Ablenken, zugreifen, verschwinden – schon ist das Portmonee weg und der Ärger groß. Dass das binnen Sekunden funktioniert und wie die Täter dabei vorgehen, hat die Bundespolizei im Flughafen demonstriert. Fünf Beamten gaben dabei ahnungslose Reisende oder dreiste Taschendiebe, zogen Portmonees aus Hosentaschen oder büßten ihre Handys ein.

„Meistens sind es reisende Täter“, erklärte Holger Uhlitzsch, Sprecher der Bundespolizei in Dresden die Herkunft der Kriminellen. Und oft „arbeiten“ mehrere Täter zusammen: Einer lenkt ab, der andere greift sich unterdessen die Geldbörse aus der Gesäßtasche. Oder der Taschendieb selbst reicht die Beute schnell an einen Komplizen weiter, so dass er mit weißer Weste dasteht, sollte er selbst kontrolliert werden. „Blocken“ sei auch ein beliebtes Ablenkungsmanöver, so Uhlitzsch. Dabei stellt sich der Taschendieb selbst oder ein Komplize dem Opfer in den Weg. Während der später Bestohlene stoppt und ausweicht, wird ihm das Portmonee gestohlen.

Besonders beliebt ist der Griff zum fremden Eigentum im Hauptbahnhof an den Fahrkartenautomaten vor den Bahnsteigen, so Uhlitzsch. Aber geklaut wird auch in den Zügen, so dass die Betroffenen den Bundespolizisten dann kaum sagen können, wann ihr Gepäck oder die Geldbörse abhanden gekommen sind.

Die Bundespolizei ist für solche Delikte zuständig, wenn sie in Zügen, den Bahnhöfen oder dem Flughafen stattgefunden haben. Die Landespolizei ermittelt zu allen anderen Fällen. Die Dresdner Beamten registrieren dabei steigende Zahlen. 2014 stehen 975 Taschendiebstähle in ihrer Statistik, im vergangenen Jahr waren es 1213. Auch 2016 deutet sich bereits ein Anstieg an: 534 Taschendiebstähle wurden der Polizei bereits bis Ende Mai gemeldet.

Die Beamten machen mit Aufklärungsarbeit Front gegen die Kriminellen. Solche Präsentationen wie im Flughafen gebe es bundesweit, dazu Sicherheitstipps im Internet. Sie raten unter anderem, nie mehr Bargeld und Geldkarten bei sich zu haben, als wirklich nötig ist. Außerdem sollte man sie möglichst in Gürtelgaschen oder Brustbeuteln am Körper verteilt tragen. Ein weiterer Rat der Polizei: Taschen, egal, wie schön sie sind, immer mit der Verschlussseite zum Körper tragen. Der eigenen Sicherheit zuliebe.

Was tun bei Taschendiebstahl?

Die Polizei empfiehlt, bei Menschengedränge und in unübersichtlichen Situation noch stärker auf die eigenen Wertsachen achten.

Sollte ein Taschendieb dennoch zugegriffen haben, andere Personen auf den Täter aufmerksam machen und direkt zur Mithilfe auffordern. Außerdem sollte man sich Tätermerkmale einprägen und die Polizei alarmieren.

Weitere Infos gibt es in jeder Polizeidienststelle und im Internet unter www.polizei-beratung.de

Von Christoph Springer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Dresden
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Dresdner Ordnungsamt. mehr

Die Polizei gibt Tipps, wie sich Mieter und Hausbesitzer besser gegen Einbrecher wappnen können.mehr