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Polizei will Einsätze künftig personell verstärken

Dresdner Polizeipräsident: „Spürbar gestiegene Gewalt in der Äußeren Neustadt“ Polizei will Einsätze künftig personell verstärken

Bei einem Streit zwischen drei jungen Männern und zwei Türstehern vor dem Club Downtown in der Dresdner Neustadt sind am Wochenende auch zwei Polizisten verletzt worden. Die Polizei spricht von einer spürbar gestiegenen Gewalt in der Äußeren Neustadt und will bei Einsätzen dort personell aufstocken.


Quelle: dpa

Dresden. Am Wochenende kam es vor einer Diskothek an der Katharinenstraße in der Äußeren Neustadt zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen drei Zuwanderern und dem Sicherheitsdienst. Ein Syrer (19), ein Marokkaner (26) und ein Libanese (22) wollten sich nach Angaben der Polizei gewaltsam Zutritt zur Diskothek verschaffen, was die Türsteher jedoch verhinderten. Der 19-Jährige warf eine Bierflasche gegen einen 28-jährigen Security-Mitarbeiter, der leicht verletzt wurde. Die Bierflasche, die der 22-Jährige gegen den anderen Sicherheitsmitarbeiter (43) warf, verfehlte ihr Ziel. Daraufhin ging der Libanese auf den 43-Jährigen mit der Faust los.

Den Syrer konnten die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes bis zum Eintreffen der alarmierten Polizei festhalten. Die beiden anderen jungen Männer flohen, doch eine Polizeistreife stellte sich ihnen in den Weg. Daraufhin griffen die beiden Männer die Polizisten an. Der Libanese ging auf einen 29-jährigen Polizisten mit den Fäusten los und verletzte ihn leicht. Der Marokkaner sprang die 41-jährige Streifenpolizistin mit angewinkelten Ellenbogen an. Ihr wurde eine Rippe angebrochen, aber sie habe dennoch die Verfolgung des Flüchtenden aufgenommen, so die Polizei. „Gemeinsam mit Passanten konnte er schließlich in einem Hinterhof festgehalten werden.“ Gegen das Trio wird nun u.a. wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchten Hausfriedensbruches ermittelt.

„Am Ende haben wir zwar zahlreiche Tatverdächtige festnehmen können, aber mit zwei verletzten Beamten auch einen hohen Preis dafür gezahlt. Die Konsequenzen für die Dresdner Polizei sind bei der spürbar gestiegenen Gewalt klar: Wir werden uns nicht aus der Neustadt zurückziehen. Vielmehr müssen wir unseren Personalansatz für künftige Einsätze nach oben korrigieren“, kündigte Polizeipräsident Horst Kretzschmar an.

„Seit den Sommerferien hat sich die Neustadt verändert, die Zahl der körperlichen Auseinandersetzungen hat spürbar zugenommen“, so Polizeisprecher Thomas Geithner gegenüber DNN. Das würden auch Gewerbetreibende und Anwohner berichten. „Bei den Schilderungen spielen Zuwanderer eine besondere Rolle. Allerdings finden die Auseinandersetzungen vielmals unter den Zuwanderern statt.“ Schauplatz für körperliche Auseinandersetzungen und Betäubungsmittelkriminalität sei vor allem das Gebiet zwischen Alaunplatz und Scheune.

Um die Straßenkriminalität zu bekämpfen, führt die Polizei – wenn sie es personell schafft – immer wieder Einsätze durch. So auch am vergangenen Wochenende. Gefasst wurden ein Marokkaner (22) mit einer Geldbörse, die kurz zuvor einem Dresdner aus der Gesäßtasche gestohlen worden war, ein Tunesier (35), der einen als Taschenlampe getarnten Elektoschocker und ein Cliptütchen mit Drogen mit sich führte, sowie ein Algerier (41), ein Libyer (21) und ein Deutscher (35), die sich jetzt wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten müssen. Des Weiteren wird gegen einen Deutschen (29) und einen Libyer (26) wegen Beleidigung von Einsatzkräften ermittelt.

„Bislang hat die Einsätze in der Äußeren Neustadt nur die Mannschaft des Polizeireviers Dresden-Nord – zum Teil gemeinsam mit dem gemeindlichen Vollzugsdienst der Stadt – durchgeführt“, erklärt Geithner. „Jetzt müssen wir sehen, ob wir korrigierend eingreifen und Unterstützung zum Beispiel durch die Bereitschaftspolizei organisieren.“ Die Polizei könne solche Einsätze nicht jedes Wochenende fahren. „Aber wir müssen dran bleiben“, so der Polizeisprecher. Die Kriminalitätsentwicklung spreche eine deutliche Sprache.

Von Catrin Steinbach

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