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Polizei und Feuerwehr bergen 10.000-Liter-Tankwagen aus der Elbe in Dresden

Polizei und Feuerwehr bergen 10.000-Liter-Tankwagen aus der Elbe in Dresden

Ein Tank-Lkw, der vor einer knappen Woche vom Gelände der Firma Amand Umwelttechnik [link:700-NR_DNN_44605-1] worden ist, wurde gestern aus der Elbe geborgen. Unbekannte hatten den Lkw in der Nacht vom Sonntag zum Montag in dem Fluss zwischen Alberthafen und Flügelwegbrücke versenkt.

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Die Bergung des Tankwagens aus der Elbe in Dresden gestaltete sich schwierig.

Quelle: Stefan Schramm

Die Bergung dauerte etwa drei Stunden. Aus dem Lkw-Tank flossen keine Giftstoffe in die Elbe.

Diese Geschichte hat das Zeug zum Kriminalfilm: In der Nacht zum 9. Mai sind die Lkw-Diebe in das „Amand"-Gelände an der Tharandter Straße in Grumbach eingestiegen. Den Lkw hatten sie offenbar gezielt ausgewählt - es handelte sich um einen altern Mercedes-Laster mit einem 10000-Liter Tank als Aufbau, auf dem mit grüner Farbe „Amand" geschrieben stand. In Grumbach war der Laster als Wassersprühfahrzeug im Einsatz um Staub auf den Wegen im Firmengelände zu binden.

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Die Dresdner Polizei hat am Montag in der Elbe einen Tank-Lkw gefunden.

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Genau so gut eignete sich der Laster aber aus Sicht der Diebe als Diesel-Tankwagen. Sie ließen das Wasser ab und tankten vier Stunden lang Kraftstoff aus der „Amand"-Anlage auf dem Grumbacher Firmengelände. Mit dem voll beladenen Lkw fuhren sie dann davon. 30 000 Euro Schaden bilanzierte die Polizei daraufhin am 10. Mai. Nun ist der Laster wieder da. Unbekannte fuhren den inzwischen leicht umgestalteten Lkw - alle „Amand"-Schriftzüge wurden mit weißer Farbe übertüncht - in der Nacht zum Montag ans linke Elbufer oberhalb der Flügelwegbrücke. Dazu durchbrachen sie mit dem Laster das Tor, mit dem die Zufahrt zur Verladeanlage des Hafens direkt am Fluss abgesperrt ist. Direkt neben der Anlage ließen sie den Laster in den Fluss rollen. Tiefe Spuren im Gras der Böschung zeugen von diesem nächtlichen Geschehen, der Mercedes-Lkw trieb rückwärts noch etwa zehn Meter und blieb dann mit dem Heck elbabwärts gedreht stecken.

So entdeckte ein Hafen-Wachmann den Zweiachser in der Nacht zum Montag gegen 3 Uhr. Er alarmierte die Polizei, etwa 45 Minuten später traf die Wasserschutzpolizei am Fundort ein. Es befanden sich keine Personen in dem Laster, die Seitenscheiben der Fahrerkabine waren aber geöffnet. Erst gestern nach Tagesanbruch war die Bergung des Lasters möglich. Zunächst wurde der Fluss von einem Helikopter aus nach Verunreinigungen abgesucht, später der Laster mit Hilfe eines Schiffs geborgen. Dazu befestigten Taucher starke Trossen an dem Lkw, er lag schließlich seitlich neben einer schwimmenden Arbeitsplattform mit einem Kran, die die „Biela" zum Lkw-Fundort bugsiert hatte. Der Schlepper des Wasser- und Schiffahrtsamtes manövrierte die ungewöhnliche schwimmende Fracht schließlich rund 50 Meter elbabwärts. Dort wurde der Laster dann auf die Rampe der Verladeanlage geschoben und von der Feuerwehr an einer Stahltrosse aus dem Wasser gezogen.

Nun untersuchen Fachleute der Polizei den Lkw, um Spuren der Täter zu finden. Der Grumbacher Amand-Chef Rainer Dietze und sein Mitarbeiter Wolfram König verfolgten das Bergungsspektakel gestern vom Ufer aus. „Wir sind relativ sicher, dass es unser Lkw ist", sagte König bereits, als der Laster noch tief im Wasser stand. „Sprachlos ist untertrieben", beschrieb er seinen Gefühlszustand nach dem Lkw- und Spritdiebstahl vor Wochenfrist. Für seine Gedanken gestern fand er deshalb erst recht keine Worte. Sein Chef formulierte unterdessen, was sich viele Beobachter dachten: „Warum versenkt man einen solchen Laster in der Elbe, warum stellt man ihn nicht einfach am Straßenrand ab, wenn man ihn nicht mehr braucht", sinnierte Dietze. „Ich halte das für dumm", stellte er schließlich fest, so hätten die Täter nur dafür gesorgt, dass der Fall größtmögliche Aufmerksamkeit bekommt.

Christoph Springer

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