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Polizei erfasst weniger Straftaten in Dresden

Kriminalstatistik Polizei erfasst weniger Straftaten in Dresden

Die Kriminalität in Dresden ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Wie die Polizei am Freitag informierte, erfassten die Beamten insgesamt 56.555 Straftaten. Das sind 4.740 Fälle weniger als im Jahr davor. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 52,7 Prozent.

Symbolfoto
 

Quelle: dpa

Dresden.  Die Zahl der Straftaten ist in Dresden 2015 im Vergleich zu 2014 zurückgegangen, das Sicherheitsgefühl der Dresdner hat das aber nicht verbessert. Im Gegenteil: Die Einwohner der Stadt fühlen sich weniger sicher als zuvor. Das kann zwar nicht statistisch gemessen werden, sagt Polizeipräsident Horst Kretzschmar, „spürbar ist es jedoch schon“. Was Kretzschmar nicht sagt: Diese Unsicherheit rührt unter anderem her von der Zuwanderung, der Diskussion darüber und der tatsächlichen. Weitere Ursachen sind Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Demonstrationen, „auch die Ereignisse in Köln“, so Polizeisprecher Thomas Geithner, Meldungen über Vergewaltigungen und die Situation am Wiener Platz. 32 Mal hat die Polizei seit dem vergangenen Jahr den Platz vor dem Hauptbahnhof „besucht“, und dabei jeweils mehrere Stunden lange Personen kontrolliert. Mehr als zwei Dutzend solche Einsätze stehen allein 2015 im Tätigkeitsbericht der Beamten. Das Ergebnis: Stets wurden Verdächtige gegriffen, die Zahl der Fälle ist deutlich gestiegen. Dazu Polizeipräsident Kretzschmar: „Es lässt sich schwer einschätzen, wie hoch der Anstieg der Rauschgiftkriminalität tatsächlich ist, denn Rauschgiftkriminalität ist Kontrollkriminalität.“ Das bedeutet, nur wenn die Polizei selbst aktiv ist, werden solche Fälle aufgedeckt, kein Dealer zeigt sich selbst an, kein Konsument liefert freiwillig seinen Drogenlieferanten „ans Messer“. Kretzschmar erklärt weiter: „Unser verstärktes Engagement am Wiener Platz fällt uns hier statistisch auf die Füße.“ Kontrollen mündeten immer in Strafverfahren, „je mehr Kontrollen, desto mehr Strafverfahren“. Und weil über jede Kontrolle auch berichtet wird, steigt die sogenannte gefühlte Kriminalität, die letztlich zu Unsicherheit führt, auch dadurch.

Die Polizeistatistik für 2015 weist aus, dass die Beamten 2015 genau 56555 Straftaten erfasst haben. Das sind 4740 weniger als 2014, ein Rückgang von 7,7 Prozent. Mehr als die Hälfte davon konnte aufgeklärt werden, die sogenannte Aufklärungsquote steig von 51,4 auf 52,7 Prozent. Mehr als 17530 Tatverdächtige wurden ermittelt, fast drei Viertel davon waren Männer. Reichlich 420 Kinder waren unter den Tätern (2014 waren es 380) sowie reichlich 2200 junge Menschen im Alter bis zu 18 Jahren.

Die Zahl der Tatverdächtigen, die aus dem Ausland stammen, ist um fast 30 Prozent auf fast 4100 gestiegen. Ihr Anteil an der Zahl aller mutmaßlichen Täter, die die Polizei im vergangenen Jahr in Dresden ermittelt hat, betrug damit 23,3 Prozent. Fast 870 der 4100 ausländischen Täter sind allerdings durch Straftaten aufgefallen, die nur sie begehen können. Das heißt, es handelte sich um Verstöße gegen das Ausländerrecht.

Ausgewählte Kriminalitätsbereiche

47,6 Prozent aller Straftaten im vergangenen Jahr ordnet die Polizei der Diebstahlskriminalität zu. Die absolute Fallzahl ist gesunken – von 29903 im Jahr 2014 auf 26940. Knapp ein Drittel aller Taten konnte aufgeklärt werden, die Aufklärungsquote ist um zwei Prozent gestiegen. Die Zahl der Kfz-Diebstähle ist im vergleich zu 2014 deutlich gesunken – um fast 150 Fälle auf 631. Taschendiebstahl, die Zahl der Diebstähle aus Büros, Lagern und Werkstätten und Automatendiebstahl haben zugenommen, letzterer sogar um fast 150 Prozent auf 250 Fälle.

Die Zahl der Gewalttaten lag 2015 fast 200 Fälle höher als im Jahr zuvor. 1224 Attacken registrierte die Polizei im vergangenen Jahr, fast zwei Drittel davon konnten aufgeklärt werden. Knapp 970 Tatverdächtige haben die Beamten ausfindig gemacht, 30,7 Prozent davon waren Ausländer. 19 „Mord- und Totschlagsdelikte“ verzeichneten die Ermittler im vergangenen Jahr. Der einzige Mordfall war eine Tat im Februar in Mickten, bei der ein Dresdner seine schlafende Partnerin umbrachte. Die Frau arbeitete als Gelegenheitsprostituierte.

Die Straßenkriminalität – dazu gehören alle Taten im öffentlichen Raum wie zum Beispiel das Antanzen in der Neustadt, wobei den Opfern Wertgegenstände gestohlen werden, Raub, schwere Schlägereien und Sachbeschädigungen an Fahrzeugen – hat leicht abgenommen. 13855 Fällen im Jahr 2014 stehen 12320 Fälle im vergangenen Jahr gegenüber.

Von DNN

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