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Polizei beendet Ordnungsstörung nahe der „Praxis“ in Dresden-Löbtau

Polizei beendet Ordnungsstörung nahe der „Praxis“ in Dresden-Löbtau

Einsatzkräfte der Polizeidirektion Dresden haben am Sonnabendmittag eine Ordnungsstörung nahe des linken Wohnprojektes „Praxis“ in Löbtau beendet. Zuvor hätten sich Anwohner über etwa 25 bis 30 Jugendliche beschwert, die auf einem Spielplatz an der Columbus-/Ecke Baluschekstraße feierten, so ein Polizeisprecher auf Anfrage von DNN-Online.

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Nahe der "Praxis" am Löbtauer Wernerplatz haben Polizeibeamte eine Ruhestörung beendet.

Quelle: Tanja Tröger

Konkret sei es um Lärm und Alkoholkonsum gegangen. Bereits in der Nacht habe es erste Beschwerden gegeben. Zudem seien am Samstagvormittag „Glasflaschen durch die Gegend geflogen“ und zersplittert, einige Jugendliche hätten in der Öffentlichkeit uriniert und sich auch „in ihrem angetrunkenen Zustand dort auf dem Spielplatz schlafengelegt“. Als Anwohner die Jugendlichen ansprachen, seien sie beleidigt worden.

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Nahe der "Praxis" waren heute Polizeibeamte wegen einer Ordnungsstörung im Einsatz.

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Deshalb rückten gegen 11 Uhr Polizeikräfte an, um die Ordnungsstörung zu beenden. Die Beamten stellten die Personalien von 19 Beteiligten fest und sprachen Platzverweise aus. Ein 26-jähriger Mann muss sich laut Polizei zudem wegen Widerstands und Beleidigung gegenüber den eingesetzten Beamten verantworten, weil er sich der Identitätsfeststellung widersetzte. Das „Praxis“-Gebäude selbst betraten die Polizisten nur kurz. Einige Hausbewohner hätten reflexartig die Türen zugehalten, als die Einsatzkräfte anrückten, sagte ein „Praxis“-Bewohner. Ein Mieter habe jedoch deeskalierend eingegriffen und dafür gesorgt, dass die Türen geöffnet wurden.

Bei ihrem Einsatz gingen die Polizisten laut Aussage der Betroffenen recht brutal vor. Die Beamten einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) hätten die jungen Leute bäuchlings auf den Boden geworfen, sich auf ihren Rücken gekniet und ihnen mit Handschellen die Hände auf dem Rücken fixiert. Dabei seien einige Personen verletzt worden. „Es gab zwar keine Platzwunden oder Brüche, aber Schürfwunden, Striemen und blaue Flecke. Manchen Leuten geht es nicht gut, das ist ja auch was Psychisches“, so eine junge Frau aus dem Umfeld der „Praxis“.

Ein Betroffener schätzte den Einsatz als „unverhältnismäßig“ ein. „Das kam für uns alle sehr überraschend und war ziemlich rabiat dafür, dass es nur um eine Ordnungswidrigkeit ging.“ Er habe vielmehr das Gefühl, „dass die auf was anderes aus waren“ und anschließend in Erklärungsnot gekommen seien.

Wie viele Beamte im Einsatz waren, ist bislang nicht klar. Während das Polizei-Lagezentrum von rund 20 Mann ausgeht, haben die Bewohner der „Praxis“ acht Einsatzwagen und rund 50 Beamte gezählt.

Das linksalternative Projekt „Praxis“ an der Ecke Wernerstraße/Columbusstraße besteht seit März 2008. In der ehemaligen Zahnarztpraxis im Erdgeschoss wird regelmäßig Essen für die Nachbarschaft ausgegeben. Die „Praxis“ beteiligt sich auch an Veranstaltungen wie dem Columbusstraßenfest. Zudem leben im Gebäude zahlreiche junge Leute in Wohngemeinschaften. Derzeit sei das Haus allerdings fast leergezogen, da am 21. Mai die Sanierung beginnen soll, so ein Bewohner. Der Hauseigentümer aus Stuttgart habe den Mietern zu Ende Februar 2013 gekündigt, die Mietverträge laufen längstens bis August. Die „Praxis“ war durch einen Brandanschlag auf das Gebäude im August 2010 und einen Neonazi-Überfall im Februar 2011 in die Schlagzeilen geraten.

ttr

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