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Pilot aus Dresden wurde auf dem Elberadweg von vermeintlichem Polizisten zusammengeschlagen

Pilot aus Dresden wurde auf dem Elberadweg von vermeintlichem Polizisten zusammengeschlagen

Den vergangenen Sonntag wird Marco N. bis an sein Lebensende nicht vergessen. Gemütlich wollte der 41-jährige Dresdner am Nachmittag gegen 17 Uhr mit seiner Familie auf dem Elberadweg spazieren gehen, bis er auf einmal von einem unbekannten Mann attackiert wurde.

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Der Lufthansa-Pilot Marco N. ist gestern an den Ort zurückgekehrt, wo er am Sonntag vor den Augen seiner Familie zusammengeschlagen wurde. Aus Angst vor dem Angreifer möchte er nicht erkannt werden.

Quelle: Carola Fritzsche

"Wir waren gerade in der Nähe des Blauen Wunders, als mich plötzlich jemand von hinten kraftvoll anrempelte", erinnert sich Marco N. Niemand hatte zuvor "zur Seite" oder ähnliches gerufen. Auch ein Wort der Entschuldigung war von dem Jogger nicht zu hören. Stattdessen setzte er seine Tour ungerührt fort.

Als Marco N., der sonst als Lufthansa-Pilot den Airbus A 380 durch die Welt steuert, den ersten Schock verdaut hatte, rief er empört hinterher: "Was soll das? Warum rempeln sie mich an?" Im Nachhinein hätte er das besser bleiben lassen sollen. Denn nun kam der 1,90 Meter große Jogger zurück. Mit seinem muskulösen Oberkörper baute er sich machtvoll vor N. auf.Statt vollständiger Sätze soll er nur getönt haben "So breit". Dabei deutete er mit den Händen an, wie viel Platz Marco N. und seine Familie auf dem schmalen Weg blockiert haben.

"Ich habe daraufhin ebenfalls gestikuliert und ihm klar gemacht, dass es weniger war", erzählt der Pilot. Danach war die Situation eigentlich geklärt und der Jogger lief weiter, bis Marco N., der noch immer erregt war, ihm "Arschloch" hinterher rief.

Kurze Zeit später stand der Läufer erneut vor Marco N. und fing an, ihn zu bedrängen. "Er hat mich dann plötzlich geduzt und gefordert, dass ich ihm meinen Namen sagen soll", erinnert sich der Familienvater. Obendrein soll er Marco N. nahe gelegt haben, dass dieser aufpassen soll, mit wem er sich anlegt. Schließlich sei er Polizist. Als Marco N. sich weigert, seinen Namen zu nennen, greift der vermeintliche Polizist an dessen Schal und schleudert den 41-jährigen Mann vor den Augen seiner Frau und seiner ein und zwei Jahre alten Kinder immer wieder auf den harten Boden.

"Ich rappelte mich auf, aber er riss mich mehrfach auf den Asphalt." Danach habe der Angreifer ihn mit der Faust auf die rechte Schläfe geschlagen. Dass der Mann tatsächlich Polizist sein könnte, glaubte Marco N. sofort: "Er wählte den Angriffspunkt jedes Mal sehr gezielt." Dieses Verhalten lasse auf eine spezielle Ausbildung schließen, denkt der Pilot.

Obwohl Marco N. selbst 1,90 Meter groß ist, hatte er in dem Kampf nicht den Hauch einer Chance. Als der Jogger im dämmernden Abendlicht weiter erbarmungslos auf Marco N. einschlägt, kann seine Frau, die etwa 20 Meter entfernt steht, nicht länger zusehen. Kurzentschlossen stellt sich die 1,74 Meter große Dame vor den Angreifer und brüllt ihn an. "Sie hat ihn gefragt, ob er weiß, was er tut", so Marco N. Danach dreht der Jogger ab und sagt noch: "Ihr seid ein tolles Beispiel für eure Kinder, ihr Assis." Als er endlich weg ist, ruft Marco N. per Handy die Polizei und erstattet Anzeige.

Den Angreifer beschreibt Marco N. neben seiner hünenhaften und muskulösen Gestalt als Menschen mit hellen grünen oder blauen Augen, schmaler Nase und scharf geschnittenem Mund. Zudem soll er eine Mütze mit einem Totenkopf auf der Rückseite getragen haben, die Stirn und Kinn umschloss.

Die Polizei bestätigte die Anzeige von Marco N. und hofft auf Zeugenhinweise: "Wir ermitteln wegen Körperverletzung. Allerdings ist die Beschreibung der Person nicht eindeutig genug", sagt Polizeisprecher Thomas Geithner. Marco N. hat von dem Angriff Schulter-, Hand- und Schädelprellungen davon getragen, die ärztlich versorgt werden mussten. Jetzt ist er erst einmal krank geschrieben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.01.2013

Stephan Hönigschmid

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