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Pegida bringt in Dresden weniger Anhänger auf die Straße - Schulterschluss mit Legida

Pegida bringt in Dresden weniger Anhänger auf die Straße - Schulterschluss mit Legida

Pegida will mehr Dialog und pocht auf die Unabhängigkeit von allen Parteien. Das machte am Sonntag Kathrin Oertel, die Sprecherin der Organisation, bei der 13. Kundgebung in der Dresdner Innenstadt klar.

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Pegida-Teilneher auf dem Theaterplatz

Quelle: Hauke Heuer

Die Coswigerin übernahm erstmals die Rolle des zurückgetretenen Pegida-Chefs Lutz Bachmann. Nach dem Bekanntwerden ausländerfeindlicher Äußerungen im Internet musste er sich aus dem Vorstand des Pegida-Vereins zurückziehen.  

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Eindrücke der Pegida-Kundgebung und der Gegenveranstaltung am 25. Januar im Dresdner Zentrum.

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Zu Demo 1 nach Bachmanns Aus kamen offiziell 17.300 Menschen auf den Dresdner Theaterplatz, schätzt die Polizei. Die Veranstalter waren von bis zu 25.000 Teilnehmern bei ihrer ersten Kundgebung an einem Sonntag ausgegangen, so viele wie vor zwei Wochen. Die Gegendemonstranten boten Pegida weiter die Stirn. Dem Aufruf folgten laut Polizei etwa 5000 Menschen. Beobachter vor Ort schätzten schätzten die Teilnehmerzahlen jedoch auf beiden Seiten geringer.  

Oertel oder Petry – wer sagt die Wahrheit?  

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Teilnehmer der Pegida-Kundgebung

Quelle: Stephan Lohse

Oertel, die von den Pegida-Anhängern mit einem Geburtstagslied begrüßt wurde, blickte auf die Ereignisse der Vorwoche zurück. Sie betonte mit Blick auf gleichlautende Formulierungen von ihr und von AfD-Sprecherin Frauke Petry zum Ausscheiden von Lutz Bachmann, es habe keine Absprache gegeben. „Das wurde von vielen Medien falsch wahrgenommen,“ sagte Oertel – die versammelten Pegida-Anhänger riefen wieder „Lügenpresse“. Die sächsische AfD-Chefin Petry hatte gegenüber dem „Spiegel“ berichtet, dass es Gespräche gegeben habe.  

Oertel kündigte ein Bürgerbegehren für mehr Polizisten in Sachsen an. Dass dies selbst von den sächsischen Linken gefordert wird und auch im Koalitionsvertrag von CDU und SPD fest verankert ist, erwähnte Oertel nicht.  

Lutz Bachmann bleibt unerwähnt  

Bachmann war der Pegida-Frontfrau keine weitere Erwähnung wert. Für den Vereinsvorsitz, den Bachmann etwa drei Monate lang inne hatte, soll in dieser Woche ein Nachfolger gefunden werden, kündigte sein Pegida-Stellvertreter Rene Jahn an.  

Jahn kritisierte, die Bürger würden von der Politik bevormundet und „vor vollendete Tatsachen“ gestellt. Zugleich betonte er, Pegida sei gesprächsbereit gegenüber der Politik. Und stellte fest, die Organisation habe erste Erfolge zu verzeichnen. „Es wird über Themen gesprochen, die wir angeschoben haben“, sagte Jahn und forderte die Anhänger auf, sie dürften „jetzt auf keinen Fall nachlassen“. Das Sonntagstreffen soll eine Ausnahme bleiben. Künftig will Pegida wieder montags Flagge zeigen.  

Schulterschluss mit Legida  

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Auf dem Schlossplatz demonstrierten die Pegida-Gegner

Quelle: Hauke Heuer

Die Bewegung sucht nun auch demonstrativ den Schulterschluss mit ihrem deutlich radikaleren Leipziger Ableger Legida. Legida-Organisator Silvio  Rösler erklärt auf der Kundgebung in Dresden Differenzen mit Pegida für beendet. „Dresden und Leipzig marschieren in Zukunft Schulter an Schulter“, sagte er. Noch vor wenigen Tagen hatte Oertel mit Unterlassungsklage gedroht, weil Legida nicht die Pegida-Kernforderungen übernehmen wollte.  

Nach der Kundgebung auf dem Theaterplatz stellte der Dresdner Politikprofessor Werner Patzelt fest, die Pegida-Organisatoren hätten begriffen, „dass man nicht jedermann auf die Bühne treten lassen kann“. Die Kundgebung am Tage habe „weniger gespenstisch“ gewirkt als die abendlichen Märsche. Das Kräftemessen zwischen Pegida-Befürworten und -Gegnern anhand von Teilnehmerzahlen finde er „kindisch“, so Patzelt.  

Polizei leitet Pegida-Teilnehmer mitten durch Gegenveranstaltung  

Fast 1560 Polizisten sicherten die Kundgebungen in der Innenstadt ab. Polizeisprecher Marko Laske zufolge sind sie „grundsätzlich friedlich und störungsfrei“ verlaufen. Allerdings mussten die Ordnungshüter eingreifen, als es auf der Augustusbrücke zu einer Auseinandersetzung kam.  

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Die Polizei schleuste einen Teil der Pegida-Teilnehmer mitten durch die Gegenveranstaltung.

Quelle: Stephan Lohse

„Suboptimal“ nannte „Dresden für Alle“-Sprecher Eric Hattke die Tatsache, dass Pegida-Anhänger mitten durch die Gegendemo auf dem Schloßplatz zu ihrer Kundgebung auf dem Theaterplatz gingen. Dabei kam es zu heftigen Anfeindungen, die Polizei musste Pegida-Gegner mehrfach bremsen. In Gegenrichtung ließ die Polizei jedoch keine Menschen durch: Während Pegida-Teilnehmer die Polizeisperre passieren konnten, mussten Gegendemonstranten zeitgleich längere Umwege in Kauf nehmen.

cs / sl

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