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Ordnungshüter dringen in Dresdner Wohnung ein - 71-Jähriger soll von zwei Polizisten angegriffen worden sein

Ordnungshüter dringen in Dresdner Wohnung ein - 71-Jähriger soll von zwei Polizisten angegriffen worden sein

Eine außergewöhnliche Polizeiaktion hielt ein Leubener Ehepaar am Mittwochabend auf Trab. Weil ein Unbekannter aus der Wohnung des Paares Schreie gehört haben will, sollen Polizisten gewaltsam dort eingedrungen sein und den 71-jährigen Lothar L.

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Inzwischen haben sich Annemarie und Lothar L. von dem Schock am Mittwoch erholt. Von der Polizei hat das Paar bislang noch nichts gehört.

Quelle: Carola Fritzsche

zu Boden gerungen haben. Die Polizei bestreitet das.

Auf dem Bauch liegend und mit dem Knie eines Polizeibeamten im Rücken: So fand Annemarie L. ihren Ehemann Lothar gegen 22.10 Uhr am Mittwochabend in ihrem Flur vor. Zwei Polizisten hatten den Rentner nach Angaben der beiden überwältigt. "Wie ein Schwerverbrecher lag mein Mann auf dem Boden", berichtet Annemarie L. aufgeregt, die vom Lärm der Gewaltaktion aus dem Schlaf gerissen wurde.

Gegen 22 Uhr war Annemarie L. zu Bett gegangen, ihr Ehemann verfolgte noch ein Championsleague-Spiel, als plötzlich die Hüter des Gesetzes an der Haustür klingelten. "Ich habe denen gesagt, dass ich keine Polizei bestellt hätte und gedacht, damit hat sich die Sache erledigt", sagt Lothar L.. Ein anderer Hausbewohner ließ die vier Ordnungshüter schließlich doch in den Wohnblock, so dass es wenig später erneut bei Lachmanns schellte. "Die haben wie verrückt gepoltert und gerufen: Aufmachen, Polizei!", erzählt der rüstige Rentner. Da habe er die Tür geöffnet und die Beamten erneut darauf hingewiesen, dass alles in Ordnung sei.

"Herr L. wollte uns die Tür wieder vor der Nase zuschlagen", rechtfertigt sich Polizeisprecher Wolfgang Kießling. Man sei wegen Hilfeschreien einer Frau in den Neubau gerufen worden. "Wir mussten klären, woher die Schreie kamen und deshalb in die Wohnung rein", führt Kießling weiter aus.

"Als ich die Tür wieder schließen wollte, hat einer dieser Burschen seinen Fuß einfach in die Tür gestellt", schildert Lothar L. seine Sicht der Dinge. Der Beamte habe ihn am Arm gepackt und zu Boden gedrückt, ein Zweiter sei mit in die Wohnung eingedrungen. "Ich habe mich ganz ruhig verhalten. Und die haben immer nur gebrüllt: Wo ist ihre Frau?", erinnert sich der Senior.

Wolfgang Kießling von der Polizeidirektion Dresden weist die Vorwürfe zurück. Die Polizisten hätten sich lediglich Zugang zur Wohnung verschaffen wollen. "Dabei ist ein Beamter gestürzt, unglücklicherweise auf den Mann drauf", stellt Kiesling klar. Zudem hätte L. die Beamten beleidigt und ihnen Gewalt angedroht.

"Die haben meinen Mann regelrecht misshandelt", findet Annemarie L. An seinem Fuß habe er einen dicken Bluterguss, seine Schultern schmerzten noch immer von dem Überfall. "Unsere Flurkommode ist hin und die Tür war aus den Angeln gerissen", entrüstet sie sich. Kurz nach dem Vorfall habe sie sich bei der Polizeidirektion über die Beamten beschwert. "Bis jetzt ist noch niemand vorbei gekommen, um das Chaos wieder in Ordnung zubringen", wundert sich die Dresdnerin.

"Die Beamten haben ein Aktenzeichen dagelassen, für den Fall, dass Herr L. Forderungen hat", teilte Polizeisprecher Kießling mit. Zudem hätte sich die Polizei bei dem Paar entschuldigt. "Bei uns hat sich niemand entschuldigt", kontern die beiden. Inzwischen hat Lothar L. Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Die Quelle der Schreie, die die Ordnungshüter am Mittwochabend eigentlich hatten finden wollen, ist bisher nicht bekannt.

Schädlich, Susann

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